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Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon 2016

Sonntag, 21. August 2016, morgens kurz vor 9 Uhr in Velden und ich stehe abermals im Startblock für den Wörthersee Halbmarathon im Rahmen von Kärnten Läuft. Bereits zum vierten Mal in Folge — ja diese Veranstaltung hat Tradition. Zehn Monate nach meinem letzten Halbmarathon in Graz, acht Monate nach meinem Sturz. Lange habe ich daran gezweifelt, überhaupt wieder schmerzfrei laufen zu können, von einem Halbmarathon ganz zu schweigen. Aber da stehe ich nun im 1:50er Startblock und so findet die Verletzungsgeschichte nun hoffentlich endlich ihren Abschluß, indem ich in weniger als zwei Stunden über die Ziellinie in Klagenfurt laufe.

“Richtig” trainiert habe ich für den Halbmarathon nicht, denn dieses Jahr lag der Fokus eben verletzungsbedingt auf Triathlon, denn Schwimmen und Radfahren war viel früher wieder möglich als Laufen. Konkret bestand das Training aus ein paar längeren (ca. 16km) Läufen in den Wochen nach dem Gösselsdorfer Triathlon im Juli. Gerade bei den längeren Läufen merkte ich meine linke Hüfte/Oberschenkel doch noch deutlich und daher wollte ich es gemütlich angehen und einfach gesund und wenn möglich ohne Schmerzen ins Ziel kommen.

Wettertechnisch hatte ich mich auf ein Regenrennen a la Graz Marathon 2015 eingestellt, prognostizierten die Wetterfrösche doch gedämpfte Temperaturen um 16 Grad und teilweise Starkregen für Sonntag Vormittag — also bis auf den Starkregen genau mein Lieblingslaufwetter! Während es in der Nacht und auch noch morgens leicht bis mäßig regnete, wurde es bereits auf dem Weg nach Klagenfurt immer trockener und freundlicher und als ich schließlich in Velden zur Kleiderbeutel-Abgabe spazierte, lachte die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Also doch noch Sonnenschutz auftragen, bevor es zum Start geht.

Ich stelle mich in den 1:50er Startblock, um es wie geplant gemütlich anzugehen. (Leider gab es dieses Jahr keinen 1:45er Pacemaker, sondern nur 1:40 und eben 1:50.) Es hat gefühlt 30 Grad, die Sonne brennt vom Himmel und außerdem ist es viel zu früh. Während ich warte, dass sich die Menschenmenge um mich in Bewegung setzt, muss ich ein paar Mal gähnen und mit einem Anflug von Müdigkeit kämpfen. Mit 3 Stunden Schlaf bin ich halt nicht ausgeschlafen. Der erste Startschuss fällt um 9 Uhr, doch dauert es ganze 12 Minuten, bis ich endlich die Startlinie überquere.

Start Wörthersee Halbmarathon 2016

Start Wörthersee Halbmarathon 2016

Die Strecke ist mir ja aus den Vorjahren hinreichend bekannt; durch Velden vorbei am Casino, wo wieder der Männergesangsverein Kärntner Lieder zum Besten gibt. Die regennasse Straße wird nun von der Sonne aufgetrocknet und es dampft wunderbar herrlich vom Asphalt. Innerlich verfluche ich den Wetterbericht — von wegen Starkregen!? Oh das könnte eine zache Partie werden, aber nach dem ersten Kilometer habe ich meinen Rhythmus gefunden und es geht überraschend locker dahin, obwohl es feucht-schwül ist. Bis Kilometer 5 etwa begleitet mich die Sonne, doch dann versteckt sie sich hinter den aufziehenden Wolken, was sich aber kaum auf die gefühlte Temperatur auswirkt.

Beim kleinen Anstieg bei Techelsberg stelle ich fest, dass ich ca. 200m hinter dem 1:50er Pacemaker bin, obwohl im hinteren Drittel des Startblocks losgelaufen bin. Auch ein Blick auf meine Uhr bestätigt, dass ich schneller als der Pacemaker unterwegs bin. Ich habe mir vorgenommen, mein “Ding” zu laufen und beispielsweise nicht zwanghaft zu versuchen, mich bei einem Pacemaker anzuhängen. Doch es läuft gut, ich überhole permanent LäuferInnen und mein Abstand zum Herrn mit der blauen Fahne wird langsam, aber ständig kleiner. Wir erreichen Pörtschach und somit den engsten Abschnitt der Strecke. Die Stimmung beim Promenadenbad ist gut, ein DJ legt auf und der Moderator sorgt für unterhaltsame Kommentar. Den nun mehr wenige Meter vor mir laufenden Pacemaker kommentiert er mit, “1:50? Was tuts ihr denn schon da?”

Irgendwie war die Kamera dann doch nicht links...

Irgendwie war die Kamera dann doch nicht links…

Kurz nach der 10,5km Marke laufe ich dem Pacemaker und der Traube, die sich um ihn gebildet hat, auf. Es ist sehr eng und ich kann die Gruppe erst überholen, als es zurück auf die Hauptstraße geht. Dadurch lasse ich wohl einige Sekunden liegen und wie es sich im nachhinein herausstellte, war Kilometer 11 auch der langsamste. Ich bin doch ein gutes Stück hinter dem Pacemaker gestartet und nun hab ich ihn überholt. Wenn ich diesen Vorsprung ins Ziel halten kann, dann wird es eine Sub-1:50er Zeit. Der Streckenabschnitt von Pörtschach nach Krumpendorf ist wie jedes Jahr recht trostlos, daher konzentriere ich mich voll und ganz aufs Laufen. Ja, man könnte meinen, es hat sich nun ein “Flow” eingestellt.

Es ist zwar bewölkt, aber dennoch recht schwül. Vor Krumpendorf bemerke ich, dass mir die Fusssohlen brennen. Weiters ist die Bundesstraße in der langgezogenen Linkskurve beim Biomasseheizwerk stark geneigt, was sich negativ in meiner linken Hüfte bemerkbar macht. Das ist mir in den Vorjahren nie so aufgefallen, aber diesmal spüre ich, dass ich mit dem linken Bein deutlich “tiefer” auftrete als mit dem rechten. Ich bin erleichert, als ich Krumpendorf erreiche und somit wieder “eben” laufen kann. Nun sind 16 Kilometer gelaufen und ich liege sehr gut in der Zeit. Aber erfahrungsgemäß können es diese letzten 5 Kilometer in sich haben.

Am letzten Kilometer war kämpfen angesagt

Am letzten Kilometer war kämpfen angesagt

Ich muss gestehen, die Pamperlallee und ich, wir werden keine Freunde mehr: Diese elendslange Gerade bereit mir einfach keinen Spaß. Doch dieses Jahr empfinde ich sie als nicht so schlimm und es läuft sich nach wie vor verhältnismäßig locker, wenn man von den brennenden Fusssohlen absieht. Kilometer 18, Kilometer 19… die Strecke ist mir mehr als bekannt, ich weiß, es ist wirklich nicht mehr weit. Auf den letzten beiden Kilometern muss ich etwas kämpfen und beißen, doch ich kann die Pace halten. Als ich bei der Lido Villa Richtung Ziel abbiege, ist die Stimmung überwältigend. Ich genieße die letzten paar hundert Meter, sauge die Atmosphäre auf und überquere nach 1:48:31 die Ziellinie. In diesem Moment fällt mir die Last ab; all die Ungewissheit und Zweifel sind nun weg. Ich kann wieder Halbmarathon laufen!

Nach einer Massage geht es wie immer ins Strandbad, wo ich einen kurzen Sprung in den Wörthersee wage. In der Zwischenzeit sind die Wolken dichter geworden und als ich das Strandbad verlasse, fängt es auch tatsächlich an zu regnen. D’Oh! Das offizielle Ergebnis ist Platz 1006 (von 2648), Platz 89 (von 688) bei den Frauen und der 10. Platz (von 90) in meiner Altersklasse W-35. Angesichts dieser Resultate bin ich hochzufrieden, da es wirklich besser als erwartet gelaufen ist!

Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon 2015

Sonntag, 23. August 2015, 5:10 Uhr — Tagwache, der Wecker holt mich nach weniger als 3 Stunden Schlaf aus dem Bett. Wer mich kennt weiß, dass ich zu dieser Uhrzeit normalerweise nicht aufstehe, außer es ist Kärnten Läuft und es heißt “Guten Morgen Halbmarathon”. In wenigen Stunden werde ich mittlerweile bereits zum dritten Mal die 21,1 Kilometer entlang des Wörthersees von Velden nach Klagenfurt in Angriff nehmen; dieses Jahr mit neuer Streckenführung in Pörtschach, die die ungeliebte Schleife in Krumpendorf obsolet macht.

Die Vorzeichen für den Halbmarathon standen nicht besonders gut, denn nach dem perfekten Laufwetter (und auch Lauf!) im letzten Jahr (heiter bei max. 16° C) würde es dieses Jahr wieder deutlich wärmere Temperaturen geben. Beim offiziellen Streckentest am 6. August hatte es abends um 19 Uhr noch heiße 32° C im Schatten und meine Performance bei diesem geführten Lauf (ca. 8km vom Seeparkhotel zum neuen Streckenabschnitt in Krumpendorf und retour) war schlicht und einfach katastrophal. Die beiden Pacemaker liefen einen gemütlichen 6:00er Schnitt, doch mein Puls war “through the roof” und auch mein Befinden war miserabel. Etwa eine Woche danach musste ich einen Trainingslauf verkürzen, da bei 33° C nichts mehr ging. Dazu kommt, dass bis Ende August noch der Beifuß blüht und mir mit allergischem Asthma das Leben schwer macht. Der Gedanke, in wenigen Tagen bei womöglich ähnlichen Temperaturen und Bedingungen einen Halbmarathon zu laufen, bereitete mir Unbehagen, ja, wenn nicht sogar etwas Angst und dementsprechend bescheiden peilte ich als Zielzeit irgendwas zwischen 1:50 und 1:55 an.

Nach der neuen Halbmarathon-PB von 1:49:47 bei Ossiacher See Nachthalbmarathon Anfang Juni, wo die Strecke deutlich mehr Höhenmeter aufweist, müsste diese Zeit rein theoretisch beim Wörthersee Halbmarathon zu unterbieten sein, denn im letzten Jahr schaffte ich eine 1:50:55. Doch da war es deutlich kühler, ich hatte kein Asthma und es gab auch noch nicht die zwei neuen Streckenabschnitte, wovon ich nur den kürzeren in Krumpendorf beim Streckentest besichtigte. Zu viele unbekannte Variablen (wie heiß wird es tatsächlich, werde ich Luftprobleme bekommen, wie “schnell” ist der neue Streckenabschnitt in Pörtschach) sprachen für eine eher vorsichtige Rennstrategie: Am Start zügig mit etwa 5:10min/km wegkommen, dann sehen, wie es läuft und versuchen, möglichst konstant durchzulaufen, wenn ich mich gut fühle, ansonsten einen Gang zurückschalten und gesund ins Ziel kommen.

Es ist mir wichtig, dass der Morgen vor einem Rennen stressfrei ist, daher stelle ich den Wecker etwas früher, um genügend Zeit für Frühstück und Anreise zu haben. Kurz vor halb 8 Uhr treffe ich in Klagenfurt ein, finde beim neuen Park-and-Ride in unmittelbarer Nähe der neuen Bahnhaltestelle Klagenfurt West sofort einen Parkplatz und nehme den Shuttlezug um 7:37 Uhr nach Velden. Als ich in den Zug einsteige, ist dieser schon gut gefüllt, aber ich kann noch einen Sitzplatz finden. Die Fahrt nach Velden kommt mir länger vor als in den vergangenen Jahren; ich sitze am Fenster und blicke gegen die Fahrtrichtung. Normalerweise macht mir das nichts aus, aber diesmal wird mir leicht flau — die Luft im Zug ist stickig und es ist viel zu früh. Doch als ich in Velden vom Zug aussteige und zum Start spaziere, geht es mir sofort wieder besser.

Mehr See geht nicht

Im Startbereich die übliche Routine: Dixi-Stopp, Kleiderbeutel abgeben und in den Startblock einreihen. Ich wähle den Startblock zwischen dem gelben 1:45 und dem roten 1:50 Ballon. Lustige Anekdote am Rande: Der 1:50er Pacemaker sitzt lässig am Absperrgitter und plaudert mit den LäuferInnen. Plötzlich ein Aufschrei, der Akku seiner Laufuhr ist leer. Panik! Wie soll er ohne Uhr seinen Job als Pacemaker erledigen? Ein Bekannter, der in der Nähe ist, leiht ihm seine Uhr und alles ist gut. Im Startblock ist es sehr eng und heiß und ich bin froh, als um ca. 8:50 Uhr die Elite ins Rennen geschickt wird. Danach folgte der nächste Startblock und etwa 4 Minuten nach dem offiziellen Rennstart setzt sich auch mein Startblock in Bewegung.

Startbereich in Velden

Startbereich in Velden

Da ich mir vorgenommen habe, vom Start weg zügig zu laufen, komme ich auch erstaunlich gut weg. Die Beine fühlen sich gut an und auch die Temperatur ist jetzt angenehm. Vor dem Casino gleichsam wie in den letzten Jahren der Männergesangsverein. Links vor mir ein Läufer ohne Schuhe — Wahnsinn, einen Halbmarathon barfuss zu laufen, denke ich mir. Die ersten Kilometer sind recht kurzweilig und meine Pace pendelt sich um 5:00min/km ein. Schneller als erwartet erreiche ich die Fabrik bei Saag und somit die erste Labestation. Guter Laune nähere ich mich dem einzigen wirklich offensichlichten Anstieg der Strecke bei Töschling und bewältige diesen leicht und locker, denn das erste Drittel des Halbmarathons ist geschafft.

Als ich Pörtschach erreiche, freue ich mich schon auf den neuen Streckenabschnitt. Zuvor lief man ja einfach nur entlang der Bundesstraße durch den Ort durch, aber nun macht man einen Abstecher zur Halbinsel, um so noch mehr vom Wörthersee sehen zu können. Aus dem Streckenplan ist mir bekannt, dass sich beim Promenadenbad auch eine Labestation befindet und ich ziehe mir mein Gel rein, damit ich dort mit einem Schluck Wasser den klebrigen Geschmack im Mund loswerden kann. Dann biegen wir auch schon rechts von der Hauptstraße weg in Richtung Halbinsel. Auf einem engen Weg schlängelt sich die Läufermenge in Richtung Promenadenbad und just in diesem schmalen Bereich überholt mich ein Handbike-Fahrer mit Startnummer, der offenbar eine Sondergenehmigung für die Teilnahme hat. Die Kulisse mag zwar beeindruckend sein, aber davon bekomme ich sehr wenig mit, da die geringe Wegbreite und hohe Läuferdichte volle Konzentration erfordern. Auf der Strandpromenade, wo auch der Viertelmarathon gestartet wurde, wechselt der Untergrund von Asphalt auf feinen, sandigen Schotter, womit ich keine wirkliche Freude habe.

Strandpromenade in Pörtschach

Strandpromenade in Pörtschach

Die 10 Kilometer Markierung passiere ich bei knapp 51 Minuten und damit liege ich sehr gut in der Zeit, obwohl ich sowohl auf Kilometer 10 und 11 gezwungenermaßen langsamer (5:14 und 5:15min/km) gelaufen bin. Der neue Streckenabschnitt in Pörtschach mit seiner Enge und Kurven hat die Halbmarathonstrecke definitiv verlangsamt. Erst als ich zurück auf der Bundesstraße bin, kann ich das Tempo wieder anziehen und um 5:05min/km halten. Ich bin nach wie vor guter Dinge, obwohl mir mittlerweile die Fusssohlen etwas zu brennen anfangen. Kilometer 13 in Pritschitz war dann mit 5:16min/km der langsamste von allen aufgrund der “Schikane”, wo man zuerst durch die Unterführung und dann über eine steile Linkskurve auf die Bundestraße läuft.

