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Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon 2016

Sonntag, 21. August 2016, morgens kurz vor 9 Uhr in Velden und ich stehe abermals im Startblock für den Wörthersee Halbmarathon im Rahmen von Kärnten Läuft. Bereits zum vierten Mal in Folge — ja diese Veranstaltung hat Tradition. Zehn Monate nach meinem letzten Halbmarathon in Graz, acht Monate nach meinem Sturz. Lange habe ich daran gezweifelt, überhaupt wieder schmerzfrei laufen zu können, von einem Halbmarathon ganz zu schweigen. Aber da stehe ich nun im 1:50er Startblock und so findet die Verletzungsgeschichte nun hoffentlich endlich ihren Abschluß, indem ich in weniger als zwei Stunden über die Ziellinie in Klagenfurt laufe.

“Richtig” trainiert habe ich für den Halbmarathon nicht, denn dieses Jahr lag der Fokus eben verletzungsbedingt auf Triathlon, denn Schwimmen und Radfahren war viel früher wieder möglich als Laufen. Konkret bestand das Training aus ein paar längeren (ca. 16km) Läufen in den Wochen nach dem Gösselsdorfer Triathlon im Juli. Gerade bei den längeren Läufen merkte ich meine linke Hüfte/Oberschenkel doch noch deutlich und daher wollte ich es gemütlich angehen und einfach gesund und wenn möglich ohne Schmerzen ins Ziel kommen.

Wettertechnisch hatte ich mich auf ein Regenrennen a la Graz Marathon 2015 eingestellt, prognostizierten die Wetterfrösche doch gedämpfte Temperaturen um 16 Grad und teilweise Starkregen für Sonntag Vormittag — also bis auf den Starkregen genau mein Lieblingslaufwetter! Während es in der Nacht und auch noch morgens leicht bis mäßig regnete, wurde es bereits auf dem Weg nach Klagenfurt immer trockener und freundlicher und als ich schließlich in Velden zur Kleiderbeutel-Abgabe spazierte, lachte die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Also doch noch Sonnenschutz auftragen, bevor es zum Start geht.

Ich stelle mich in den 1:50er Startblock, um es wie geplant gemütlich anzugehen. (Leider gab es dieses Jahr keinen 1:45er Pacemaker, sondern nur 1:40 und eben 1:50.) Es hat gefühlt 30 Grad, die Sonne brennt vom Himmel und außerdem ist es viel zu früh. Während ich warte, dass sich die Menschenmenge um mich in Bewegung setzt, muss ich ein paar Mal gähnen und mit einem Anflug von Müdigkeit kämpfen. Mit 3 Stunden Schlaf bin ich halt nicht ausgeschlafen. Der erste Startschuss fällt um 9 Uhr, doch dauert es ganze 12 Minuten, bis ich endlich die Startlinie überquere.

Start Wörthersee Halbmarathon 2016

Start Wörthersee Halbmarathon 2016

Die Strecke ist mir ja aus den Vorjahren hinreichend bekannt; durch Velden vorbei am Casino, wo wieder der Männergesangsverein Kärntner Lieder zum Besten gibt. Die regennasse Straße wird nun von der Sonne aufgetrocknet und es dampft wunderbar herrlich vom Asphalt. Innerlich verfluche ich den Wetterbericht — von wegen Starkregen!? Oh das könnte eine zache Partie werden, aber nach dem ersten Kilometer habe ich meinen Rhythmus gefunden und es geht überraschend locker dahin, obwohl es feucht-schwül ist. Bis Kilometer 5 etwa begleitet mich die Sonne, doch dann versteckt sie sich hinter den aufziehenden Wolken, was sich aber kaum auf die gefühlte Temperatur auswirkt.

Beim kleinen Anstieg bei Techelsberg stelle ich fest, dass ich ca. 200m hinter dem 1:50er Pacemaker bin, obwohl im hinteren Drittel des Startblocks losgelaufen bin. Auch ein Blick auf meine Uhr bestätigt, dass ich schneller als der Pacemaker unterwegs bin. Ich habe mir vorgenommen, mein “Ding” zu laufen und beispielsweise nicht zwanghaft zu versuchen, mich bei einem Pacemaker anzuhängen. Doch es läuft gut, ich überhole permanent LäuferInnen und mein Abstand zum Herrn mit der blauen Fahne wird langsam, aber ständig kleiner. Wir erreichen Pörtschach und somit den engsten Abschnitt der Strecke. Die Stimmung beim Promenadenbad ist gut, ein DJ legt auf und der Moderator sorgt für unterhaltsame Kommentar. Den nun mehr wenige Meter vor mir laufenden Pacemaker kommentiert er mit, “1:50? Was tuts ihr denn schon da?”

Irgendwie war die Kamera dann doch nicht links...

Irgendwie war die Kamera dann doch nicht links…

Kurz nach der 10,5km Marke laufe ich dem Pacemaker und der Traube, die sich um ihn gebildet hat, auf. Es ist sehr eng und ich kann die Gruppe erst überholen, als es zurück auf die Hauptstraße geht. Dadurch lasse ich wohl einige Sekunden liegen und wie es sich im nachhinein herausstellte, war Kilometer 11 auch der langsamste. Ich bin doch ein gutes Stück hinter dem Pacemaker gestartet und nun hab ich ihn überholt. Wenn ich diesen Vorsprung ins Ziel halten kann, dann wird es eine Sub-1:50er Zeit. Der Streckenabschnitt von Pörtschach nach Krumpendorf ist wie jedes Jahr recht trostlos, daher konzentriere ich mich voll und ganz aufs Laufen. Ja, man könnte meinen, es hat sich nun ein “Flow” eingestellt.

Es ist zwar bewölkt, aber dennoch recht schwül. Vor Krumpendorf bemerke ich, dass mir die Fusssohlen brennen. Weiters ist die Bundesstraße in der langgezogenen Linkskurve beim Biomasseheizwerk stark geneigt, was sich negativ in meiner linken Hüfte bemerkbar macht. Das ist mir in den Vorjahren nie so aufgefallen, aber diesmal spüre ich, dass ich mit dem linken Bein deutlich “tiefer” auftrete als mit dem rechten. Ich bin erleichert, als ich Krumpendorf erreiche und somit wieder “eben” laufen kann. Nun sind 16 Kilometer gelaufen und ich liege sehr gut in der Zeit. Aber erfahrungsgemäß können es diese letzten 5 Kilometer in sich haben.

Am letzten Kilometer war kämpfen angesagt

Am letzten Kilometer war kämpfen angesagt

Ich muss gestehen, die Pamperlallee und ich, wir werden keine Freunde mehr: Diese elendslange Gerade bereit mir einfach keinen Spaß. Doch dieses Jahr empfinde ich sie als nicht so schlimm und es läuft sich nach wie vor verhältnismäßig locker, wenn man von den brennenden Fusssohlen absieht. Kilometer 18, Kilometer 19… die Strecke ist mir mehr als bekannt, ich weiß, es ist wirklich nicht mehr weit. Auf den letzten beiden Kilometern muss ich etwas kämpfen und beißen, doch ich kann die Pace halten. Als ich bei der Lido Villa Richtung Ziel abbiege, ist die Stimmung überwältigend. Ich genieße die letzten paar hundert Meter, sauge die Atmosphäre auf und überquere nach 1:48:31 die Ziellinie. In diesem Moment fällt mir die Last ab; all die Ungewissheit und Zweifel sind nun weg. Ich kann wieder Halbmarathon laufen!

Nach einer Massage geht es wie immer ins Strandbad, wo ich einen kurzen Sprung in den Wörthersee wage. In der Zwischenzeit sind die Wolken dichter geworden und als ich das Strandbad verlasse, fängt es auch tatsächlich an zu regnen. D’Oh! Das offizielle Ergebnis ist Platz 1006 (von 2648), Platz 89 (von 688) bei den Frauen und der 10. Platz (von 90) in meiner Altersklasse W-35. Angesichts dieser Resultate bin ich hochzufrieden, da es wirklich besser als erwartet gelaufen ist!

Klagenfurter Altstadtlauf 2016

Nach dem Duathlon und dem SWIManiak war es Zeit für mein offizielles Lauf-Comeback und der Klagenfurter Altstadtlauf am 9. Juni 2016 bot sich dazu wunderbar an. Ich bin 2013 schon einmal beim Altstadtlauf gestartet, doch damals reichten mir 2 Runden bzw. die kurze Distanz über 5 Kilometer. Diesmal meldete ich mich für die 10 Kilometer mit 4 Altstadtrunden an, um zur Formüberprüfung eine brauchbare 10er Zeit zu erhalten — Sub 50 war das erklärte Ziel.

Die Startunterlagen holte ich bereits am Mittwoch ab, um am Donnerstag keinen zusätzlichen Stress zu haben. Es ergab sich nämlich, dass ich genau an diesem Donnerstag etwa 2 Stunden vor dem Start des Altstadtlaufs einen Termin bei meinem Nuklearmediziner in Klagenfurt hatte, um also vor dem Lauf noch etwas Blut für aktuelle Schilddrüsenwerte abzapfen zu lassen. Früher waren Blutabnahmen etwas haarig und ich bin da regelmäßig umgekippt, aber mittlerweile habe ich das schon ganz gut unter Kontrolle und die 5ml Blut weniger würden die Leistung beim Laufen hoffentlich nicht beeinflussen.

Die Wetterbedingungen für den Klagenfurter Altstadtlauf 2016 waren nach meinem Geschmack: 15 Grad und regnerisch. Es hätte sogar noch ein paar Grad kühler sein können, denn wie es sich dann heraustellte, war es zwischenzeitlich in den engen Gassen der Altstadt doch etwas stickig und warm. Seit meiner Halbmarathon-PB beim Graz Marathon im Oktober 2015 mag ich kühle Regenrennen, vor allem, wenn ich auf Zeit laufen möchte.

Das (Lauf-) #Comebackstronger sollte auch mit neuen Wettkampfschuhen stattfinden. Nachdem ich in den letzten Jahren alle meine reinen Laufwettkämpfe mit meinen geliebten Brooks Pure Flow 2 bestritten hatte, mein Vorrat an diesen Schuhen nun aufgebraucht ist und die Nachfolgemodelle in der Zehenbox zu eng und für einen Wettkampfschuh auch zu schwer sind, entschied ich mich nach zahlreichen Tests und Versuchen für den Altra One 2.5 als neuen Wettkampfschuh: Ein leichter Zero-Drop Schuh mit sehr geräumiger Zehenbox, der nicht nur schnell, sondern auch sehr bequem ist.

