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Klagenfurter Altstadtlauf 2016

Nach dem Duathlon und dem SWIManiak war es Zeit für mein offizielles Lauf-Comeback und der Klagenfurter Altstadtlauf am 9. Juni 2016 bot sich dazu wunderbar an. Ich bin 2013 schon einmal beim Altstadtlauf gestartet, doch damals reichten mir 2 Runden bzw. die kurze Distanz über 5 Kilometer. Diesmal meldete ich mich für die 10 Kilometer mit 4 Altstadtrunden an, um zur Formüberprüfung eine brauchbare 10er Zeit zu erhalten — Sub 50 war das erklärte Ziel.

Die Startunterlagen holte ich bereits am Mittwoch ab, um am Donnerstag keinen zusätzlichen Stress zu haben. Es ergab sich nämlich, dass ich genau an diesem Donnerstag etwa 2 Stunden vor dem Start des Altstadtlaufs einen Termin bei meinem Nuklearmediziner in Klagenfurt hatte, um also vor dem Lauf noch etwas Blut für aktuelle Schilddrüsenwerte abzapfen zu lassen. Früher waren Blutabnahmen etwas haarig und ich bin da regelmäßig umgekippt, aber mittlerweile habe ich das schon ganz gut unter Kontrolle und die 5ml Blut weniger würden die Leistung beim Laufen hoffentlich nicht beeinflussen.

Die Wetterbedingungen für den Klagenfurter Altstadtlauf 2016 waren nach meinem Geschmack: 15 Grad und regnerisch. Es hätte sogar noch ein paar Grad kühler sein können, denn wie es sich dann heraustellte, war es zwischenzeitlich in den engen Gassen der Altstadt doch etwas stickig und warm. Seit meiner Halbmarathon-PB beim Graz Marathon im Oktober 2015 mag ich kühle Regenrennen, vor allem, wenn ich auf Zeit laufen möchte.

Das (Lauf-) #Comebackstronger sollte auch mit neuen Wettkampfschuhen stattfinden. Nachdem ich in den letzten Jahren alle meine reinen Laufwettkämpfe mit meinen geliebten Brooks Pure Flow 2 bestritten hatte, mein Vorrat an diesen Schuhen nun aufgebraucht ist und die Nachfolgemodelle in der Zehenbox zu eng und für einen Wettkampfschuh auch zu schwer sind, entschied ich mich nach zahlreichen Tests und Versuchen für den Altra One 2.5 als neuen Wettkampfschuh: Ein leichter Zero-Drop Schuh mit sehr geräumiger Zehenbox, der nicht nur schnell, sondern auch sehr bequem ist.

Vor dem Start um 19:30 Uhr begab ich mich zeitig zur Startaufstellung, wo ich allerding einen vermeidbaren Fehler machte. Ich stellte mich meiner realistischen Leistung entsprechend in den Startblock für 4:30 bis 5:00min/km und ging davon aus, dass die LäuferInnen um mich in der Tat dieses Tempo laufen würden. Als dann der Startschuß fiel, war nach der Startlinie auf den ersten paar hundert Metern kein Weiterkommen. Im Zick-Zack-Kurs bahnte ich mir überholend meinen Weg durch die langsamen Massen von LäuferInnen. Erst nach dem Einbiegen in die Bahnhofstraße hatte sich das Feld gelichtet und ich konnte meine angestrebte Pace laufen. Dadurch habe ich wohl einige Sekunden liegen lassen und das nächste Mal, wenn ich auf Zeit laufe, stelle ich mich einfach ganz frech in den schnelleren Block, um beim Start zügig wegzukommen.

Feet don’t fail me now

Über den Lauf selbst gibt es nicht viel aufregendes zu erzählen — wenns läuft, dann läufts. Und glücklicherweise lief es an diesem Donnerstag Abend in der Klagenfurter Innenstadt, was mir bereits am ersten Kilometer bewusst wurde. Mehrere Runden zu laufen ist für mich mental anstrengend und so konzentrierte ich mich vorwiegend darauf, mein Tempo konstant zu halten. Von der Stimmung entlang der Strecke ist mir die Trommlergruppe vor den City Arkaden und die Anfeuerungszone des Club261 (“Work, work, work”) in Erinnerung geblieben. Irgendwo schallte einmal das Lied “Running Man” von Ollie Gabriel aus einem Lautsprecher und die Textzeile “feet don’t fail me now” wurde spontan zum Mantra für den Rest des Laufes.