Die nächsten Kilometer kann ich wieder mit der geplanten Pace laufen; der Abstand zum gelben 1:45er Ballon ist größer geworden, aber als ich einmal kurz zurückblicke, kann ich den roten 1:50er Ballon nirgends sehen. Ich erreiche Krumpendorf, wo die Stimmung an der Labestation wie jedes Jahr großartig ist. Die lange Schleife in den Ort bis zum Gemeindeamt gibt es nicht mehr, aber eine “Mini-Schleife” entlang der Labestation muss man allerdings noch laufen, ehe man Kilometermarke 16 erreicht. Nun geht es über den Koschatweg und der Pamperlallee zum kurzen neuen Streckenabschnitt beim Yachthafen, den ich bereits beim Streckentest besichtigt habe. Gefühlt zieht sich der Koschatweg und die Pamperlallee sowieso; im Koschatweg sitzt ein Läufer am Asphalt und reibt sich den Knöchel und ich habe den flüchtigen Gedanken, wie schön es wäre, sich jetzt an Ort und Stelle ebenfalls hinzusetzen. In der langen kerzengeraden Pamperlallee bemerke ich erstmals, dass mir warm ist und ich freue mich auf den neuen Abschnitt im Kurpark, der durchgehend schattig ist.

Als ich den Kurpark verlasse, passiere ich die 18. Kilometermarke und sehe, wie der rote 1:50 Ballon gerade von der Pamperlallee in den Kurpark einbiegt. Das gibt mir einen Ruck und ich entscheide, die letzten 3 Kilometer noch einen Zahn zuzulegen, um ja nicht vom roten Ballon eingeholt zu werden. Meine Erinnerungen an Kilometer 19 und 20 sind vage; dort irgendwo lag ein Läufer auf der Straße und der Rettungswagen fuhr gerade vor, um diesen einzusammeln. Ich habe sämtliche Rechenspiele im Kopf eingestellt, denn solange ich vorm roten Ballon ins Ziel komme, ist alles gut. Auf den letzten Kilometern muss ich kämpfen, denn mir ist nun heiß und durch die Anstrengung bekomme ich schlecht Luft. Wie sehr hab ich mir ein Runners High wie im letzten Jahr an dieser Stelle gewünscht!

Endlich der Wasserbogen, der kaum für Erfrischung sorgt. Nun ist es wirklich nicht mehr weit. Endlich die Villa Lido und ich biege auf die letzten 500m. So viele Menschen, eine Wahnsinnsstimmung! Noch schnell über den verbleibenden Rest der Wörthersee-Bühne und ich bin auf der Zielgerade. Ich hüpfe über die Ziellinie, reiße kurz die Arme hoch und drücke Stopp: 1:48:17 hangestoppt! Geschafft! Im Zielbereich warten überraschenderweise zwei KollegInnen vom Triathlon-Verein auf mich und gratulieren mir. Eine Dame hängt mir die Finisher-Medaille um. Ich bin außer Atem und mir ist etwas schwindlig. Ich unterhalte mich noch kurz mit meinen VereinskollegInnen und bahne mir durch die Läufermasse den Weg zum Ziellabebereich. Mir ist nicht so gut und ich will mich eigentlich so schnell wie möglich hinsetzen, doch dort ist kein Platz und da man nicht mehr den Ziellabebereich betreten darf, wenn man ihn einmal verlassen hat, nehme ich mir eine Banane und drei 0,5l Flaschen Wasser. Beim Ausgang aus dem Ziellabebereich schnauzt mich ein Ordner an, dass für die langsamere Läufer nichts mehr übrig bleibt, wenn sich alle drei Flaschen Wasser nehmen. Es war mir nicht bewusst, dass Wasser Mangelware ist und wenn das tatsächlich der Fall ist, kann man das auch anders kommunizieren. Dieser Vorfall hat mich im Nachhinein mehr geärgert als mir lieb war, zumal fast alle LäuferInnen sich ähnlich bzw. sogar umfangreicher verpflegt haben.

Im Ziel mit 1:48:10

Im Ziel mit 1:48:10

Da ich dieses Jahr die Anmeldefrist nicht übersehen habe, darf ich in die Relax-Zone des Raiffeisen-VIP-Bereichs, der sich praktischerweise gleich links vom Ausgang des Ziellabebereichs befindet. Dort erhalte außerdem drei Gutscheine (1x Massage, 1x Essen, 1x Getränk) und ich lasse mich sofort in einen Liegestuhl im Schatten fallen, wo ich gleich zwei der 0,5l Flaschen Wasser auf ex trinke. Nach wenigen Minuten geht es mir deutlich besser und ich setze mich ins Massage-Zelt, um mich für die Massage anzustellen. Ich plaudere etwas mit dem Herrn, der sich neben mich setzt und sehe im Internet nach dem offiziellen Ergebnis: 1:48:10 und somit eine neue persönliche Bestzeit. Die Wartezeit auf die Massage ist recht kurz und ich falle müde und zufrieden auf die Liege. Eine nette junge Dame bearbeitet meine Waden, was sehr wohltuend ist. Danach verlasse ich den Bereich und gehe zum Kleidertransport, wo bereits Kollege Wolfgang und meine Mutter auf mich warten.

Finisher Medaille

Finisher Medaille

Wie jedes Jahr ist der nächste Stopp das Strandbad mit dem obligatorischen Sprung in den See, wobei dieses Jahr die Wassertemperatur angenehm warm ist. Ich kraule ein paar Minuten herum und bin überrascht, wie klar der Wörthersee im Vergleich zum Gösselsdorfer See ist. Eigentlich wollte ich etwas länger schwimmen, aber die Müdigkeit ist doch bemerkbar. Nach dem Umziehen gehen wir ins Gastro-Zelt, wo die Gutscheine eingelöst werden können. Die Warteschlange bei der Essensausgabe ist sehr lang und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich endlich meine Nudeln mit Tomatensauce erhalte.

Der Fluch des 7. Halbmarathons?

Am Rückweg zum Auto am Park-and-Ride Parkplatz gegenüber von Minimundus setzen dann plötzlich heftige Darmkrämpfe und Durchfall ein. Die Heimfahrt ist abenteuerlich und von Krämpfen und Schweißausbrüchen geprägt. Zu Hause lege ich mich zwar hin, aber der Kreislauf bereitet mir zunehmend Probleme und als sich dann der Durchfall rötlich färbt (die Tomatensauce oder etwas ernsteres?), ist es Zeit, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Laut Ärztin hab ich wohl irgendwo am Morgen bzw. Vormittag einen Virus aufgeschnappt, der binnen weniger Stunden für explosiven Durchfall sorgt — sie hatte an diesem Tag bereits drei gleiche Fälle. Ich kann nur Vermutung anstellen, wo ich den Virus erwischt haben könnte: Im Zug nach Velden war mir flau und sonst habe ich außer dem Gel und einen Schluck Wasser in Pörtschach nichts konsumiert. Also entweder im Zug oder durch das Wasser? Ich werde es wohl nie herausfinden…

Eigentlich hätte ich glücklich und zufrieden sein sollen, neue PB auf der neuen, langsameren Strecke, vor allem wenn man bedenkt, dass im Vorfeld einiges nicht so ideal war. Aber die Virusgeschichte hat mir das Erfolgserlebnis gänzlich vermiest und so blieb das Strahlen durch die Endorphine und die große innerliche Zufriedenheit aus, die sich sonst nach einem Halbmarathon einstellt. Der Durchfall war dank ärztlicher Behandlung so schnell wieder weg wie er gekommen war, aber bis jetzt — eine Woche nach dem Halbmarathon — fühle ich mich noch immer nicht 100% fit. Eines steht aber schon fest: Bis zum 21. August 2016 bin ich sicher wieder fit!