Vor dem Start um 19:30 Uhr begab ich mich zeitig zur Startaufstellung, wo ich allerding einen vermeidbaren Fehler machte. Ich stellte mich meiner realistischen Leistung entsprechend in den Startblock für 4:30 bis 5:00min/km und ging davon aus, dass die LäuferInnen um mich in der Tat dieses Tempo laufen würden. Als dann der Startschuß fiel, war nach der Startlinie auf den ersten paar hundert Metern kein Weiterkommen. Im Zick-Zack-Kurs bahnte ich mir überholend meinen Weg durch die langsamen Massen von LäuferInnen. Erst nach dem Einbiegen in die Bahnhofstraße hatte sich das Feld gelichtet und ich konnte meine angestrebte Pace laufen. Dadurch habe ich wohl einige Sekunden liegen lassen und das nächste Mal, wenn ich auf Zeit laufe, stelle ich mich einfach ganz frech in den schnelleren Block, um beim Start zügig wegzukommen.

Feet don’t fail me now

Über den Lauf selbst gibt es nicht viel aufregendes zu erzählen — wenns läuft, dann läufts. Und glücklicherweise lief es an diesem Donnerstag Abend in der Klagenfurter Innenstadt, was mir bereits am ersten Kilometer bewusst wurde. Mehrere Runden zu laufen ist für mich mental anstrengend und so konzentrierte ich mich vorwiegend darauf, mein Tempo konstant zu halten. Von der Stimmung entlang der Strecke ist mir die Trommlergruppe vor den City Arkaden und die Anfeuerungszone des Club261 (“Work, work, work”) in Erinnerung geblieben. Irgendwo schallte einmal das Lied “Running Man” von Ollie Gabriel aus einem Lautsprecher und die Textzeile “feet don’t fail me now” wurde spontan zum Mantra für den Rest des Laufes.

Gut gelaunt nach der ersten Runde

Gut gelaunt nach der ersten Runde

Die ersten zwei Runden waren eigentlich schnell gelaufen und ich lag gut in der Zeit. Die dritte Runde ist traditionell jene, wo ich mental wirklich kämpfen muss und die Tatsache, dass viele LäuferInnen nur zwei Runden liefen und somit ab Runde 3 deutlich weniger Leute auf der Strecke waren, machte es nicht einfacher. Doch auch diese Runde war recht flott erledigt und auf der vierten und letzten Runde legte ich einen Zahn zu, da ich mich nach wie vor gut fühlte. Zwischenzeitlich stellte sich auch für ein paar Minuten ein “Flow” ein und es fühlte sich nach langem wieder einmal so an, als ob ich ganz locker und leicht über den Asphalt schweben würde.

Zu schnell für die Kamera

Zu schnell für die Kamera

Die letzten hundert Meter waren toll, da mir klar wurde, dass es wieder wie vor meinem Sturz ist und ich wieder so laufen kann, als ob nichts gewesen wäre. #Comebackstronger erfolgreich! Ein kurzer Zielsprint und ich überquerte die Ziellinie. Das Ziel Sub 50 Minuten habe ich locker mit einer offiziellen Zeit von 48:18 über 10 Kilometer erreicht. Mit den recht konstanten Rundenzeiten von 12:14, 12:07, 12:11 und 11:45 bin ich zufrieden, aber es ärgert mich etwas, dass ich mich nicht in den schnelleren Startblock gestellt hatte und so wohl anfangs einige Sekunden liegen gelassen und Sub 48 knapp verpasst habe. Dennoch, ein Erfolg auf ganzer Linie, da ich meine 10k PB von 2015 um 37 Sekunden unterbieten konnte. Für die Statistik: Im offiziellen Endergebnis belegte ich den 190. Gesamtplatz (von 423), Platz 15 (von 96) bei den Frauen und Platz 6. (von 28) in der Altersklasse W-30.

Erfolgreiches #Comebackstronger mit neuer PB über 10km

Erfolgreiches #Comebackstronger mit neuer PB über 10km

Eine Dame hängt mir die Finisher-Medaille um und ich wanke in Richtung Ziellabe, wo es außer Äpfeln und Iso nichts (mehr?) gibt. Das ist etwas enttäuschend, aber gut, für das äußerst günstige Nenngeld von 14 Euro bekommt man ohnehin ein gut gefülltes Startersackerl und ein Funktions-T-Shirt, da kann man schon drüber hinwegsehen, dass es im Ziel keine Bananen gibt. Für solche Fälle habe ich mittlerweile immer meine eigene Zielverpflegung im Auto und am Heimweg durften dann die obligaten “Post-Race-Pommes” beim McDonalds nicht fehlen.

Streckenverlauf und Auswertung in Polar Flow

Streckenverlauf und Auswertung in Polar Flow

22. Graz Marathon 2015

Den Saisonabschluss 2015 bildete der Halbmarathon im Rahmen des 22. Graz Marathons, der am Sonntag, den 11. Oktober, stattfand. Weil ich mit Graz aus dem Vorjahr noch eine Rechnung offen hatte, melde ich mich bereits im April für den Halbmarathon an, denn bei hoffentlich kühleren Temperaturen und ohne Krämpfe sollte es dieses Jahr in Graz besser laufen.

Die Startunterlagen holte ich ich wie gewohnt bereits am Freitag ab. Diesmal musste ich mich allerdings mitten in die Altstadt von Graz begeben, um bei Giga Sport meine Startnummer und das Startsackerl zu erhalten. Im Zelt im Innenhof erhielt man die Startnummer plus eine Checkliste, wo man Startsackerl und Erinnerungsfoto bekommt. Dabei werden die LäuferInnen strategisch in den ersten Stock und natürlich durch die gesamte Laufsportabteilung des Sportgeschäftes gelotzt. Der Andrang bei allen “Stationen” der Checkliste ist eher gering und binnen weniger Minuten habe ich alles eingesammelt. Auf den angebotenen Muskelfunktionstest verzichte ich dankend, aber zum Erinnerungsfoto lasse ich mich überreden. Der Inhalt des Startsackerls ist eher bescheiden (eine Flasche Wasser, ein Molkegetränk, ein Glas Sugo und ein Müsliriegel) und dieses Jahr gab es nicht einmal mehr ein T-Shirt. Das ist schade, denn beispielsweise bei Kärnten Läuft bekommt man fürs gleiche Geld wesentlich mehr geboten, Funktions-T-Shirt inklusive.

My very first mugshot

My very first mugshot

Die Wettervorhersage für Sonntag versprach strömenden Dauerregen und Temperaturen um die 10°C — einen stärkeren Kontrast zum Vorjahr (Sonne, 23°C) hätte man sich nicht vorstellen können. Insgeheim hoffte ich, dass es nicht allzu intensiv regnen würde, aber im Grunde ist es egal, nass wird man so oder so und Regen mit kühleren Temperaturen ist mir bei Wettkämpfen mittlerweile lieber als “Hitze” über 20°C. Wie schon erwähnt ist das Ziel, einfach einen flotten TDL durch Graz zu laufen und dabei Spaß zu haben, da es trainingsmässig in den letzten Wochen nicht so ideal lief. Keine Intervalle, ein paar TDLs und zwei lange Läufe seit Kärnten Läuft standen zu Buche — für ein Finish zwischen 1:50 und 1:52 reicht das, sofern ich mir durch die Nässe keine Blase reibe. Kurzum “End the season on a high note” mit einem schönen Halbmarathon.

Tourist in Graz

Tourist in Graz

Tatsächlich stimmte die Wettervorhersage und es sollte somit mein erster Halbmarathon bei Dauerregen verschiedener Intensitäten und kühlen 10°C werden. Tagwache um 5:30 Uhr, Thyrex einwerfen, 30 Minuten warten, dann Frühstück und Abreise in Richtung Graz. Bekleidungstechnisch stellte sich die Frage, was zieht man bei einem Wettkampf mit solchen Bedingungen an? Ich vertraute dabei auf Skinfit und wählte Tri Bra Top, Klima Langarm-Unterhemd, Vento Weste und die 3/4 Tri Short. Im Grunde wäre die normale kurze Tri Short die erste Wahl, aber mein kaputtes Knie ist etwas kälteempfindlich. Abgerundet wurde das Outfit mit dem Tour de France Polka Dot Buff für den Kopf, der “Lance Armstrong” Oakley M-Frame Brille, den X-Socks Run Speed 2.0 und meinen bewährten Brooks Pure Flow 2. (Wie es sich herausstellte, war die Kleidungswahl optimal und mir war nie zu heiß oder zu kalt und ich fühlte mich nie durchnässt, obwohl ich im Grund klatschnass war.)

Startbereich Graz Marathon

Startbereich Graz Marathon

Die Anreise, Parkplatzsuche und der Weg zum Shuttle-Bus verliefen sehr entspannt. Um etwa halb 10 war ich im Startbereich vor der Oper angekommen und “ready to go”. Damit ich beim Warten im Startblock nicht auskühle, zog ich mir einen am Vortag entsprechend präparierten Müllsack über, den ich kurz vorm Start in den bereitgestellten Müllcontainern entsorgte. Während ich also so im vorderen Bereich von Startblock 2 stehe, erblicke ich plötzlich Triathlon-Vereinskollegin Sonja neben mir! Hätten wir vereinbart, uns zu treffen, hätte das sicher nicht so gut geklappt. Wir plauderten etwas und dann ging es auch schon los; schneller als erwartet setzte sich auch unser Startblock in Bewegung und um 10:02 Uhr überquerte ich die Startlinie.

Graz, Regen, 10 Grad: Die Frisur hält.

Graz, Regen, 10 Grad: Die Frisur hält.

Ich kam überraschend zügig weg und konnte gleich mein angepeiltes Tempo laufen. Erstaunlicherweise störte es mich überhaupt nicht, dass es regnete — ganz im Gegenteil, ich freute mich auf die 21,1 Kilometer wie schon lange nicht mehr. Ganz locker, ganz leicht, kein Druck, einfach guter Dinge loslaufen. Und was soll ich sagen, die Kilometer flogen nur so dahin und dann war ich auch schon auf der — im Vorjahr verfluchten — Schleife nach Andritz. Trotz Regen, der zeitweise recht intensiv wurde, befanden sich mehr Zuseher als erwartet an der Strecke und sorgten für Stimmung. Es dauerte auch nicht lange, da kam bereits die Spitzengruppe entgegen, während ich noch auf dem Weg zum Wendepunkt Nord war. Der Regen störte mich nach wie vor nicht und ich empfand die Temperatur äußerst angehmen zum Laufen. Auch hatte ich keine Gedanken wie “noch x Kilometer”, sondern mein Kopf war wunderbar leer. Ich lief einfach… und es lief einfach.