Gut gelaunt nach der ersten Runde

Gut gelaunt nach der ersten Runde

Die ersten zwei Runden waren eigentlich schnell gelaufen und ich lag gut in der Zeit. Die dritte Runde ist traditionell jene, wo ich mental wirklich kämpfen muss und die Tatsache, dass viele LäuferInnen nur zwei Runden liefen und somit ab Runde 3 deutlich weniger Leute auf der Strecke waren, machte es nicht einfacher. Doch auch diese Runde war recht flott erledigt und auf der vierten und letzten Runde legte ich einen Zahn zu, da ich mich nach wie vor gut fühlte. Zwischenzeitlich stellte sich auch für ein paar Minuten ein “Flow” ein und es fühlte sich nach langem wieder einmal so an, als ob ich ganz locker und leicht über den Asphalt schweben würde.

Zu schnell für die Kamera

Zu schnell für die Kamera

Die letzten hundert Meter waren toll, da mir klar wurde, dass es wieder wie vor meinem Sturz ist und ich wieder so laufen kann, als ob nichts gewesen wäre. #Comebackstronger erfolgreich! Ein kurzer Zielsprint und ich überquerte die Ziellinie. Das Ziel Sub 50 Minuten habe ich locker mit einer offiziellen Zeit von 48:18 über 10 Kilometer erreicht. Mit den recht konstanten Rundenzeiten von 12:14, 12:07, 12:11 und 11:45 bin ich zufrieden, aber es ärgert mich etwas, dass ich mich nicht in den schnelleren Startblock gestellt hatte und so wohl anfangs einige Sekunden liegen gelassen und Sub 48 knapp verpasst habe. Dennoch, ein Erfolg auf ganzer Linie, da ich meine 10k PB von 2015 um 37 Sekunden unterbieten konnte. Für die Statistik: Im offiziellen Endergebnis belegte ich den 190. Gesamtplatz (von 423), Platz 15 (von 96) bei den Frauen und Platz 6. (von 28) in der Altersklasse W-30.

Erfolgreiches #Comebackstronger mit neuer PB über 10km

Erfolgreiches #Comebackstronger mit neuer PB über 10km

Eine Dame hängt mir die Finisher-Medaille um und ich wanke in Richtung Ziellabe, wo es außer Äpfeln und Iso nichts (mehr?) gibt. Das ist etwas enttäuschend, aber gut, für das äußerst günstige Nenngeld von 14 Euro bekommt man ohnehin ein gut gefülltes Startersackerl und ein Funktions-T-Shirt, da kann man schon drüber hinwegsehen, dass es im Ziel keine Bananen gibt. Für solche Fälle habe ich mittlerweile immer meine eigene Zielverpflegung im Auto und am Heimweg durften dann die obligaten “Post-Race-Pommes” beim McDonalds nicht fehlen.

Streckenverlauf und Auswertung in Polar Flow

Streckenverlauf und Auswertung in Polar Flow

Die Laufbandkauf-Saga

Schon längere Zeit befasste ich mich mit einem potentiellen Laufbandkauf, aber erst in den vergangenen Wochen wurden die Pläne immer konkreter und mündeten schließlich heute der Bestellung eines Laufbandes. Da es sich um eine nicht gerade günstige Investition handelt, sollte die Entscheidung natürlich wohlüberlegt und durchdacht sein. Vielleicht ist es für den einen oder anderen Läufer, der ebenfalls über ein eigenes Laufband nachdenkt, hilfreich, wenn ich meinen Entscheidungsprozess in der Form einer “Laufbandkauf-Saga” kurz nachskizziere.

Ein eigenes Laufband — brauche ich das?

Die Frage stellte ich mir in den letzten Wochen immer wieder, zumal ich bis dato ohne eigenem Laufband gut über die Runden gekommen bin. War es aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, in der freien Natur zu laufen, dann fuhr ich einfach in das ca. 12 Kilometer entfernte Fitnessstudio und benutzte eines der Laufbänder dort für mein Training. Was hält mich davon ab, dies in Zukunft auch so zu handhaben?

Einerseits haben sich doch einige Dinge im Laufe dieses Jahres geändert und nach meiner ersten Laufsaison möchte ich im zweiten Jahr einige Dinge anders bzw. besser machen — vor allem auch im Hinblick auf eine mögliche Triathlon-Teilnahme. Andererseits sind die Laufbänder im Fitnessstudio schon etwas ältere Modelle, die einige einschneidende Limitierungen aufweisen; beispielsweise ist die Trainingsdauer auf maximal 60 Minuten limitiert und ein Intervalltraining ist nur aufwändig zu realisieren, da die Geräte über kein entsprechendes Programm verfügen. Manuell kann man sie nur auf “Zeit” oder “Distanz” programmieren, wobei es keine Rolle spielt, welche Distanz man eintippt, denn nach 60 Minuten ist Trainingsende, unabhängig davon, ob man das Distanzziel erreicht hat oder nicht.