Streckenverlauf und Höhenprofil Wörthersee Halbmarathon

Streckenverlauf und Höhenprofil Wörthersee Halbmarathon

 

Wettkampfplanung 2015

Grundgütiger, wo kommt nur die Zeit hin? Hatten wir nicht gerade erst Silvester und jetzt ist plötzlich der halbe Jänner schon vorbei und es ist höchste Zeit, sich mit der Wettkampfplannung für 2015 zu beschäftigen.

Dabei muss ich gestehen, dass ich mich bereits im Dezember “in the spur of the moment” (d.h. in überschwänglicher Euphorie, wieder schmerzfrei Laufen zu können) zu den voraussichtlichen Hauptevents bzw. Höhepunkten angemeldet habe: Wie auch im Vorjahr sind das der Ossiacher See Nachthalbmarathon im Juni und der Wörthersee Halbmarathon von Kärnten Läuft im August. Weiters möchte ich gleichsam wie 2014 bei maximal zwei Laufveranstaltungen pro Monat an den Start gehen, die in A (große Ziele), B (Vorbereitungswettkampf) und C (Spasswettkampf) eingeteilt werden — ein bewährtes System, das gut funktioniert.

Mein Ziel für 2015 ist, die persönliche Halbmarathonbestzeit von 1:50:47 zu verbessern, da ich das Gefühl habe, dass da noch etwas geht! Weiters liebäugle ich mit einem Schnupper- bzw. Volkstriathlon, der jedoch terminlich in den Gesamtplan passen muss und nicht knapp vor oder nach meinen A Wettkämpfen stattfindet. Und da hatte ich vergangenen Mittwoch um kurz nach 2 Uhr morgens diese wahnwitzige Idee, dass ich ja im Frühjahr bei einem Duathlon mitmachen könnte! Quasi als Einstieg(sdroge?) mit Laufen, Radfahren, Laufen. Wie es der Zufall so will, findet dieses Jahr nach langjähriger Pause wieder der Gösselsdorfer Duathlon statt, noch dazu Ende April, was zeitlich sehr gut passt.

März

B 21.03. Vulkanland Frühlingslauf Leitersdorf (Viertelmarathon)

April

B 11.04. ORF Radio Steiermark Lauf Bad Waltersdorf (12km)
C 25.04. Gösselsdorfer Duathlon (5/18/2,5)

Mai

C 02.05. Welschlauf (Viertelmarathon)
B 30.05. 14. Parkthermen-Wüstenlauf Bad Radkersburg (14km)

Juni

A 05.06. Ossiacher See Nachthalbmarathon
B 21.06. St. Pauler Mostlandlauf (10km)

Juli

B 18.07. Römerlauf Kaindorf (Viertelmarathon)

August

A 23.08. Wörthersee Halbmarathon  Kärnten Läuft

September

C 19.09. Genuss Apfel Lauf Stubenberg See (7km)

Oktober

B 11.10. Graz Marathon (Halbmarathon)

Mit Graz habe ich in der Tat noch eine Rechnung offen, obwohl ich mir kurzzeitig sagte, nie wieder! Vielleicht ist es ja ähnlich wie bei der kleinen Schleife des Horrors in Krumpendorf, die bei meiner zweiten Teilnahme gänzlich ihren Schrecken verlor und die große Schleife des Horrors nach Andritz wird im Oktober ebenfalls gezähmt? Wie immer ist das nur eine vorläufige Planung und Änderungen bzw. Ergänzungen sind durchaus möglich. Ich bin jedenfalls bereit…

Triathlon Laufschuhe sind bestellt...

Triathlon Laufschuhe sind bestellt…

Jahresrückblick 2014: Mein zweites Laufjahr

Leicht verspätet möchte ich kurz auf das vergangene Jahr zurückblicken. Es war im Grunde abermals ein fantastisches Jahr mit zahlreichen Highlights und wurde lediglich durch die Verletzungspause in der Off-Season etwas getrübt. (Dennoch hätte ich mir kein besseres Timing für diese Pause wünschen können!) Das Jahresziel 2014 “Halbmarathon Sub-2h” habe ich nicht nur einmal, sondern bei allen drei gelaufenen Halbmarathons erreicht. Ein paar Zahlen zu 2014:

Distanz

  • Laufen: 2273,7 km
  • Rennrad (Straße): 2575,5 km
  • Rennrad (Rolle): 504,7 km
  • Rennrad (Gesamt): 3080,2 km

Zeit

  • Laufen: 221:38:57
  • Rennrad (Straße): 96:47:15
  • Rennrad (Rolle): 23:12:43
  • Gesamt: 341:38:56

Trainingseinheiten

  • Laufen: 228
  • Rennrad (Straße): 68
  • Rennrad (Rolle): 22
  • Gesamt: 318

Durch den sehr verregneten Sommer knackte ich 2014 nicht die 3000 Kilometer am Rennrad auf der Straße, was aber zu einer deutlichen Steigerung der Laufdistanz gegenüber dem Vorjahr führte — gerade das Laufen im warmen Sommerregen hat Spaß gemacht und zwei Wettkämpfe bin ich sogar bei Gewitter mit Wolkenbruch bzw. in strömenden Regen gelaufen.

Die Highlights

Mein erstes Highlight war der Moment einige Kilometer vor dem Ziel beim Ossiacher See Nachthalbmarathon, als mir bewußt wurde, dass sich eine Sub-2h Zeit ausgehen wird. Das war von Anfang an nicht als selbstverständlich anzusehen, da die Halbmarathon-Strecke rund um den Ossiacher See keineswegs flach und somit “bestzeitentauglich” ist. Auf 21,1 Kilometer kann viel passieren — Krämpfe, Verdauungsbeschwerden, Atemprobleme… alles (leider) schon erlebt und daher ist es umso schöner, wenn alles gut geht und man das Ziel wohlauf und freudestrahlend erreicht!

Das zweite Highlight war natürlich der Wörthersee-Halbmarathon im Rahmen von Kärnten Läuft. Das war einfach der perfekte Lauf — vom Start bis ins Ziel. Da hat einfach alles gepasst und ich habe mein bisher intensivstes Runner’s High erlebt und gleichzeitig meine aktuelle PB im Halbmarathon erlaufen. Ich mag diese beiden Halbmarathons: Ossiach ist zwar nicht einfach zum Laufen, aber die hügelige Strecke macht Spaß und weil das ganze Abends stattfindet, ist es etwas besonderes. Kärnten Läuft hat sich mittlerweile zu einem Event etabliert und bietet neben dem umfangreichen Rahmenprogramm einen überschaubaren Halbmarathon mit ca. 2800 StarterInnen.

Der Nachthalbmarathon und Kärnten Läuft sind natürlich wieder zwei Fixpunkte in meiner Wettkampfplanung für 2015 und ich habe mich bereits dafür angemeldet. Ich werde mich in den nächsten Tagen mal genauer mit den Terminen für diverse Laufveranstaltungen in diesem Jahr befassen und dann eine entsprechende Übersicht veröffentlichen. Mit Graz habe ich beispielsweise auch noch eine Rechnung offen…

Aller guten Dinge sind drei...

Aller guten Dinge sind drei…

Rückblick: August 2014

Den August 2014 kann man wohl als Sommer, der keiner war, zusammenfassen. Aber so unrecht war mir das eher kühle und regnerische Wetter gar nicht: Beim Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon — meinen zweiten Höhepunkt in diesem Jahr neben dem Ossiacher See Nachthalbmarathon — herrschten idealste Laufbedingungen und ermöglichten mir den Lauf des Jahres samt neuer PB. Hier wie immer die Zahlen und Daten:

  • Trainingseinheiten: 28
  • Gesamtdistanz Laufen: 215,5 km
  • Gesamtdistanz Rennrad: 352,2 km
  • Trainingsdauer Laufen: 20:25:10
  • Trainingsdauer Rennrad: 13:03:39

Während der Laufumfang im Vergleich zum Vormonat in etwa gleich blieb, konnte ich meine Rennradkilometer etwas erhöhen — es gab doch einige trockene, sommerliche Tage, wo ich meist um die 2 Stunden mit dem Rennrad unterwegs war.