Während sich im letzten Jahr die Strecke bis zur Wende wie ein Strudelteig zog, ging das diesmal erstaunlich schnell und schon war ich wieder auf dem Rückweg in Richtung Grazer Innenstadt. Sowohl landschaftlich als auch zuschauermäßig ist dieser Abschnitt der Strecke eher öd, was mir aber diesmal egal war, ich war ganz in meiner eigenen Welt. Hoppala, schon Kilometer 12 und abermals begegnete ich der Spitzengruppe auf der Keplerbrücke, die nur mehr einen guten Kilometer ins Ziel hatte. Ich dagegen näherte mich jenem Streckenabschnitt, wo im letzten Jahr mein Kampf mit dem Krampf begann. Glücklicherweise gab es dieses Jahr keinen Krampf und auch keinerlei Anzeichen für einen solchen, und weil die Kilometer nach wie vor dahinflogen, entschied ich etwa bei Kilometer 14, dass es Zeit für “Showtime” ist: Nachdem ich mir bis dato keine Blase gerieben hatte (X-Socks halten, was sie versprechen, auch bei Dauerregen!) und auch sonst das Befinden ausgezeichnet war, ist nun Rennmodus angesagt.

Wenn ich nun das Tempo etwas anziehe, dann geht sich eine Sub 1:50er Zeit locker aus, sinnierte ich, während es über den Lendplatz und Seitenstraßen bzw. -gassen in Richtung City Park gibt. Dort, wo ich im vergangenen Jahr die letzte Labestation und einen Schluck Wasser herbeisehnte, lief es nun einfach perfekt. Ich freute mich, dass ich endlich wieder einen tollen Halbmarathon ohne Probleme oder Widrigkeiten laufen konnte. Apropos Labestationen: Die waren dieses Jahr anscheinend besser ausgestattet und besetzt — Wassermangel herrschte jedenfalls keiner. Ob das am kühlen, regnerischen Wetter oder an Verbesserungen in der Organisation lag, kann ich nicht sagen.

Voller Fokus am letzten Kilometer in der Herrengasse

Voller Fokus am letzten Kilometer in der Herrengasse

Nun ging es dem Grieskai entlang wieder in Richtung Norden und ich versuchte, jeden Meter zu genießen. Ich hätte nicht erwartet, dass mir dieses Wetter so taugt und vor allem dass es mir im Regen so gut gehen wird. Darüber war ich äußerst froh und auch dankbar, denn das ist nicht selbstverständlich. Dann der Abstecher vom Grieskai links weg wieder in Richtung Lendplatz und es wurde mir bewusst, dass es eine neue persönliche Bestzeit (PB) werden kann, wenn ich das Tempo bis ins Ziel halte — und ins Ziel war es mit ca. 2 Kilometern wirklich nicht mehr weit. Noch einmal über die Keplerbrücke und dann Sackstraße, Hauptplatz, Herrengasse… absolut fokussiert und wie in Trance flog ich quasi über den Asphalt. Die Stimmung in diesem Bereicht war fantastisch und als ich links auf die Zielgerade bog, setzte ich zum Schlusssprint an. Wenige Meter vor der Ziellinie erblicke ich gerade noch meine Mutter und reiße die rechte Hand hoch, dann überquere ich auch schon die Zeitnehmungsmatte und stoppe meine Uhr: 1:47:02! Wahnsinn!

Zielsprint!

Zielsprint!

Eine Dame hängt mir die Finisher-Medaille um und ich krame die Rettungsdecke heraus, die ich in der Rückentasche der Skinfit Vento Weste mitgeführt hatte. Bei der Ziellabestation herrscht reges Gedränge und während ich — eingehüllt in die Rettungsdecke — warte, bis ich mich mit Wasser, Weckerl und Banane verpflegen kann, stellt sich ein breites Grinsen in meinem Gesicht ein. Erst jetzt realisiere ich, dass ich “einfach so” meine PB im Halbmarathon um über 1 Minute verbesserte, womit ich im Vorfeld beim besten Willen nicht gerechnet habe. Die offizielle Zeit war dann genau 1:47:00, was den 12. Platz in W-35 (von 91) und den 85. Platz bei den Frauen (von 802) bedeutete. Insgesamt belegte ich den 1108. Platz von 3022 LäuferInnen. Die ohnehin schon fantastische Saison “on a high note” mit einer neuen PB beendet, ist das nicht gigantisch? Oder einfach nur leider geil?

Streckenverlauf und Höhenprofil Graz (Halb-)Marathon

Streckenverlauf und Höhenprofil Graz (Halb-)Marathon

Als ich durch den Ziellabe-Kanal endlich durch bin, gehe ich sofort zum vereinbarten Treffpunkt, wo meine Mutter mit dem Rucksack und trockener Kleidung auf mich wartet. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie über 2 Stunden im Regen ausgeharrt hat und mich generell bei Läufen immer unterstützt. Trotz Rettungsdecke wird es jetzt doch etwas frisch und ich will aus den nassen Klamotten so schnell wie möglich raus. Erstaunlicherweise finde ich dieses Jahr den Weg zu den Umkleiden bzw. Duschen auf Anhieb. (Wir erinnern uns, im letzten Jahr habe ich mich da ja glorios verlaufen!) Trockengelegt und sowas von zufrieden geht es zurück zur Oper und zur Haltestelle des Shuttlebusses, der uns zum Hauptbahnhof bringt. Am Heimweg durften dann ob dieses wunderbaren Halbmarathons die mittlerweilen obligaten “Post-Race Pommes” beim McDonalds nicht fehlen.

Trockengelegt und mit Finisher-Medaille vor der Grazer Oper

Trockengelegt und mit Finisher-Medaille vor der Grazer Oper

Graz — oder als ich Halbmarathon bei Regen lieben lernte. Mit zahlreichen endorphingeschwängerten Eindrücken und Erinnerungen an meinen bisher lockersten und schönsten Halbmarathon geht es nun in die Off-Season. Nach dem Erfolgserlebnis dieses Jahr ist es nicht auszuschließen, dass ich in Graz zum Wiederholungstäter werde. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon!

Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon 2015

Sonntag, 23. August 2015, 5:10 Uhr — Tagwache, der Wecker holt mich nach weniger als 3 Stunden Schlaf aus dem Bett. Wer mich kennt weiß, dass ich zu dieser Uhrzeit normalerweise nicht aufstehe, außer es ist Kärnten Läuft und es heißt “Guten Morgen Halbmarathon”. In wenigen Stunden werde ich mittlerweile bereits zum dritten Mal die 21,1 Kilometer entlang des Wörthersees von Velden nach Klagenfurt in Angriff nehmen; dieses Jahr mit neuer Streckenführung in Pörtschach, die die ungeliebte Schleife in Krumpendorf obsolet macht.

Die Vorzeichen für den Halbmarathon standen nicht besonders gut, denn nach dem perfekten Laufwetter (und auch Lauf!) im letzten Jahr (heiter bei max. 16° C) würde es dieses Jahr wieder deutlich wärmere Temperaturen geben. Beim offiziellen Streckentest am 6. August hatte es abends um 19 Uhr noch heiße 32° C im Schatten und meine Performance bei diesem geführten Lauf (ca. 8km vom Seeparkhotel zum neuen Streckenabschnitt in Krumpendorf und retour) war schlicht und einfach katastrophal. Die beiden Pacemaker liefen einen gemütlichen 6:00er Schnitt, doch mein Puls war “through the roof” und auch mein Befinden war miserabel. Etwa eine Woche danach musste ich einen Trainingslauf verkürzen, da bei 33° C nichts mehr ging. Dazu kommt, dass bis Ende August noch der Beifuß blüht und mir mit allergischem Asthma das Leben schwer macht. Der Gedanke, in wenigen Tagen bei womöglich ähnlichen Temperaturen und Bedingungen einen Halbmarathon zu laufen, bereitete mir Unbehagen, ja, wenn nicht sogar etwas Angst und dementsprechend bescheiden peilte ich als Zielzeit irgendwas zwischen 1:50 und 1:55 an.

Nach der neuen Halbmarathon-PB von 1:49:47 bei Ossiacher See Nachthalbmarathon Anfang Juni, wo die Strecke deutlich mehr Höhenmeter aufweist, müsste diese Zeit rein theoretisch beim Wörthersee Halbmarathon zu unterbieten sein, denn im letzten Jahr schaffte ich eine 1:50:55. Doch da war es deutlich kühler, ich hatte kein Asthma und es gab auch noch nicht die zwei neuen Streckenabschnitte, wovon ich nur den kürzeren in Krumpendorf beim Streckentest besichtigte. Zu viele unbekannte Variablen (wie heiß wird es tatsächlich, werde ich Luftprobleme bekommen, wie “schnell” ist der neue Streckenabschnitt in Pörtschach) sprachen für eine eher vorsichtige Rennstrategie: Am Start zügig mit etwa 5:10min/km wegkommen, dann sehen, wie es läuft und versuchen, möglichst konstant durchzulaufen, wenn ich mich gut fühle, ansonsten einen Gang zurückschalten und gesund ins Ziel kommen.

Es ist mir wichtig, dass der Morgen vor einem Rennen stressfrei ist, daher stelle ich den Wecker etwas früher, um genügend Zeit für Frühstück und Anreise zu haben. Kurz vor halb 8 Uhr treffe ich in Klagenfurt ein, finde beim neuen Park-and-Ride in unmittelbarer Nähe der neuen Bahnhaltestelle Klagenfurt West sofort einen Parkplatz und nehme den Shuttlezug um 7:37 Uhr nach Velden. Als ich in den Zug einsteige, ist dieser schon gut gefüllt, aber ich kann noch einen Sitzplatz finden. Die Fahrt nach Velden kommt mir länger vor als in den vergangenen Jahren; ich sitze am Fenster und blicke gegen die Fahrtrichtung. Normalerweise macht mir das nichts aus, aber diesmal wird mir leicht flau — die Luft im Zug ist stickig und es ist viel zu früh. Doch als ich in Velden vom Zug aussteige und zum Start spaziere, geht es mir sofort wieder besser.