Für ein eigenes Laufband spricht:

  • Individuelleres Training, da Intervalle und längere Läufe ohne Unterbrechung möglich sind
  • Koppeltraining mit dem Rollentrainer in Hinblick auf einen Triathlon
  • Kurzfristiges Training, ohne ins Fitnessstudio fahren zu müssen

Gegen ein eigenes Laufband spricht:

  • Hoher Anschaffungspreis und Platzbedarf
  • Wegfall der “sozialen” Komponente des Trainings im Fitnessstudio

Ganz pragmatisch gesehen überwiegen für mich persönlich doch die Vorteile und ich begann mich gezielt nach Laufbändern umzusehen, die meinen Anforderungen entsprechen.

Welches Laufband hättens denn gern?

Wer die Wahl hat, hat die Qual und das trifft voll und ganz auf den Laufband-Markt zu. Die Auswahl ist riesig und die Preisespanne bewegt sich zwischen 500€ und 15000€. Sowohl ein Einsteiger- als auch ein Studiogerät kommen für mich nicht in Frage, daher erschien mir das Preissegment um die 2000€ am sympathischsten. Die weiteren Anforderungen sind:

  • Markengerät mit guter Garantie/Gewährleistung
  • Dauerleistung um die 3 PS
  • Gute Dämpfung der Lauffläche, aber nicht zu labberig
  • Große Lauffläche (150x50cm)
  • Umfangreiche Trainingsprogramme (Must have: Intervall, Benutzerdefiniert, >60 Minuten, Bonus: Herzfrequenzgesteuert)
  • Herzfrequenzmessung über Polar Gurt
  • eventuell USB-Schnittstelle

In meiner gewählten Preiskategorie schränkte ich die Auswahl auf drei Geräte ein, nämlich auf das Life Fitness F1 Smart Folding, das Horizon Fitness Elite T5000 und das Kettler Track Experience. Was folgte war eine ausgiebige “Googlerei” und zahlreiche Testberichte und Reviews später hatte sich die Auswahl auf einen Favoriten reduziert: Das Kettler Track Experience. Dazu kam allerdings, dass mir ein Bekannter (selbst Läufer und Triathlet) kürzlich erzählte, dass er sich besagtes Gerät gekauft hatte und damit sehr zufrieden ist. Im Gegensatz zu den Gummi- bzw. EVA-Dämpfungssystemen arbeitet das Track Experience mit einem Magnetdämpfungssystem, das ein angenehmes Laufgefühl vermittelt und außerdem verschleißfrei ist. Da er mit meiner Kniegeschichte bestens vertraut ist, würde er mir das Magnetdämpfungssystem wärmstens empfehlen.

Laufbandtest in Klagenfurt: Mission Impossible

Natürlich wollte ich mir vor einem Kauf bzw. einer Bestellung von dem Magnetdämpfungssystem selbst ein Bild machen und bin kurzerhand ausgerückt, um in Klagenfurt sämtliche Sportgeschäfte abzuklappern in der Hoffnung, dass irgendwo ein Track Experience lagernd und testbereit ist. Gigasport: Fehlanzeige, drei Laufbänder ausgestellt, alle drei unter 1000€, nein danke. Intersport Eybl (Feldkirchnerstraße): Chaos und Umbau wegen Geschäftstausch mit Sports Experts, aber beim ehemaligen Sports Experts in der Völkermarkterstraße sollten sie Geräte ausgestellt haben. Also zurück in die Völkermarkterstraße, wo ebenfalls Chaos und Umbau herrschten, aber wenigstens Laufbänder ausgestellt waren. Eines davon sogar von Kettler, aber leider nur das Track Performance, das eine herkömmliche Dämpfung aufweist. Auf meine Frage hin, ob man irgendwo in Südösterreich (Kärnten, Steiermark) ein Track Experience besichtigen und ausprobieren kann, wurde ich ebenfalls enttäuscht, nein, das ist nicht möglich, das haben wir nirgends lagernd und wenn sie eines möchten, dann müssen sie das online bestellen oder wir besorgen es ihnen.