Ausblick

Alles, was jetzt im September und Oktober noch kommt, ist sozusagen ein Bonus. Ich hoffe, meine aktuelle Form wenigstens bis zum Graz Marathon Mitte Oktober einigermassen halten zu können, wo ich über die Halbmarathon-Distanz an den Start gehen werde, mit dem Ziel, einen größeren Stadtmarathon zu erleben und wenn möglich wieder Sub-2h zu laufen. Das wird quasi der Saisonabschluss für dieses Jahr.

Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon 2014

Was für ein grandioses “Kärnten Läuft” Wochenende (22. bis 24. August 2014), das neben idealen Laufbedingungen am Sonntag auch mit einem neuen Streckenrekord bzw. den schnellsten je in Österreich gelaufenen Halbmarathon aufwarten konnte! Für mich war es mein bis dato erfolgreichster und schönster Halbmarathon mit zahlreichen unvergesslichen Momenten und interessanten Begegnungen.

Los ging es wie immer Freitag am Abend mit der Abholung der Startunterlagen und einem besonderen Treffen. Da wir uns im letzten Jahr nach dem Night Run nur sehr kurz unterhalten konnten, planten wir diesmal genügend Zeit vor dem Lauf ein. Mit “wir” sind Markus, seine bessere Hälfte Ente Wurzel aus Kuh, und meine Wenigkeit gemeint. Ich finde es unglaublich spannend, Leute, die man nur aus dem Netz/social media kennt, persönlich zu treffen. Die Startunterlagen waren recht schnell abgeholt und direkt vor dem Zelt warteten wie vereinbart auch schon die beiden auf mich, bereits in voller Laufmontur mitsamt Startnummern. Bis zum Start des Night Runs war noch genügend Zeit, um zu plaudern und um der Ente noch etwas Motivation für den Viertelmarathon am Sonntag auf den Weg zu geben, da sie doch einige Zweifel hegte — die allerdings völlig unbegründet waren! Liebe Ente, ich bin stolz auf dich!

Mit @EnteWurzelausQ und @markusrennt in der Running City

Mit @EnteWurzelausQ und @markusrennt in der Running City

Ich wartete noch den Start des Night Runs ab, um Markus und die Ente anzufeuern und machte mich dann — genau rechtzeitig, bevor es anfing zu regnen — auf den Heimweg. Das Wetter war die ganze Woche über sowieso der große Unsicherheitsfaktor: Es würde am Sonntag zwar nicht so grauenhaft heiß wie im vergangenen Jahr werden, aber Regen konnte nicht ausgeschlossen werden. Leichter Regen ist kein Problem und sogar recht angenehm beim Laufen, aber Starkregen wie eine Woche zuvor beim Volkslauf um den Klopeiner See vergrault mir recht bald den Spaß. Ich hoffte jedenfalls auf günstige Laufbedingungen am Sonntag.

Der Samstag verlief verregnet und unspektakulär. Da ich im vergangenen Jahr in der Nacht vor dem Halbmarathon Schlafprobleme hatte und ab Kilometer 10 wegen der Hitze und dem Schlafdefizit einen Leistungseinbruch verzeichnete, passte ich dieses Jahr über eine Woche hinweg meinen Schlafrhythmus etwas an. Konkret ging ich sukzessive früher Schlafen und stand auch früher auf, um idealerweise in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf ca. 4 Stunden Schlaf zu kommen. Das funktionierte erstaunlich gut und Sonntag um 5 Uhr holte mich der Wecker gnadenlos aus meinen Träumen. Erst ein Blick aus dem Fenster (kein Regen!), danach Thyrex einwerfen, in aller Ruhe Laufklamotten anziehen, dann Frühstück wie immer und ab nach Klagenfurt. Praktischerweise waren die Abfahrtszeiten der Transfers zu den Starts dieses Jahr auf den Kleiderbeuteln abgedruckt — ein durchaus sinnvolles Novum!

Kurz nach 7 Uhr kam ich in Klagenfurt an und erwischte auch gleich ein Busshuttle zum Bahnhof in Krumpendorf, wo ich wie geplant den Zugtransfer um 7:27 Uhr nach Velden nahm. Die ganze Zeit über fühlte ich mich seltsam entspannt und dachte gar nicht daran, was mir bevorsteht. Ich unterhielt mich im Zug und auf dem Weg vom Bahnhof zum Startbereich mit einem älteren Herrn über das Wetter, das zunehmend freundlicher wurde, und über andere Lauferlebnisse bzw. -erfahrungen. Kurz nach 8 Uhr und im Startbereich angekommen hatte ich dann endlich das Gefühl, dass heute ein schöner Tag werden würde: Blauer Himmel, leichte Restbewölkung, angenehme Temperaturen. Während ich in der Schlange bei den Dixi-Klos vor dem Schloßhotel in Velden stand, blickte ich über den Wörthersee in Richtung Klagenfurt und dachte mir, “boah, ist aber schon irgendwie weit”.

Gute Laune, gutes Wetter, bunte Ballons

Gute Laune, gutes Wetter, bunte Ballons

Tweet Up!

Über Twitter wurde ausgemacht, dass sich die zwitschernden LäuferInnen, die beim Wörthersee Halbmarathon starten, sich zu einem “Tweet Up” um 8:15 Uhr direkt vor dem Schlosshotel treffen. Florian kannte ich schon, da wir uns bereits beim Römerlauf getroffen hatten, was das Auffinden der anderen Twitterer unglaublich erleichterte. So fanden sich Christian (@alpinextreme) mit Frau Babsi (@running_kitty), Sascha (@saschareetz) mit Freundin (#isaohnetwitter), Florian (@rehspeck) und ich (@sark47) für einen Selfie im Startbereich ein, der natürlich prompt getweeted wurde. Eine wundervolle Aktion und äußerst interessant, diese Leute mal in Natura zu treffen. Es war mir jedenfalls ein Volksfest!

Tweet Up mit @rehspeck, @saschareetz, @alpinextreme, @sark47 und @running_kitty

Tweet Up mit @rehspeck, @saschareetz, @alpinextreme, @sark47 und @running_kitty

Nach dem Tweet Up war es auch schon Zeit, den Kleidersack abzugeben und Kollegen Wolfgang noch schnell für ein paar Fotos einzuspannen, bevor wir uns in die entsprechenden Startblöcke begaben. Ich reihte mich im hinteren Feld des 1:50er Startblocks ein, wenige Meter vor dem Ballon des 2:00 Pacemakers. Wenn es mir gelingt, vor diesem Ballon ins Ziel zu kommen, dann schaffe ich locker eine Sub 2h Zeit — das war mein Plan. Das Wetter war idealst und wenn die Beine mitspielen, dann ist es durchaus realistisch, meine Zeit von Ossiacher See Nachthalbmarathon zu wiederholen — kurzum irgendwas zwischen 1:50 und 1:59 war das Ziel.

Vor dem Start in Velden

Vor dem Start in Velden

Ein weiteres Novum dieses Jahr war der Start in Wellen, denn aufgrund einer Baustelle bei Saag gab es einen Engpass auf der Strecke und dieses Problem wollte man mit Wellenstarts umgehen. Ich muss gestehen, funktionierte nicht nur bei der Engstelle in Saag wunderbar, sondern generell war die Läuferdichte deutlich geringer als im letzten Jahr, sodass ich viel entspannter laufen konnte. Weiters bekam ich ungleich mehr von der herrlichen Strecke entlang des Wörthersees mit, weil man eben nicht dauernd auf den Vordermann achten musste. Jede Startwelle wurde mit einem Countdown eingezählt und hatte ihren eigenen Startschuss. Langsam setzte sich der 1:50er Block in Bewegung und ca. 9 Minuten nach dem offiziellen Start der Eliteläufer passierte ich die Startlinie.