Mehr See geht nicht

Im Startbereich die übliche Routine: Dixi-Stopp, Kleiderbeutel abgeben und in den Startblock einreihen. Ich wähle den Startblock zwischen dem gelben 1:45 und dem roten 1:50 Ballon. Lustige Anekdote am Rande: Der 1:50er Pacemaker sitzt lässig am Absperrgitter und plaudert mit den LäuferInnen. Plötzlich ein Aufschrei, der Akku seiner Laufuhr ist leer. Panik! Wie soll er ohne Uhr seinen Job als Pacemaker erledigen? Ein Bekannter, der in der Nähe ist, leiht ihm seine Uhr und alles ist gut. Im Startblock ist es sehr eng und heiß und ich bin froh, als um ca. 8:50 Uhr die Elite ins Rennen geschickt wird. Danach folgte der nächste Startblock und etwa 4 Minuten nach dem offiziellen Rennstart setzt sich auch mein Startblock in Bewegung.

Startbereich in Velden

Startbereich in Velden

Da ich mir vorgenommen habe, vom Start weg zügig zu laufen, komme ich auch erstaunlich gut weg. Die Beine fühlen sich gut an und auch die Temperatur ist jetzt angenehm. Vor dem Casino gleichsam wie in den letzten Jahren der Männergesangsverein. Links vor mir ein Läufer ohne Schuhe — Wahnsinn, einen Halbmarathon barfuss zu laufen, denke ich mir. Die ersten Kilometer sind recht kurzweilig und meine Pace pendelt sich um 5:00min/km ein. Schneller als erwartet erreiche ich die Fabrik bei Saag und somit die erste Labestation. Guter Laune nähere ich mich dem einzigen wirklich offensichlichten Anstieg der Strecke bei Töschling und bewältige diesen leicht und locker, denn das erste Drittel des Halbmarathons ist geschafft.

Als ich Pörtschach erreiche, freue ich mich schon auf den neuen Streckenabschnitt. Zuvor lief man ja einfach nur entlang der Bundesstraße durch den Ort durch, aber nun macht man einen Abstecher zur Halbinsel, um so noch mehr vom Wörthersee sehen zu können. Aus dem Streckenplan ist mir bekannt, dass sich beim Promenadenbad auch eine Labestation befindet und ich ziehe mir mein Gel rein, damit ich dort mit einem Schluck Wasser den klebrigen Geschmack im Mund loswerden kann. Dann biegen wir auch schon rechts von der Hauptstraße weg in Richtung Halbinsel. Auf einem engen Weg schlängelt sich die Läufermenge in Richtung Promenadenbad und just in diesem schmalen Bereich überholt mich ein Handbike-Fahrer mit Startnummer, der offenbar eine Sondergenehmigung für die Teilnahme hat. Die Kulisse mag zwar beeindruckend sein, aber davon bekomme ich sehr wenig mit, da die geringe Wegbreite und hohe Läuferdichte volle Konzentration erfordern. Auf der Strandpromenade, wo auch der Viertelmarathon gestartet wurde, wechselt der Untergrund von Asphalt auf feinen, sandigen Schotter, womit ich keine wirkliche Freude habe.

Strandpromenade in Pörtschach

Strandpromenade in Pörtschach

Die 10 Kilometer Markierung passiere ich bei knapp 51 Minuten und damit liege ich sehr gut in der Zeit, obwohl ich sowohl auf Kilometer 10 und 11 gezwungenermaßen langsamer (5:14 und 5:15min/km) gelaufen bin. Der neue Streckenabschnitt in Pörtschach mit seiner Enge und Kurven hat die Halbmarathonstrecke definitiv verlangsamt. Erst als ich zurück auf der Bundesstraße bin, kann ich das Tempo wieder anziehen und um 5:05min/km halten. Ich bin nach wie vor guter Dinge, obwohl mir mittlerweile die Fusssohlen etwas zu brennen anfangen. Kilometer 13 in Pritschitz war dann mit 5:16min/km der langsamste von allen aufgrund der “Schikane”, wo man zuerst durch die Unterführung und dann über eine steile Linkskurve auf die Bundestraße läuft.

Die nächsten Kilometer kann ich wieder mit der geplanten Pace laufen; der Abstand zum gelben 1:45er Ballon ist größer geworden, aber als ich einmal kurz zurückblicke, kann ich den roten 1:50er Ballon nirgends sehen. Ich erreiche Krumpendorf, wo die Stimmung an der Labestation wie jedes Jahr großartig ist. Die lange Schleife in den Ort bis zum Gemeindeamt gibt es nicht mehr, aber eine “Mini-Schleife” entlang der Labestation muss man allerdings noch laufen, ehe man Kilometermarke 16 erreicht. Nun geht es über den Koschatweg und der Pamperlallee zum kurzen neuen Streckenabschnitt beim Yachthafen, den ich bereits beim Streckentest besichtigt habe. Gefühlt zieht sich der Koschatweg und die Pamperlallee sowieso; im Koschatweg sitzt ein Läufer am Asphalt und reibt sich den Knöchel und ich habe den flüchtigen Gedanken, wie schön es wäre, sich jetzt an Ort und Stelle ebenfalls hinzusetzen. In der langen kerzengeraden Pamperlallee bemerke ich erstmals, dass mir warm ist und ich freue mich auf den neuen Abschnitt im Kurpark, der durchgehend schattig ist.

Als ich den Kurpark verlasse, passiere ich die 18. Kilometermarke und sehe, wie der rote 1:50 Ballon gerade von der Pamperlallee in den Kurpark einbiegt. Das gibt mir einen Ruck und ich entscheide, die letzten 3 Kilometer noch einen Zahn zuzulegen, um ja nicht vom roten Ballon eingeholt zu werden. Meine Erinnerungen an Kilometer 19 und 20 sind vage; dort irgendwo lag ein Läufer auf der Straße und der Rettungswagen fuhr gerade vor, um diesen einzusammeln. Ich habe sämtliche Rechenspiele im Kopf eingestellt, denn solange ich vorm roten Ballon ins Ziel komme, ist alles gut. Auf den letzten Kilometern muss ich kämpfen, denn mir ist nun heiß und durch die Anstrengung bekomme ich schlecht Luft. Wie sehr hab ich mir ein Runners High wie im letzten Jahr an dieser Stelle gewünscht!

Endlich der Wasserbogen, der kaum für Erfrischung sorgt. Nun ist es wirklich nicht mehr weit. Endlich die Villa Lido und ich biege auf die letzten 500m. So viele Menschen, eine Wahnsinnsstimmung! Noch schnell über den verbleibenden Rest der Wörthersee-Bühne und ich bin auf der Zielgerade. Ich hüpfe über die Ziellinie, reiße kurz die Arme hoch und drücke Stopp: 1:48:17 hangestoppt! Geschafft! Im Zielbereich warten überraschenderweise zwei KollegInnen vom Triathlon-Verein auf mich und gratulieren mir. Eine Dame hängt mir die Finisher-Medaille um. Ich bin außer Atem und mir ist etwas schwindlig. Ich unterhalte mich noch kurz mit meinen VereinskollegInnen und bahne mir durch die Läufermasse den Weg zum Ziellabebereich. Mir ist nicht so gut und ich will mich eigentlich so schnell wie möglich hinsetzen, doch dort ist kein Platz und da man nicht mehr den Ziellabebereich betreten darf, wenn man ihn einmal verlassen hat, nehme ich mir eine Banane und drei 0,5l Flaschen Wasser. Beim Ausgang aus dem Ziellabebereich schnauzt mich ein Ordner an, dass für die langsamere Läufer nichts mehr übrig bleibt, wenn sich alle drei Flaschen Wasser nehmen. Es war mir nicht bewusst, dass Wasser Mangelware ist und wenn das tatsächlich der Fall ist, kann man das auch anders kommunizieren. Dieser Vorfall hat mich im Nachhinein mehr geärgert als mir lieb war, zumal fast alle LäuferInnen sich ähnlich bzw. sogar umfangreicher verpflegt haben.

Im Ziel mit 1:48:10

Im Ziel mit 1:48:10

Da ich dieses Jahr die Anmeldefrist nicht übersehen habe, darf ich in die Relax-Zone des Raiffeisen-VIP-Bereichs, der sich praktischerweise gleich links vom Ausgang des Ziellabebereichs befindet. Dort erhalte außerdem drei Gutscheine (1x Massage, 1x Essen, 1x Getränk) und ich lasse mich sofort in einen Liegestuhl im Schatten fallen, wo ich gleich zwei der 0,5l Flaschen Wasser auf ex trinke. Nach wenigen Minuten geht es mir deutlich besser und ich setze mich ins Massage-Zelt, um mich für die Massage anzustellen. Ich plaudere etwas mit dem Herrn, der sich neben mich setzt und sehe im Internet nach dem offiziellen Ergebnis: 1:48:10 und somit eine neue persönliche Bestzeit. Die Wartezeit auf die Massage ist recht kurz und ich falle müde und zufrieden auf die Liege. Eine nette junge Dame bearbeitet meine Waden, was sehr wohltuend ist. Danach verlasse ich den Bereich und gehe zum Kleidertransport, wo bereits Kollege Wolfgang und meine Mutter auf mich warten.

Finisher Medaille

Finisher Medaille

Wie jedes Jahr ist der nächste Stopp das Strandbad mit dem obligatorischen Sprung in den See, wobei dieses Jahr die Wassertemperatur angenehm warm ist. Ich kraule ein paar Minuten herum und bin überrascht, wie klar der Wörthersee im Vergleich zum Gösselsdorfer See ist. Eigentlich wollte ich etwas länger schwimmen, aber die Müdigkeit ist doch bemerkbar. Nach dem Umziehen gehen wir ins Gastro-Zelt, wo die Gutscheine eingelöst werden können. Die Warteschlange bei der Essensausgabe ist sehr lang und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich endlich meine Nudeln mit Tomatensauce erhalte.

Der Fluch des 7. Halbmarathons?

Am Rückweg zum Auto am Park-and-Ride Parkplatz gegenüber von Minimundus setzen dann plötzlich heftige Darmkrämpfe und Durchfall ein. Die Heimfahrt ist abenteuerlich und von Krämpfen und Schweißausbrüchen geprägt. Zu Hause lege ich mich zwar hin, aber der Kreislauf bereitet mir zunehmend Probleme und als sich dann der Durchfall rötlich färbt (die Tomatensauce oder etwas ernsteres?), ist es Zeit, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Laut Ärztin hab ich wohl irgendwo am Morgen bzw. Vormittag einen Virus aufgeschnappt, der binnen weniger Stunden für explosiven Durchfall sorgt — sie hatte an diesem Tag bereits drei gleiche Fälle. Ich kann nur Vermutung anstellen, wo ich den Virus erwischt haben könnte: Im Zug nach Velden war mir flau und sonst habe ich außer dem Gel und einen Schluck Wasser in Pörtschach nichts konsumiert. Also entweder im Zug oder durch das Wasser? Ich werde es wohl nie herausfinden…

Eigentlich hätte ich glücklich und zufrieden sein sollen, neue PB auf der neuen, langsameren Strecke, vor allem wenn man bedenkt, dass im Vorfeld einiges nicht so ideal war. Aber die Virusgeschichte hat mir das Erfolgserlebnis gänzlich vermiest und so blieb das Strahlen durch die Endorphine und die große innerliche Zufriedenheit aus, die sich sonst nach einem Halbmarathon einstellt. Der Durchfall war dank ärztlicher Behandlung so schnell wieder weg wie er gekommen war, aber bis jetzt — eine Woche nach dem Halbmarathon — fühle ich mich noch immer nicht 100% fit. Eines steht aber schon fest: Bis zum 21. August 2016 bin ich sicher wieder fit!

Streckenverlauf und Höhenprofil Wörthersee Halbmarathon

Streckenverlauf und Höhenprofil Wörthersee Halbmarathon

 

Herzbergland Lauf 2015

Am Samstag, den 1. August, fand in Trofaiach der Herzbergland Lauf 2015 statt und da ein lieber Kollege aus der Studienzeit dort beheimatet ist, bot sich ein Auflug in die Obersteiermark im doppelten Sinne an. Die Laufveranstaltung selbst stand nicht unbedingt auf meiner Liste der geplanten Läufe, zumal die Strecke sehr selektiv und anspruchsvoll, aber ein gutes Training für den kommenden Halbmarathon bei Kärnten Läuft ist.

Mein Kollege hat vorab die Strecke für mich besichtigt und von den “kritischen” Stellen Fotos gemacht, sodass ich einen recht guten Eindruck hatte, was mich erwartet; unter anderem eine 20% Steigung, die aber auf dem Bild nicht so schlimm aussah. Dazwischen viel auf und ab, also hügelig mit einer längeren Schotterpassage, ca. 300m quer über eine Wiese und einem kurzen, abfallenden Steig, kurzum definitiv keine Strecke für eine neue persönliche Bestzeit. Vor der Anmeldung überlegte ich mir auch, ob ich den Hobbylauf über 6km (1 Runde) oder den Hauptlauf über 12km (2 Runden) bestreiten soll, doch diese Entscheidung war einfach, denn wegen 6 Kilometer lohnt sich ja fast das Umziehen nicht.

Der Start und das Ziel befand sich beim Rötzstadion in Trofaiach, wo alles wie erwartet sehr gut organisiert war. Es gab ausreichend Parkplätze in unmittelbarer Nähe und die Startnummern-Ausgabe war zügig erledigt, wobei es hier ein “Novum” in meiner Läuferkarriere gab: Es wurden wiederverwendbare Startnummern aus Stoff ausgegeben, die nach der Veranstaltung zu retournieren waren. Das erinnerte mich an diverse Ski-Rennen in meiner Schulzeit, wo man ebenfalls Startnummern aus Stoff bekam, die man sich quasi “anzog” und mit Bändern befestigte. Die Idee ist natürlich lobenswert, um so ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft zu setzen, aber ich denke, dass mehr Energie etc. für die Reinigung der Stoff-Startnummern draufgeht als für die Herstellung von normalen Startnummern aus Papier. Oder man verzichtet auf die Reinigung, aber das wäre äußert unhygienisch…

Bei der Aufwärmrunde hält sich meine Begeisterung in Grenzen

Bei der Aufwärmrunde hält sich meine Begeisterung in Grenzen

Zum Aufwärmen drehte ich ein paar Runden im Stadion und musste dabei feststellen, dass es abermals unangenehm heiß ist — auf eine Bestzeit bin ich ohnehin nicht aus, aber bei der anspruchsvollen Strecke kann das zach werden. Der Startschuss fiel pünktlich um 15 Uhr, und da es keine Chipzeitnehmung gab, reihte ich mich in den vorderen Reihen des Starterfeldes ein. Zuerst galt es, eine Runde im Stadion zu laufen, ehe es aus dem Stadion raus und aufs Mellplateau ging. Den ersten Anstieg bewältigte ich ohne Probleme, dann ging es auch schon wieder bergab zu einer Linde, die sich am Knotenpunkt der Strecke befindet, wo auch mein Kollege plaziert war, um mich zweimal pro Runde anfeuern zu können. Nach der Linde führte die Strecke entlang eines hügeligen Schotterweges vom Anwesen Köck zum Anwesen Fürstaller, eher es nach dem zweiten Anwesen auf groben Schotter steil bergab ging. Dann wechselte der Untergrund wieder auf Asphalt und nach einer kurzen, relativ flachen Passage trifft man “Am Forst” auf die 20% Steigung.

Schon auf der flachen Passage vor der Steigung konnte ich sehen, wie die meisten LäuferInnen diesen Ansteig gehend bewältigten. Auf dem Foto sah es nicht sooo schlimm aus, aber dass viele LäuferInnen gehen, wenn es etwas bergauf geht, ist mir ja vom Welschlauf bekannt. Wie steil es auch immer ist, ich würde rauflaufen und keinesfalls gehen! Bis etwa zur Hälfte dieser Steigung ging es recht gut, doch dann erreichte ich mein Limit. Viel zu heiß, viel zu steil, und mein allergisches Asthma meldete sich. Gehen? Niemals! Ich lief weiter, langsam, aber ich lief und konnte so etliche Plätze gutmachen. Kurzfristig dachte ich erstmal in meinem Läuferleben ernsthaft daran, nach der ersten Runde auszusteigen. Noch einmal diese 20% hoch? Pfff… bitte nicht! Ich schaffte es wie eine Dampflok schnaufend rauf und dann ging es zum Glück auch wieder leicht bergab. Ich redete mir selbst zu, ok, die erste Runde muss ich ohnehin zu Ende laufen, dann entscheide ich je nachdem wie ich mich fühle.

Auf der zweiten Runde durchs Stadion Trofaiach

Auf der zweiten Runde durchs Stadion Trofaiach

Dann sah ich meinen Kollege wieder unter der Linde stehen und mir zurufen, dass nur ca. 4 oder 5 Frauen vor mir sind. Das motivierte mich etwas und als ich die erste Runde beendete, ging es mir wieder besser. DNF is not an option, also nahm ich die zweite Runde in Angriff. Nun waren nicht mehr viele LäuferInnen auf der Strecke, denn die meisten liefen nur eine Runde. Bis zur 20% Steigung ging es auch recht gut, aber dann am Anstieg das große Sterben: Ein Fuss nach dem anderen. Nein, ich gehe nicht, ich laufe. Langsam, wie in Zeitlupe, aber ich laufe. Wieder ein paar Plätze gut gemacht. Dann wieder der Kollege bei der Linde, der mir zuruft, dass nur eine Frau vor mir ist. Ich belächelte diese Aussage… ich wollte das Ding einfach zu Ende bringen und war sehr froh, als ich Ziel war: 1:04:48 handgestoppt, was im Endeffekt die zweitschnellste Zeit bei den Damen von insgesamt 15 Läuferinnen bedeutete. Den Tagessieg habe ich um eine Minute verpasst, aber das war mir an dieser Stelle egal, mehr war einfach nicht möglich. Auch in der Altersklasse W-35 belegte ich den 2. Platz.

Streckenverlauf und Höhenprofi Herzbergland Lauf Trofaiach

Streckenverlauf und Höhenprofil Herzbergland Lauf Trofaiach

Es war auf alle Fälle ein sehr anspruchsvoller und fordender Lauf (230 Höhenmeter auf 12 Kilometer!) und mit dem Ergebnis muss ich in Anbetracht der widrigen Umstände (zu heiß, Allergie bzw. Asthma) allemal zufrieden sein. Immerhin konnte ich eine originelle Trophäe in der Form eines Stückes Granit, der im Herzbergland abgebaut wird, und das Kochbuch “Heimatküche” von Johann Lafer mit nach Hause nehmen. Von der Stimmung her hat mir diese recht familiäre Laufveranstaltung gefallen, aber für 20 Euro Nenngeld hätte ich mir zumindest Chip-Zeitnehmung und eine bessere Verpflegung im Ziel erwartet; dort wurde aber nur Wasser, Iso und alkoholfreies Bier gereicht. Keine Bananen oder sonstiges Obst, und auch kein Kuchen. Im Startsackerl war zwar ein Gutschein für eine Portion Nudel, aber da wurde ich auch enttäuscht, da es keine vegetarische Sauce bzw. Alternative gab. Da besteht meines Erachtens noch Verbesserungsbedarf.

Siegerehrung

Siegerehrung

Herzbergland Lauf 2015 Trophäe

Herzbergland Lauf 2015 Trophäe

Römerlauf 2015

Sehr kurzfristig entschied ich mich, auch dieses Jahr beim Römerlauf, dem schönsten Abendlauf Österreichs, teilzunehmen. Die Kurzfristigkeit ergab sich aus meiner Triathlon-Premiere am Wochenende zuvor, weil ich mir im Vorfeld nicht sicher war, wie anstrengend der Triathlon sein wird bzw. wie schnell ich mich erholen werde. Da ich aber keinerlei Wehwehchen und mich sehr schnell erholt hatte, ging es also am Samstag, den 18. Juli 2015, nach Kaindorf an der Sulm bei Leibnitz.

Der Römerlauf ist wirklich ein besonderer und lässiger Lauf — schon allein die Beleuchtung der Laufstrecke mit Fackeln bietet eine einzigartige Atmosphäre. Weiters stehen ca. 300 als RömerInnen verkleideten Helfer entlang der Strecke Spalier und feuern die LäuferInnen unermüdlich an. Wegen der tropischen Temperaturen weit jenseits der 30°C Marke gab es neben den üblichen 4 Labestationen dieses Jahr noch 4 zusätzliche Stellen mit Sprühregen bzw. Wasserduschen, die für etwas Erfrischung sorgen sollten.

Im vergangenen Jahr hat mir der Römerlauf sehr gut gefallen, aber mit dem “Hügel” — dem Seggauberg — hatte ich noch eine Rechnung offen. Besser vorbereitet und mit dem Wissen, was bei Kilometer 4 auf mich zukommt, wollte ich meine Zeit vom Vorjahr auf der Viertelmarathondistanz (0:54:36) verbessern, was angesichts der heißen Temperaturen zäh, aber machbar sein sollte. Ansonsten hatte ich keine großen Erwartungen, einfach etwas schneller laufen als im Vorjahr und die einzigartige Atmosphäre auf der Laufstrecke genießen.