Ich lief mit der Masse los, drosselte aber bereits nach wenigen hundert Metern mein Tempo und lies mich von LäuferInnen überholen, die meinten, es zügiger angehen zu müssen. Beim Casino vorbei, wo wieder der Gesangsverein ein Kärntner Lied zum Besten gab und dann warf ich — was ich sonst nie mache — erstmals einen Blick zurück, um zu sehen, ob mir der 2:00 Ballon dicht an den Fersen war. Aber der Ballon war außer Sichtweite und das fand ich irgendwie beruhigend. Kilometer 1 geschafft, 5:26 Pace — ja, das passt schon so! (Wie es sich im Nachhinein herausstelle, war der erste Kilometer mit Abstand mein langsamster.) Am Beginn eines Halbmarathons versuche ich, mir möglichst keine Gedanken wie “noch 20 Kilometer” zu machen, weil ich das demotivierend finde. Ich versuchte deshalb bewußt, jeden Meter der Strecke zu geniessen und mein Umfeld (andere Läufer und die Landschaft) zu beobachten.

Ist irgendwo Schlussverkauf?

Die ersten paar Kilometer waren eigentlich schnell gelaufen und dann näherte sich die Engstelle bei Saag, die erste Labestation und Kilometermarke 4. Ein Blick auf die Uhr: 22 Minuten nochwas. Wunderbar. Nur so weiter und du bringst das Ding gut ins Ziel. Meine Stimmung war gut und die Beine locker. Als ich nach ca. 31 Minuten bereits 6 Kilometer zurückgelegt hatte, war gewiss, dass es heute super läuft! Dann näherte ich mich Pörtschach, wo ich letztes Jahr einen Leistungseinbruch hatte. Ich überlegte mir, ob ich bereits jetzt mein Gel zu mir nehmen sollte oder erst irgendwann zwischen Kilometer 10 und 12? Aber ehe ich eine bewusste Entscheidung treffen konnte, war die Labestation in Pörtschach in Lautsprecher-Reichweite und ich vernahm, wie der Moderator verkündete, dass Mike Diwald von der Radio Kärnten Morgenshow gerade vorbeigelaufen ist. Dann machte er die humorvolle Bemerkung: “Wo laufts denn alle hin? Ist irgendwo Schlussverkauf?” Das fand ich dort an Ort und Stelle witzig und schmunzelte vor mich hin.

OK, also dann kurz vor der nächsten Labestation das Gel “auszuzeln”. Im Grunde brauche ich kein Gel, denn im Training bin ich auch immer ohne Gels unterwegs, aber ich wollte auf der sicheren Seite sein und nicht auf den letzten 5 bis 6 Kilometern einbrechen, wo das Rennen erst richtig anfängt. Genau bei der Kilometer 11 Marke überholte ich Mike Diwald, der ja eine Wette laufen hatte, dass er die Strecke schneller als eine vierköpfige Nordic Walking Staffel bewältigen würde. Am Vortag sagte ich scherzhaft zu meiner Mutter, dass ich den Herrn Diwald “verputzen” werde und jetzt passierte das wirklich. Oh my! Sah jedenfalls nicht gut aus für Mike Diwald und wie es sich später herausstellte, musste er den Halbmarathon vorzeitig abbrechen.

Nach dem Überholmanöver ging es dem Gel aber wirklich an den Kragen und bei der Labestation der Feuerwehr Pritschitz griff ich beherzt zu einem Becher Wasser, um den klebrigen Geschmack etwas loszuwerden. Damit kam ich Krumpendorf und der berühmt-berüchtigten Schleife immer näher. Ich erinnerte mich an die etwas trostlose Gegend vor Krumpendorf: Links Wald, in der Mitte die Straße, rechts die Bahntrasse. Kein See, kaum Zuseher. Oh wie habe ich dort im letzten Jahr in der Hitze gelitten! Aber dieses Jahr? Nope, kein Leiden, nur Endorphine! In Krumpendorf dann Gänsehautfeeling: Super Moderator, unglaublich gute Stimmung, so viele Zuseher, eine Trommelkombo liefert einen tollen Rhythmus und ich schwebe quasi zum Wendepunkt der Schleife am Gemeindeamt. Nach dem Wendepunkt hielt ich bewußt nach Mike Diwald und Wolfgang Ausschau, denen ich jetzt ja entgegenlief, aber ich konnte keinen der beiden entdecken.

Dann war die Schleife auch schon gelaufen und die Kilometer 16 Marke erreicht. Ein Blick auf die Uhr: 1:26:nochwas. Hoppala! Das war schneller als erwartet und ich fühlte mich absolut beflügelt im Runner’s High. Fünf Kilometer noch! Da geht noch was! Ich forcierte mein Tempo, das Rennen beginnt jetzt. Die Erinnerung ab Kilometer 16 bis 20 ist etwas unscharf. Ich lief, wie von selbst, wie in Trance. Es war ein tolles Gefühl. Jeder Mensch sollte dieses Gefühl erleben können! Als ich mich der Villa Lido näherte, erinnerte ich mich plötzlich, dass dort Reinhards “Stammplatz” als Zuseher ist und folglich hielt ich nach ihm Ausschau. Ich entdeckte ihn prompt und mehr als ein gerufenes “Reinhard” und ein Winken war leider nicht möglich, aber es freute mich unglaublich, ein bekanntes Gesicht zu sehen.

Die letzten paar hundert Meter: Trommelrhythmen, links und rechts anfeuernde Zuschauermassen und ich mittendrin, beim bisher besten Halbmarathon meines Lebens. Noch ein Blick auf die Uhr: 1:49:nochwas. Ui, eine 1:50er Zeit könnte sich ausgehen. Schnell über die Seebühne! Auf dem Zielbogen erblicke ich die Zeit: 1:59:nochwas. OK, ich bin aber wesentlich später gestartet. Egal! Sub 2h ist es allemal. 1:50:55 handgestoppt! Kaum über der Ziellinie und die Finisher Medaille erhalten, begrüßt mich Florian, der ebenfalls ein tolles Rennen gelaufen ist und mir Verpflegung in der Form von Banane und Getränken reicht. So einen Service hatte ich auch noch nie! Ich kippe ohne Rücksicht auf Verluste Unverträglichkeiten zwei Flaschen “Arriba!” rein und kann es noch immer nicht so recht glauben, welche Zeit ich da gelaufen bin. Nachdem wir unsere Kleidersäcke abgeholt hatten, sehe ich im Internet auf der offiziellen Ergebnisliste nach: 1:50:47! Durchschnittspace 5:15! Platz 23 (von 96) in W-35! Wahnsinn!

Selfie im Ziel

Selfie im Ziel

Danach gehen wir ins Strandbad, wo wir dieses Jahr (wohl aufgrund des badeunfreundlichen Wetters) einfach durchgewunken werden. Ich setze mich auf den Steg, um mich etwas zu sammeln. Was für ein Rennen! Was für ein Halbmarathon! So viel Glücksgefühl! Ja, das sind die Momente, für die es sich absolut lohnt, zu laufen. Meine Gedanken schweifen umher. Eine Entenfamilie schwimmt dicht am Steg vorbei. Das Strandbad ist fast leer, nur ein paar Läufer wagten den Sprung in den zugegebenermaßen recht kühlen Wörthersee. Soll ich auch? Natürlich, das ist ja fast schon Tradition. Aber mehr als gefühlte 2 Minuten halte ich es im kalten Wasser nicht aus und ich bahne mir meinen Weg zur Umkleide. Endlich trockene Kleidung! Mit einem breiten Grinser spaziere ich dann gemütlich durch den Europapark zum Auto. Diesmal hat wirklich alles gepasst: Das Wetter, meine Form, das ganze Drumherum. Halbmarathon ist und bleibt leider geil!