Die Abholung der Startunterlagen war rasch erledigt, da ausreichend Parkplätze beim Naturparkzentrum Grottenhof zur Verfügung stehen und die Organisation des Laufs top ist. Es hatte beim Start des Volkslaufs um kurz vor 19 Uhr noch jenseits der 30°C und ich hoffte, dass es bis zum Start des Viertel- und Halbmarathon um 20:15 Uhr etwas abkühlen würde. Insgeheim hoffte ich auf ein Wärmegewitter oder wenigstens etwas auffrischenden Wind. Aber nichts, kein Gewitter, kein Wind. Dabei muss ich erwähnen, dass ich aktuell bzw. schon über zwei Wochen (also schon bereits vor dem Triathlon) etwas Luftprobleme habe, also unter Belastung schlecht Luft bekomme. Ob es an den Allergien, am Ozon in der Luft oder am Chlor im Freibad liegt, weiß ich nicht — möglich ist alles. Beim Triathlon war alles in Ordnung, da die Temperatur unter 30°C lag, aber als wenige Tage vorm Römerlauf das Quecksilber wieder auf 34°C kletterte, flammte das Problem abermals auf. Daher hoffte ich wirklich inständig auf etwas Abkühlung.

Vor dem Start im Naturparkzentrum Grottenhof

Vor dem Start im Naturparkzentrum Grottenhof

Ein Novum dieses Jahr und meiner Meinung nach auch absolut notwendig angesichts der ständig steigenden Teilnehmerzahlen waren die Startblöcke: Elite, <4:30min/km, <6:00min/km und (anzunehmenderweise) >6:00min/km. Gerade die ersten paar hundert Meter nach dem Start sind ein Flaschenhals, der durch diese Vorgehensweise entschärft werden sollte. Ich reihte mich bei <6:00min/km ein und kam von Anfang an gut weg — wesentlich besser als im Vorjahr. Temperaturmässig hatte es um 20:15 Uhr noch immer knapp 30°C und weniger als 29°C wurde es während des Laufs leider nicht. Die ersten drei Kilometer nach und durch Leibnitz lief ich etwas schneller als anvisiert mit knapp unter 5:00min/km. Es war zwar heiß, aber bis zu dem Zeitpunkt hatte ich keine Luftprobleme.

Leibnitz hinter uns gelassen ging es auch schon in Richtung Seggauberg — mein Nemesis vom letzten Jahr! Mental vorbereitet und entschlossen, dem Hügel zu zeigen, wer der Boss ist, nahm ich den Anstieg guter Dinge in Angriff. Bis etwa zur Hälfte tänzelte ich den Hügel hoch, zahlreiche LäuferInnen überholend. Dann wurde es etwas zäh, aber ich wusste, dass es nicht mehr weit ist und kämpfte mich die verbleibenden Höhenmeter hoch. OK, geschafft, zwar etwas atemlos, aber ab jetzt geht es nur mehr bergab bzw. flach ins Ziel. Bergablaufen ist nach wie vor nicht meine Stärke, doch das klappte hier dieses Jahr auch besser als 2014. Nun ging es dann um bzw. über den Damm quer durch den Sulmsee, ehe man auf der alten Eisenbahntrasse zurück in Richtung Grottenhof läuft.

Streckenverlauf und Höhenprofil Römerlauf

Streckenverlauf und Höhenprofil Römerlauf

Meine Pace hatte sich mittlerweile bei etwa 5:11min/km eingependelt und als es durch den Wald auf der Eisenbahntrasse ging, stellten sich die bekannten Luftprobleme ein. Gefühlt war die Luft zum Schneiden dick und ich hörte mich wohl wie eine alte Dampflok an. Mit einer 5:11er Pace wollte ich aber nicht ins Ziel laufen, das wäre nur 2 Sekunden pro Kilometer schneller als im Vorjahr und folglich war auf den letzten drei Kilometern Durchbeissen angesagt. Die Beine und der Kopf wollten, aber die Lunge wehrte sich mit jedem Atemzug. Tunnelblick. Bei der letzten Labestation etwa 1,5km vorm Ziel schüttete ich mir einen Becher Wasser über den Kopf, was mich kurzfristig leicht erfrischte. Ein Blick auf die Uhr: Ja, ich bin schneller geworden, die Mühen sind also nicht vergebens.

Den letzten Kilometer habe ich verflucht: Diese langezogene Schleife um das Areal des Naturparkzentrums ist fies. Man glaubt, quasi schon im Ziel zu sein und dann muss man noch so einen Umweg laufen, obwohl die Beleuchtung und tolle Stimmung im Grottenhof das Ganze etwas erträglicher machen. Was bin ich froh, rechts in Richtung Zielrampe abbiegen zu dürfen, während die Halbmarathonis geradeaus die zweite Runde antreten. Ich laufe über die Ziellinie und hätte mich am liebsten an Ort und Stelle hingesetzt. Eine fröhliche Dame in Tunika hängt mir die Finisher-Medaille um den Hals. Ich bedanke mich und wanke in Richtung Endlabe, wo es neben Wasser, Iso, Bier, Bananen und Äpfeln auch wieder Kuchen gibt. Gerne hätte ich länger am Kuchenbuffet verweilt, aber zwischen den dichtgedrängten, schwitzenden Läufern war die Luft noch dicker und daher verlasse ich den Zielbereich recht schnell. Meine Mutter sitzt im Zuschauerbereich und ich setzte mich zu ihr an den Biertisch. Hier ist die Luft etwas frischer, aber als ein Herr am Nebentisch eine Zigarette anzündet und mir der Rauch direkt ins Gesicht weht, stehe ich auf und sage zu ihr, dass ich zum Auto gehen möchte.

Finishermedaille Römerlauf

Finishermedaille Römerlauf

Erst als ich längst zu Hause war, gab es die Ergebnisse vom Römerlauf online. Mit einer Zeit von 0:53:16 (Pace 5:06min/km) belegte ich den 24. Platz bei den Frauen (von 211), und den 14. Platz in der Altersklasse “AK” (von 119). Damit bin ich in Anbetracht der Widrigkeiten (hohe Temperatur, Atemprobleme) im Grunde zufrieden, denn immerhin konnte ich die Zeit aus dem Vorjahr um über 1 Minute verbessern. Was ich allerdings an der Organisation des Laufs bemängelt möchte sind die seltsamen Altersklassen (<40 Jahre, 40-60 Jahre, >60 Jahre). Ich finde es ärgerlich, mit allen Frauen unter 40 in eine Altersklasse geworfen zu werden. Wenn ein Veranstalter schon derart viel Aufwand in die Organisation dieser Veranstaltung steckt (Beleuchtung, verkleidete Helfer, usw.), warum werden dann nicht bei den beiden Hauptläufen die üblichen Altersklassen zumindest in 10er Sprüngen in den Ergebnislisten gelistet?

21. St. Pauler Mostlandlauf

Wenn mein Verein die Laufgemeinschaft St. Paul zum traditionellen Mostlandlauf lädt, nehme ich diese Einladung gerne an: Eine bestens organisierte Laufveranstaltung nur wenige Kilometer von meinem Heimartort entfernt, die mit dem Hauptlauf eine Gelegenheit bietet, endlich einen offiziellen “10er” zu laufen. Während vor zwei Jahren der Hobbybewerb des Mostlandlaufs der allererste Laufwettkampf war, den ich bestritten habe, musste ich letztes Jahr meine Teilnahme eine Woche nach dem Graz (Halb-)Marathon verletzungsbedingt leider absagen. Doch dieses Jahr ging es am Sonntag, den 21. Juni 2015, beim Hauptlauf über 10 Kilometer so richtig zur Sache.

Dabei stand meine Teilnahme auch dieses Jahr auf etwas wackeligen Beinen, da mich die Woche vor dem Lauf Rückenschmerzen plagten. Verspannung, Verkühlung oder beides, was auch immer es war, es legte sich glücklicherweise rechtzeitig bis zum Lauf am Sonntag. Weiters hatte ich Bedenken, dass es mit der Startzeit um 11 Uhr ungemütlich warm und bei vier Runden durch das Ortsgebiet von St. Paul schon etwas “zach” werden könnte — Runden sind ja generell nicht meins und wenn man dank acht Jahre Gymnasium in St. Paul den Ort mehr als gut kennt… muss man zügig laufen, damit man schnell(er) im Ziel ist, was im Grunde auch mein Plan war.

Die Kinderläufe waren bereits voll im Gang, als ich Sonntag kurz nach halb 11 in St. Paul eintraf, um in aller Ruhe die Startunterlagen abzuholen und mich etwas einzulaufen. Das Wetter war durchaus angenehm bei wechselnder Bewölkung und etwa 19°C — Sub 50 sollte möglich sein. Ich reihte mich in der Mitte des Starterfeldes ein und als pünktlich um 11 Uhr der Start erfolgte, lief ich eher zurückhaltend los, denn vier Runden sind für mich mental die größere Herausforderung als körperlich. Nur nicht auf der ersten Runde schon total verausgaben und dann die restlichen drei Runden glorious leiden! Das ist glaube ich mein Problem mit Rundkursen, vor allem wenn man auf Zeit läuft: Die Verlockung, es vom Start weg krachen zu lassen, ist groß, aber wenn einem nach einer oder zwei Runden die Runden anfangen zu nerven, dann kann man schon mal in ein Motivationsloch fallen.

Streckenverlauf Mostlandlauf

Streckenverlauf Mostlandlauf

An den Lauf selbst habe ich daher kaum nennenswerte Erinnerungen. Die Strecke führte direkt vor meiner alten Schule dem Stiftsgymnasium St. Paul vorbei, wo ein Harmonikaduo für Unterhaltung sorgte. Dann ging es über Seitengassen in Richtung Schwarzviertel, wo am Knotenpunkt eine Trommlergruppe stationiert war. Auf dem Streckenabschnitt zum Schwimmbad befindet sich ein kleiner, aber doch spürbarer Anstieg, ehe es nach der Wende beim Schwimmbad wieder zurück in den Ort ging. Die erste Runde war gefühlt schneller vorbei als erwartet und mit 0:12:35 lag ich gut im Plan. Die meiste Zeit lief ich allein, denn abermals lief niemand meine Pace. Auf Runde 2 verfolgte ich im Abstand von etwa 10 Metern zwei Herren, die aber nur die 5km des Hobbybewerbes liefen und folglich war ich auf der dritten Runde wieder alleine. Mit 0:12:14 und 0:12:13 war ich auf den Runden 2 und 3 recht konstant unterwegs.

Auf einer der ersten Runden (Credit: LG St. Paul)

Auf einer der ersten Runden (Credit: LG St. Paul)

Kurz vor dem Ende von der dritten Runde lockerte die Bewölkung etwas auf und die Sonne kam hervor, was einen spürbaren Temperaturanstieg bewirkte. Doch das nahm ich einfach zur Kenntnis und startete guter Dinge in die letzte Runde, wo ich zahlreiche andere LäuferInnen aufsammelte. Eine Runde noch, die Pace 4:55min/km passt, jetzt einfach die Sub 50 Zeit gut ins Ziel bringen. Den letzten Kilometer lief ich quasi im Windschatten einer anderen Läuferin, was mich zusätzlich motivierte und sich prompt in einer Pace von 4:40min/km bzw. einer Rundenzeit von 0:11:52 niederschlug. Auf der Zielgeraden setzte ich zu einem Sprint an und konnte diesen für mich entscheiden. Ich vernahm ein “und da kommen die zwei nächsten Damen, beide unter 50 Minuten” vom Moderator und dann drückte ich Stopp auf meiner Uhr: 0:49:09 handgestoppt! Mission accomplished. Das offizielle Ergebnis war dann 0:48:55 bzw. 4:54min/km, was mir den 7. Gesamtrang bei den Frauen und Platz 3 in W-35 einbrachte.

Zielsprint (Credit: LG St. Paul)

Zielsprint (Credit: LG St. Paul)

Geschafft! (Credit: LG St. Paul)

Geschafft! (Credit: LG St. Paul)

Was für ein toller Lauf! Ich konnte anscheinend meine Form vom Halbmarathon vor zwei Wochen halbwegs konservieren und auf einer Unterdistanz abrufen. Ich bin absolut zufrieden mit dieser Leistung, zumal ich ja nicht explizit für diese Distanz trainiere und endlich habe ich eine offizielle PB auf 10k.

Siegerehrung (Credit: LG St. Paul)

Siegerehrung (Credit: LG St. Paul)

2. Vulkanland Frühlingslauf

Für den Saisonsauftakt 2015 fiel meine Wahl wie auch im vergangenen Jahr auf den Vulkanland Frühlingslauf in Leitersdorf/Raabtal: Ein durchaus netter, bestens organisierter Lauf in der klimabegünstigten Südoststeiermark, wo ich den Viertelmarathon über 10,547 km zur Formüberprüfung nutzen wollte. Folglich ging meine Reise am Samstag, den 21. März 2015, in die Steiermark.

Im Vorfeld war ich doch etwas nervös, was diesen Lauf betrifft. Dafür gab es mehrere Gründe:

  • Es ist mein erster Lauf als Mitglied der LG St. Paul und ich wollte den Verein in der Steiermark würdig vertreten.
  • Die Strecke ist zwar kurzweilig, aber bei weitem nicht einfach zu laufen, denn sie besteht aus ca. 70% Asphalt, 20% Schotter und 10% Wiesenwegen. Weiters ist die Angabe des Veranstalters, dass eine Runde zu 5,273 km ca. 15 Höhenmeter hat, mit Vorsicht zu genießen, denn sowohl eine barometrische als auch GPS-basierte Höhenmessung liefert Werte zwischen 80 und 90 Höhenmeter pro Runde.
  • Der Wetterbericht sagte perfektes Frühlingswetter mit Temperaturen um die 17°C voraus, was leider auch für mich als Allergiker bedeutet, dass der Pollenflug Hochsaison hat.
  • Die Geschichte mit den Krämpfen usw. von Graz war nach wie vor im Hinterkopf und ich hatte Angst, dass es mir bei diesem Lauf ähnlich ergehen könnte.

Dennoch überwiegt nach dem langen Winter die (Vor-)Freude, endlich wieder an Laufveranstaltungen teilzunehmen und etwas Nervosität gehört ja auch dazu. Ist man erst mal mittendrin und steht an der Startlinie, dann ist zumindest bei mir die Angst und Nervosität weg und der Spass beginnt.

Pleiten, Pech und Pannen

Die Anreise verlief leider nicht ohne Panne, denn kurz vor Graz meldete mir das Navi, dass der Akku fast leer sei. Ungläubig blickte ich auf das Display und dann in Richtung Zigarettenanzünder, wo das Ladekabel angesteckt war. Hm. Offenbar lieferte der 12V Anschluss keinen Strom und wie es sich dann zu Hause herausstelle, war die Sicherung durchgebrannt. Ersatzsicherung hatte ich keine dabei, also musste das Smartphone und Google Maps übernehmen und mich von der Autobahnabfahrt Gleisdorf nach Leitersdorf navigieren.

In Leitersdorf angekommen, folgte die übliche Routine: Startnummer und -sackerl abholen, umziehen, einlaufen. Als es zur Startaufstellung ging, stellte ich fest, dass der Start-/Zielbereich eine Änderung im Vergleich zum Vorjahr erfahren hatte und am Ende jeder Runde nun eine zusätzliche Schleife zu laufen ist. Aha. Ich reihte mich in der Mitte des Startfeldes ein und außer einem Knall bekam ich vom Startschuss, der abermals von der Kanone der Stadtwache Feldbach abgefeuert wurde, nichts mit. Dann ging es los und ich versuchte gleich die angepeilte Pace von 5:00min/km zu laufen, denn mein Ziel war, schneller als im Vorjahr zu sein, wo ich offiziell 5:11min/km gelaufen bin.

Das obligate "Vor dem Start" Foto

Das traditionelle “Vor dem Start” Foto

Die erste Runde war recht locker und ich lag gut in der Pace, doch auf der zweiten Runde wurde es etwas zäher. Es war recht warm (um die 22°C laut Polar V800) und ich bin Temperaturen über 15°C aktuell absolut nicht gewohnt. Mittlerweile hatte sich das Teilnehmerfeld auch etwas gelichtet und ich konnte auf dem Streckenabschnitt vor der gröberen Steigung nicht mehr den Windschatten anderer Läufer nutzen, um den Gegenwind etwas abzuschwächen. Ganz im Gegenteil, ein männlicher Läufer hatte es sich in meinem Windschatten gemütlich gemacht und das gab mir einen Anreiz, das Tempo zu forcieren, frei nach dem Motto “Dich häng’ ich ab”. Das war taktisch gesehen natürlich keine so gute Idee, aber ich konnte noch vor dem Anstieg den Herrn abschütteln. Durch den Gegenwind und den darauf folgenden Anstieg war Kilometer 8 der langsamste von allen, was glücklicherweise doch keinen großen Einfluss auf die Gesamtpace hatte.

Ein flotter Fünfer auf der Strecke (Credit: http://www.vulkanlandlauf.at)

Ein flotter Fünfer auf der Strecke (Credit: http://www.vulkanlandlauf.at)

Der letzte Kilometer war fies und ich am Limit. Leicht, aber stetig ansteigend und dann auch noch diese neue Schleife, bis man endlich die Ziellinie überquert. Für einen Schlusssprint hatte ich diesmal keine Kraft mehr. Ich hetze über die Ziellinie und drücke Stopp: 0:52:39 hangestoppt! Offiziell war es dann 0:52:34 für 10,547 km oder 4:59min/km. Mission accomplished! Die Zeit vom Vorjahr um über 2 Minuten unterboten. Damit sollte ich zufrieden sein. Ja, ich sollte wirklich zufrieden sein, doch irgendwie ärgerte es mich, dass es mit dieser Zeit “nur” für den (undankbaren) 4. Platz in W-35 gereicht hatte. Es wäre schön gewesen, für die LG St. Paul einen Stockerlplatz zu erlaufen, aber es hat nicht sollen sein, weil meine Altersklasse diesmal sehr stark besetzt war. In der Gesamtwertung kam ich als 9. Frau (von 51) ins Ziel.

Der obligate Besuch

Vor der Heimfahrt machte ich noch einen Abstecher zu Zotter, denn wenn man schon in der Gegend ist, wäre es ja ein Sakrileg, nicht bei Zotter vorbeizuschauen. Mein Bedarf an veganer und laktosefreier Bitterschokolade ist nun hoffentlich für ein Jahr gedeckt. Böse Zungen behaupten ja, ich würde nur beim Vulkanland Frühlingslauf mitmachen, weil er ganz in der Nähe der Schokoladen-Manufaktur stattfindet… 🙂

So wäre der Tag friedlich ausgeklungen, wenn ich nicht 2 Kilometer von meinem Heimatort entfernt einen Wildunfall gehabt hätte. Ein Wildhase ist mir direkt vor das Auto gesprungen und ich hatte keine Chance zu reagieren. Mir ist glücklicherweise nichts passiert und das Auto ist nur leicht beschädigt, aber für den Hasen ging die Geschichte nicht so gut aus. Ich hoffe, ich habe nicht den Osterhasen erwischt, denn sonst fällt Ostern dieses Jahr leider aus.

2. Genuss Apfel Lauf

Bei herrlichem Herbstwetter Spätsommerwetter fand am Samstag, dem 20. September 2014, der zweite Genuss Apfel Lauf am Stubenbergsee in der Steiermark statt. Nachdem ich von der ersten Auflage dieser Laufveranstaltung im vergangenen Jahr sehr positive Eindrücke mitgenommen hatte, war recht schnell klar, dass ich auch dieses Jahr teilnehmen würde.

Stubenbergsee

Stubenbergsee

Während im letzten Jahr der Genuss Apfel Lauf einen recht übersichtlichen und familiären Charakter hatte, präsentierte sich die zweite Auflage wesentlich größer, zumal auch gleichzeitig die steirischen Landesmeisterschaften im Halbmarathon ausgetragen wurden. Das wurde bereits bei der Startnummernausgabe deutlich, wo sich eine meterlange Schlange von LäuferInnen gebildet hatte, als ich knapp nach 12 Uhr dort eintraf. Insgesamt musste man sich dreimal anstellen: für die Startnummer plus Startsackerl, den HTT Chip und schlußendlich fürs Funktions-T-Shirt. Das hätte man besser lösen können, aber gut, mit insgesamt 1200 StarterInnen hatten die Veranstalter wohl nicht gerechnet.

Startnummerausgabe

Startnummerausgabe

Obwohl die Laufstrecke rund um den Stubenbergsee sehr schnell und flach ist, entschied ich mich für den Volkslauf über 7 Kilometer, d.h. zwei Runden um den See. Eigentlich mag ich Läufe unter 10 Kilometer nicht, aber da nur 7 Kilometer und 21,1 Kilometer zur Wahl standen und ich sechs Runden um den See mental nicht packe — Volkslauf it is! Mein Ziel war es, schneller als im letzten Jahr zu sein und somit die Zeit von 00:36:50.17 zu unterbieten. Das sollte im Prinzip kein Problem sein, da meine Form heuer wesentlich besser als im Vorjahr ist.