Rückblick: Juli 2014

Im Juli lief das Training sehr gut, aber leider war das Wetter sehr durchwachsen und etliche Laufeinheiten fanden mehr oder weniger im Regen statt. Von Sommer und Hitze kaum eine Spur, aber das störte mich eigentlich kaum, da das Laufen bei Regen wesentlich angenehmer ist als in der Sommerhitze. Das Highlight in diesem Monat war die Teilnahme am Römerlauf, wo auch das Wetter sich ausnahmsweise in Sommerlaune zeigte und abends noch Temperaturen um die 26 Grad bescherte. Im Folgenden nun die Zahlen und Daten:

  • Trainingseinheiten: 27
  • Gesamtdistanz Laufen: 218,4 km
  • Gesamtdistanz Rennrad: 269 km
  • Trainingsdauer Laufen: 21:00:41
  • Trainingsdauer Rennrad: 09:48:04

Grob gesehen hat sich hier im Vergleich zum Juni nicht viel geändert, außer dass ich etwas mehr gelaufen und auch etwas mehr Rennrad gefahren bin. Von den monatlichen Rennrad-Kilometern anderer Jahre bin ich nach wie vor weit entfernt, aber wenigstens kann ich nun wieder schmerz- und verspannungsfrei stundenlang Rad fahren.

Ausblick

Im August ist der Höhepunkt der Wörthersee Halbmarathon im Rahmen von Kärnten Läuft, der am 24. des Monats stattfindet. Vom Training und vom Gefühl her stimmt meine Form und ich fühle mich gut vorbereitet, aber ich bin vorsichtig mit meinen Erwartungen, da mir die Hitze im letzten Jahr doch etwas zu schaffen machte und sich dieses Szenario wiederholen könnte. Zugegebenermaßen ist die Chance bei diesem verregneten Sommer eher gering, aber ausschließen kann man es nicht, dass eine Stunde nach dem Start die Sonne gnadenlos vom Himmel brennt. Deshalb möchte ich mich nicht unter Druck setzen, denn ich weiß nun, dass ich einen Halbmarathon locker unter 2 Stunden laufen kann und es wichtiger ist, gesund ins Ziel zu kommen.

Achtung, bissiger Hund

“Hau ab” schreie ich und mache eine dazugehörige Bewegung mit meiner rechten Hand, doch die schwarze Bestie weicht nicht von meiner Seite. “Verschwinde” rufe ich weiters, aber das Tier ist nach wie vor unbeeindruckt. Plötzlich spüre ich die kalte Schnauze an meiner linken Wade. Adrenalin schießt durch meine Adern, gleichzeitig bekomme ich Gänsehaut und Panik macht sich breit. “Scheiße” fluche ich laut, und dabei hätte das ein gemütlicher langer Lauf werden sollen…

Drei Wochen sind mittlerweile seit dem Ossiacher See Nachthalbmarathon vergangen und nun ist es an der Zeit, wieder etwas intensiver zu trainieren, denn der August und somit der Wörthersee Halbmarathon im Rahmen von Kärnten Läuft rückt unausweichlich näher. Also stand diese Woche neben einem Tempodauerlauf auch ein wieder langer Lauf auf dem Trainingsplan. Den langen Lauf wollte ich unter “Kärnten Läuft” Wetterbedingungen laufen, um mich besser an die Hitze zu gewöhnen und dafür schien heute der ideale Tag zu sein: Warm bei ca. 29°C mit leichtem bis mäßigen Südwind.

Da diese Woche endlich auch mein Trinkrucksack gekommen ist, kam dieser natürlich gleich heute beim langen Lauf zum Einsatz. Beim letzten langen Lauf vor dem Ossiacher See HM benutze ich noch den Trinkgürtel (Fuel Belt), aber das funktioniert eher mittelprächtig, daher musste eine bessere Lösung her. (Ich werde demnächst über den Trinkrucksack ausführlich berichten.)

Trinkblase befüllt, Handy verstaut und kurz vor halb 4 Uhr nachmittags lief ich los. Das Plätschern im Trinkrucksack war auf den ersten hundert Metern etwas seltsam, aber da es bei einem Trinkgürtel auch plätschert, gewöhnte ich mich rasch daran. Die ersten 11 Kilometer waren relativ unspektakulär: Ich lief zum Radweg und dann diesen entlang in nördliche Richtung vorbei an der Zentralkläranlage “Mittleres Lavanttal”, ehe ich bei der Freizeitanlage St. Andräer See wendete und nun in Richtung Süden bis St. Paul lief, wo ich dann den Radweg verlassen und nach Hause laufen würde.

Bis Kilometer 11 lief es sehr gut; ja, es war zwar warm, aber dennoch luftig und meine Pace war schneller als angedacht. Locker. Leicht. Schwitzend. Alles kein Problem, diesmal bin ich mit genug Flüssigkeit unterwegs, die ich fast unbemerkt am Rücken transportierte. Kurz nach Kilometer 11 hörte ich ein Rascheln im Feld rechts neben mir, auf dem Stroh noch auf seinen Abtransport wartete. Ein schwarzer, mittelgroßer Hund mit kurzem Fell lief pfeilschnell, hechelnd und zähnefletschend auf mich zu. Ich sah um mich und hielt Ausschau nach dem Besitzer des Hundes, aber es war weit und breit kein Mensch zu sehen — weder am Radweg noch am abgeernteten Kornfeld. Verdammt! Es dauert nur wenige Sekunden und der Hund — aller Wahrscheinlichkeit nach ein Rottweiler (so genau hab ich ihn nicht angesehen, da direkter Augenkontakt bei fremden Hunden vermieden werden soll) — bis zu mir aufgeschlossen hat und nach meiner Wade schnappt. Ich wehre mich, indem ich wie ein Pferd “ausschlage” und das hält mir den Köter für einige Sekunden vom Hals bzw. von den Waden.

Aus Richtung St. Paul nähern sich zwei Radfahrer und ich erhöhe mein Tempo, um sie schneller zu erreichen. Meine Hoffnung ist, dass der Hund zu ihnen gehört und sie ihn bändigen bzw. in seine Schranken weisen. Nach wie vor stoße ich verzweifelt Rufe aus, dass das Vieh mich in Ruhe lassen soll — erfolglos. Endlich sind die Radfahrer in meiner Nähe und ich frage sie, ob ihnen der Hund gehört, doch ich erhalte weder eine Reaktion noch eine Hilfe von ihnen. Sind sie denn taub und blind und sehen nicht, wie ich alles daran setzte, mir das Tier vom Leib zu halten? Oder sie denken einfach, der Hund gehört zu mir und ich “laufe Gassi”? Das Verhalten dieser zwei Radfahrer ärgert mich maßlos. Kurz hoffte ich, dass der Hund die Radfahrer interessanter finden und ihnen folgen würde — vergebens. Nach wie vor höre ich das Hecheln und das Zähnefletschen hinter bzw. neben mir. Ich weiß nicht, wie lange ich das hohe Tempo halten kann und merke, dass ich am absoluten Limit laufe mit Puls 185! (Das schaffe ich nicht einmal bei Leistungstests!)

Versteht mich nicht falsch, ich bin sehr tierliebend und habe auch keine ausgesprochene Angst vor Hunden. Als Läufer begegnet man ja öfters diesen Vierbeinern und die meisten sind absolut harmlos (“Der will ja nur spielen”). Meine 10 Kilometer Hausrunde ist sogar nach einem Hund benannt: “Die Sultan-Runde”. Sultan ist ein Golden Retriever, bei dem ich auf dieser Runde immer wende und jedes mal wenn ich vorbeilaufe, läuft er auf mich zu und begrüßt mich. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass ein bissiger Hund mich verfolgt, nach mir schnappt und mir die Zeit knapp wird, ging ich zur Notwehr über und versuchte durch Fußtritte ihn von der Verfolgung abzubringen, während ich im wahrsten Sinne des Wortes um mein Leben rannte.

Ich merkte, wie für wenige Sekunden das Hecheln leiser wurde und der Hund kurz anhielt. Lag es am Tritt, der ihn am Kopf traf oder ging ihm schön langsam die Puste aus? Die Situation entwickelte sich offenbar in eine Ausdauer-Schlacht: Wer hält länger durch? Der Hund oder ich? Über einen Kilometer dauerte die wilde Verfolgungsjagd, bei der ich nicht der Jäger, sondern die Beute war. Dann verstummte das Hecheln und ich konnte mein Tempo reduzieren, was auch auch dringend notwendig war — ich erreichte völlig ausgepumpt St. Paul und spielte mich schon mit dem Gedanken, meine Mutter anzurufen und mich abholen zu lassen. Von da waren es immerhin noch 5 Kilometer mit über 85 Höhenmeter nach Hause. Ich versuchte, mich so gut wie es nur ging zu sammeln und einfach weiterzulaufen — ein Schritt nach dem anderen. Abholen lassen? Nein, das geht wirklich nicht und nach Hause gehen war keine Option. Weiterlaufen! Durchbeißen! Schließlich kam ich erschöpft nach 1:45:30 und insgesamt 18 Kilometern zu Hause an.

Jetzt habe ich selbstverständlich Angst, wieder in eine solche Situation mit einem Hund zu kommen. Wie soll man da vorgehen? Wie kann man sich wehren? Bringt es etwas, Pfefferspray für solche Fälle mitzuführen? Wie sind Eure Erfahrungen mit freilaufenden Hunden? Für Berichte und Hinweise/Tipps wäre ich sehr dankbar.

Wettkampfplanung 2014

Gut im neuen Jahr angekommen wird es schön langsam Zeit, einen groben Plan zu erstellen, bei welchen Laufveranstaltungen ich 2014 mitmachen möchte. Mein Fokus liegt nach wie vor im Halbmarathon und da gibt es zwei Events, die die Höhepunkte in diesem Jahr darstellen sollen: Der Ossiacher See Nachthalbmarathon und der Wörthersee Halbmarathon im Rahmen von Kärnten Läuft. Als Wettkampfsaisonsauftakt hatte ich eigentlich wieder den St. Pauler Mostlandlauf im Sinn, doch dieser findet 2014 nicht im April, sondern erst Ende Oktober statt. Sehr schade! Aber es sollte nicht schwer sein, eine passende Alternativveranstaltung zu finden. Generell sind maximal zwei Wettbewerbe pro Monat vorgesehen, die in A (große Ziele), B (Vorbereitungswettkampf) und C (Spasswettkampf) eingeteilt werden.

Ende März / Anfang April

B 10km bzw. Viertelmarathon zum Saisonsauftakt. Zur Auswahl stehen:
22.03. Vulkanland Frühlingslauf
29.03. Gigasport Halbmarathon Wolfsberg
05.04. Radio Steiermark Lauf Bad Waltersdorf

April

C 26.04. St. Gertrauder Frühlingslauf

Mai

B 10km bzw. Viertelmarathon. Zur Auswahl stehen:
03.05. Welschlauf
10.05. Angerer Volkslauf
24.05. Parktherme Wüstenlauf Bad Radkersburg
24.05. Pörtschacher Promenadenlauf
28.05. Altstadtlauf Klagenfurt

Juni

A 13.06. Ossiacher See Nachthalbmarathon
C 21.06. IKEA Sie und Er Lauf Klagenfurt (vorausgesetzt, ich kann einen ER dazu überreden)

Juli

C 12.07. JUFA Lauf und Walk Bleiburg
B 19.07. Römerlauf Kaindorf

August

A 24.08. Wörthersee Halbmarathon Kärnten Läuft

September

C 20.09. Genuss Apfel Lauf Stubenbergsee

Soweit die vorläufige Planung. Auf welche Läufe meine Wahl dann schlußendlich fallen wird, werde ich wohl kurzfristig entscheiden. Weiters ist nicht ausgeschlossen, dass ich mich zu Laufveranstaltungen überreden lasse, die nicht in diesem Plan aufscheinen. Ich würde auch gerne einmal bei einer Staffel bzw. in einem Team mitlaufen, also wenn jemand eine Läuferin für so etwas sucht, bitte mich fragen!  Apropos Team, bevor ich mich selbst an einen Triathlon ranwage, wäre es vielleicht eine gute Idee, das ganze zuerst im Team auszuprobieren, d.h. eine Person schwimmt, eine fährt Rad, eine läuft. Auch für ein solches Vorhaben könnte man mich gewinnen; vorausgesetzt, ich darf Radfahren oder Laufen! 🙂

Weiter gehts!

Nach dem Wörthersee Halbmarathon habe ich mich recht schnell erholt; Muskelkater hatte ich keinen nennenswerten, nur die Müdigkeit machte sich etwas bemerkbar. Zwei Tage nach dem HM, also Dienstag vergangener Woche, absolvierte ich bereits wieder einen kürzeren lockeren Lauf auf dem Laufband. Ich wäre lieber Rennrad gefahren, aber an dem Tag machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Dafür war dann aber Mittwoch bis Freitag letzte Woche herrliches Rennradwetter und die Ausfahrten waren ein Genuss! Mein Training geht nun wie gewohnt weiter, wobei ich aktuell aber auf keinen bestimmten Wettbewerb hintrainiere.

Es ist schon ein etwas seltsames Gefühl, wenn das Ereignis, worauf man monatelang hinarbeitet und hinfiebert, plötzlich in der Vergangenheit liegt und sich die Frage aufdrängt, was nun? Ich hatte mir im Vorfeld schon ein wenig überlegt, wie die Zeit nach Kärnten Läuft bzw. der Herbst läuferisch ausehen könnte. Fix geplant ist die Teilnahme am 1. Steiermark Genuss Apfel Lauf am Stubenbergsee am 21. September 2013. Auf diesen Lauf wurde ich durch Flyer aufmerksam, die im Rahmen vom St. Pauler Mostlandlauf im April verteilt wurden. Ursprünglich wollte ich dort beim Halbmarathon starten, aber 6 Runden um den See stelle ich mir als nicht sonderlich reizvoll oder motivierend vor und deshalb wird es “nur” der Volkslauf über 7km bzw. zwei Runden. Ich war noch nie am Stubenbergsee, aber es soll dort sehr schön sein und die Strecke ist schnell und flach.

Apropos schön, durch das Gutscheinheft im Startsackerl von Kärnten Läuft bin ich auf den Wachau-HM aufmerksam geworden; da gibt es eine Sonderwertung für LäuferInnen, die sowohl am Wörthersee-HM als auch am Wachau-HM teilnehmen. Nun reizt mich der Wachau-HM natürlich sehr, zumal ich auch noch nicht in der Wachau war und die Streckenführung entlang der Donau von Spitz bis Krems durchaus interessant und landschaftlich schön sein soll. Leider ist der Wachau-HM dieses Jahr bereits ausgebucht, aber für 2014 werde ich diesen HM definitiv im Auge behalten!

Weitere Läufe, die ich für den Herbst in Betracht ziehe sind der 29. Feldbacher Steirer Kren Stadtlauf am 15. September 2013 und der 12. Moosburger Halbmarathon am 28. September 2013. Über meine Teilnahme an diesen Läufen werde ich wohl kurzfristig entscheiden.

Ich stelle nun schön langsam fest, dass ich durch die Teilnahme an Laufveranstaltungen Orte in Österreich besuche, die ich sonst wohl nicht besuchen würde und so unser Land besser kennenlerne. Ich bin kein Mensch, der Urlaub macht und “einfach so” irgendwo hinfährt; in dieser Hinsicht sind Ausflüge zu Laufveranstaltungen für mich ideal. Man hat einen handfesten Grund, warum man gerade zu diesem Ort fährt und obendrein sieht man oft eine neue Ecke von Österreich, die man zuvor noch nicht kannte. Der besondere Bonus ist hierbei, dass man auch durch die oft sehr ansprechend ausgewählten Laufstrecken noch mehr von der Gegend sieht, als es beim Autofahren der Fall ist. Neue Orte und Landschaften laufend erkunden — what is not to love?