Vor dem Start am Stubenbergsee

Vor dem Start am Stubenbergsee

Der Start des Volkslaufs und Halbmarathons war für 13:30 Uhr angesetzt und nach kurzem Einlaufen begab ich mich in den Startbereich, den ich an der gleichen Stelle wie 2013 erwartete — also etwas abseits vom Zielbereich, denn mit sechs Runden um den See würde man sonst nicht auf 21,1 Kilometer kommen. Zu meiner Überraschung war der Startbereich diesmal aber ca. 200 Meter zurückversetzt und ich grübelte über diese Entscheidung, zumal die Strecke angeblich offiziell vermessen ist. Entweder gibt es nun eine Änderung bei der Seerunde oder man hat sich im vergangenen Jahr vertan und die Strecke war um 200 Meter zu kurz. Wie auch immer, ich würde es ja bald selbst herausfinden.

Höhenprofil und Streckenverlauf

Höhenprofil und Streckenverlauf

Nach der steirischen Landeshymne (habe ich noch bei keinem Lauf erlebt!) folgte ein Countdown und los gings. Meine Entscheidung, im ersten Dritten des Starterfeldes zu starten, war richtig und ich kam zügig weg. Zuerst die extra Schleife — von den Veranstaltern liebevoll Aufwärmrunde bezeichnet — und dann geht es auch schon auf den Seerundkurs. Bereits nach wenigen hundert Metern stellte ich fest, dass mir die 24° C zum Laufen fast etwas zu warm waren. Nach all den kühlen oder verregneten Läufen im “Sommer 2014” fühlte es sich nahezu heiß an und mein Puls war höher als normal. Ui, das wird heute zach!

Erste Runde geschafft

Erste Runde geschafft

Und zach wurde es — aber zum Glück erst auf der zweiten Runde. Die erste Runde war schnell vorbei und gleich wie im Vorjahr, also muss die Strecke heuer länger sein. Ob sich da eine schnellere Zeit ausgeht? Erstaunlicherweise machte ich mir auf der zweiten Runde kaum Gedanken darüber, denn mittlerweile war mir so richtig heiß und ich wollte nur mehr schnell ins Ziel — in den Schatten und zum Kuchenbuffet! Meine Durchschnittspace erfüllte mit 5:00 min/km genau meine Erwartungen, aber ich lief irgendwie fast am Limit. Viel Luft nach oben war da nicht mehr, aber so ist es ja meistens bei eher kurzen Läufen: Vollgas vom Start bis ins Ziel.

Auf dem letzten Kilometer gab ich nochmal Gas, holte wirklich das letzte aus mir raus, denn ein Blick auf die Uhr verriet, dass es mit den 00:36:50 knapp werden könnte. Endspurt! Nein, das geht sich leider nicht aus, aber egal, die Strecke war dieses Jahr um 200 Meter länger, was im Nachhinein auch meine GPS-Aufzeichnungen bestätigten (7,08km vs 7,31km). Die Ziellinie überquert, aber wo ist die Ziellabe mit dem Kuchenbuffet? Die war ca. 100 Meter vom Zielbereich entfernt und ich lief einfach auf der Strecke weiter, um dorthin zu gelangen. Dort kippte ich mir zuerst zwei Becher Wasser in den Mund und ging dann zum gemütlichen Teil der Veranstaltung über: Das Verkosten der Kuchenvarianten! Das Buffet war im Vergleich zum Vorjahr ungleich größer und umfangreicher mit Wasser/Iso/Bier, Bananen, Äpfel, und verschiedenen Apfelkuchen (es ist ja nicht umsonst der Genuss Apfel Lauf!). Zufrieden und satt ging ich dann zurück zum Auto, um endlich aus den total nassen Laufklamotten rauszukommen.

Nach dem Umziehen ging ich zurück in den Zielbereich, wo überraschenderweise bereits die Ergebnisse des Volkslaufs aufgehängt waren. Es gab abermals nur die Klassen männlich/weiblich und da belegte ich mit einer Zeit von 00:36:59.95 — hoppala — den 4. Platz (von 92) bei den Damen bzw. den 59. Gesamtrang (von 211). Ehrlich gesagt hätte ich mir das nicht erwartet, da es doch ein großes Starterfeld war und mir die Hitze Wärme auf der zweiten Runde etwas zu schaffen machte. Der undankbare 4. Platz, ja, aber schneller wäre es bei diesen Temperaturen beim besten Willen nicht mehr gegangen. Und nur ca. 10 Sekunden langsamer als im Vorjahr, obwohl die Strecke heuer um 200 Meter länger war. Zufrieden trat ich die Heimreise an: Es war wieder ein schöner Lauf beim traumhaften Sommerwetter im Herbst am Stubenbergsee und ich freue mich schon auf den 3. Genuss Apfel Lauf!

12. Radio Steiermark Lauf

Bei nahezu idealen Laufbedingungen fand am Samstag, den 5. April 2014, der 12. Radio Steiermark “Einfach gut drauf” Lauf in Bad Waltersdorf statt. Nach dem Saisonauftakt in Leitersdorf vor zwei Wochen war eigentlich geplant, erst Ende April wieder an einem Wettkampf teilzunehmen, aber ein guter Bekannter, der bei der Küchenrenovierung mit Rat und Tat zur Seite stand, brachte mich auf eine Idee: Fahr doch zum Entspannen in die Therme, wenn die Küche fertig ist! Zufällig (?!) fand am Wochenende nach Fertigstellung der Küche in der Thermenregion Bad Waltersdorf eine Laufveranstaltung statt, bei der im Nenngeld ein Gutschein für einen Tageseintritt in die Heiltherme inkludiert ist. Das ist doch perfekt — zuerst laufen und dann in der Therme relaxen!

Nachdem der Vulkanland Frühlingslauf doch von der Krankheit meiner Katze und akuten Schlafmangel überschattet war, ging es diesmal ausgeschlafen und gelassen in die Steiermark. Wenn es auch sehr traurig ist, von einem Haustier nach fast 15 Jahren Abschied nehmen zu müssen, tröstet es einem doch, wenn man weiß, dass die treue Samtpfote nicht mehr leiden muss oder Schmerzen hat. Von diesem Hintergrund ausgehend fuhr ich ohne große Erwartungen nach Bad Waltersdorf — ich wollte einfach einen schönen Tag verbringen und sowohl beim Laufen als auch danach in der Therme für ein paar Stunden den Alltag und den ganzen Renovierungsstress vergessen.

Startnummernausgabe im Kulturhaus Bad Waltersdorf

Startnummernausgabe im Kulturhaus Bad Waltersdorf

In Bad Waltersdorf angekommen führte mein erster Weg wie immer zur Startnummernausgabe, die gut organisiert war und ich das Startsackerl binnen weniger Minuten in meinen Händen hielt. Danach schlenderte ich gemütlich in Richtung Ortzentrum bzw. Hauptplatz, um den Start-/Ziel-Bereich zu besichtigen. Die Stimmung war bereits vor dem Start der ersten Läufe außerordentlich gut und das sollte sich bis zum Ende der Veranstaltung nicht ändern. Nach den Kinderläufen, dem Nordic Walking Bewerb und dem Einsteigerlauf fiel der Startschuss zum Hauptlauf über 12 Kilometer (3 Runden zu je 4 Kilometer) um 14:30 Uhr.

Start-/Ziel-Bereich am Hauptplatz

Start-/Ziel-Bereich am Hauptplatz

Round and Around we go

Ich lief bewusst gemächlich los, da ich nicht sicher war, wie gut oder schlecht meine Tagesform ist. Beim Einlaufen fühlte es sich gut an, aber wiederum wehte teils sehr lebhafter Wind und das könnte auf den drei Runden “zach” werden, wenn man anfangs überpaced. Generell glaube ich, dass Läufe mit mehreren Runden zumindest für mich eine mentale Angelegenheit sind: Auf der ersten Runde ja nicht zu schnell laufen, da man die gleiche Gegend noch mindestens einmal sieht und wenn man sich dann dabei quält, ist es nicht gerade lustig. Also bin ich da lieber vorsichtig, zumal man sich auf Streckenbeschreibungen auch nur bedingt verlassen kann, doch diesmal war die Strecke tatsächlich “flach und schnell” ohne Anstiege oder Schotter- bzw. Wiesenpassagen.

Mein Begleiter für zwei Runden

Mein Begleiter für zwei Runden

Die erste Runde lief sehr gut und mit einer Rundenzeit von 19:36 hatte ich das nötige Selbstvertrauen, die weiteren Runden etwas schneller zu laufen. Sowohl auf Runde 1 als auch auf Runde 2 lief ein Herr in einem blauen Laufshirt neben mir, der offenbar mit einem Fanclub angereist war: Ein paar hundert Meter vor Rundenende stand besagter Fanclub in einer Kurve und feuerte den Mann lautstark an und seine Frau/Freundin (?) versuchte sich als Fotografin, um ohne Rücksicht auf Verluste bzw. Kollisionen dynamische Fotos zu schießen. Ich fand das erheiternd, aber da ich merkte, dass der Herr schon etwas schnaufte, verschärfte ich auf der dritten Runde das Tempo und er konnte mir nicht mehr folgen, zumal er auf den vorherigen Runden schon teilweise in meinem Windschatten gelaufen ist.

Einfach gut drauf!

Bei der 10-Kilometer-Markierung wurde mir bewußt, dass sich eine Zeit unter 60 Minuten ausgehen wird. Beflügelt von dieser Feststellung legte ich nochmal einen drauf erreichte mit einer Zeit von 0:57:57 das Ziel, was einer Durchschnittspace von 4:50 entspricht. Mit den Rundenzeiten von 19:36, 19:19 und 19:09 bin ich abermals einen negativen Split gelaufen. Schlußendlich wurde es Platz 7 (von 18) in der Altergruppe W-30 bzw. Platz 23 (von 86) bei den Frauen. Damit hatte ich nicht gerechnet und bin natürlich äußerst zufrieden! Gleich nach Zieleinlauf ging es dann in die Heiltherme, wo ich im warmen Thermalwasser so richtig entspannen konnte.

Die Störche beobachteten den Lauf aus der Luft

Die Störche beobachteten den Lauf aus der Luft

Alles in allem war es ein herrlicher Tag mit einem tollen Lauf und einem netten Ausklang in der Therme. Die Organisation war vom Feinsten und die Stimmung wunderbar. Die Veranstaltung heißt definitiv zu recht “Einfach gut drauf” Lauf!

Startnummer und Finisher-T-Shirt

Startnummer und Finisher-T-Shirt