Oh what the hell… ich vertraue meinem Bekannten und den durchwegs positiven Erfahrungsberichten im Netz und kaufe mir das Kettler Track Experience. Direkt im Geschäft wollte ich das Laufband nicht bestellen, da es teurer als bei den meisten Online-Angeboten ist und obendrein auch noch Versandkosten anfallen, wenn ich es nach Hause liefern lasse. Eine Google-Session später fand ich einen Online-Shop in Linz, der offizieller Vertriebspartner von Kettler ist und das Laufband unter dem vom Hersteller empfohlenen Verkaufspreis anbietet. (Lustigerweise wäre dort das Gerät auch ausgestellt, aber deswegen nach Linz fahren?) Eine Anfrage per Website und ein Telefonat später war das Track Experience problemlos bestellt und befindet sich bereits auf dem Weg nach Kärnten — frei Haus wohlgemerkt.

Kettler Track Experience Laufband

Kettler Track Experience Laufband

12. Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon

Gestern, am 18. August 2013, fand bereits zum 12. Mal der Wörthersee Halbmarathon im Rahmen von “Kärnten Läuft” statt. Das Startsackerl holte ich Freitagabend ab, wohnte dem Start des Nightruns bei und schlenderte anschließend durch die Running-City. Danach hatte ich das Glück bzw. die Ehre, Markus samt Begleitung im Ziel vom Nightrun zu treffen und kurz zu plaudern.

Der Samstag verlief dann sehr ruhig ohne Sport, was mir angesichts des schönen Wetters doch etwas schwer fiel. Wie geplant ging ich dann um ca. 22 Uhr schlafen, da am Sonntag bereits um 5 Uhr der Wecker klingelte. Doch dieses Vorhaben, sieben Stunden Schlaf zu bekommen, ging gründlich daneben. Ich gehe normalerweise nie vor Mitternacht ins Bett, daher war auch um 22 Uhr trotz medikamentöser Hilfe kein Schlaf zu finden; um 1 Uhr war ich noch immer putzmunter und obendrein auch noch hungrig. Also stand ich auf und machte mir einen Proteinshake. Da es mittlerweile auch eher meine übliche Einschlafzeit war, schlief ich dann nach dem Proteinshake tatsächlich recht bald ein, aber den Schlaf empfand ich nicht erholsam, da ich ca. alle 60 aufwachte. Dieses Problem habe ich öfters: Wenn ich weiß, dass ich am nächsten Tag früh aufstehen muss und auf gar keinen Fall verschlafen darf, dann ist mein Schlaf in der Nacht zuvor meist von schlechter Qualität. Um 4:30 Uhr wachte ich abermals auf und entschloss, nicht bis 5 Uhr zu warten, sondern sofort aufzustehen.

Dadurch hatte ich mehr Zeit fürs Frühstück und andere Vorbereitungen, bevor ich um 6:15 Uhr wie geplant in Richtung Klagenfurt aufbrach. Glücklicherweise war kaum Verkehr auf der A2, was die Anreise sehr entspannt machte und nach der Abfahrt bei Klagenfurt Minimundus fand ich auf dem Parkplatz sofort eine Parklücke. Ich befürchtete, dass sämtliche Parkmöglichkeiten um ca. 7 Uhr bereits völlig ausgelastet sein würden, was aber ganz und gar nicht der Fall war. Die Shuttle-Busse zum Bahnhof in Krumpendorf fuhren in sehr kurzen Abständen und ich nahm den nächsten, der am Parkplatz Minimundus anhielt. Auf dem Weg nach Krumpendorf gab es eine kleine Schrecksekunde, als der Busfahrer abrupt bremsen musste, um nicht in einen vor ihm plötzlich rechts einparkenden Kleinwagen zu krachen. (Auf den Lenker des roten VW Polos traf offenbar das Stichwort “Sonntagsfahrer” zu.)

Wohlbehalten am Bahnhof in Krumpendorf angekommen hieß es warten. Der erste Shuttlezug zu den Starts war gerade eingefahren und HelferInnen baten die Teilnehmer des Halbmarathons, den zweiten und dritten Shuttlezug zu nehmen und so den Teilnehmern des Viertelmarathons den Vortritt zu lassen, damit diese rechtzeitig bis 8 Uhr zum Start kommen. Da es ohnehin meine Absicht war, den zweiten Shuttlezug zu nehmen, gesellte ich mich zur wartenden Menge am Bahnzeig und wartete, bis der Zug nach Velden um 7:27 Uhr kam. Ich war von der Menschenmenge überwältigt und machte mir kurzfristig Sorgen, ob alle wartenden LäuferInnen im nächsten Zug Platz finden würden; zumal laufend Shuttle-Busse mit weiteren LäuferInnen an Bord eintrafen. Im zweiten Zug um 7:27 Uhr fanden — soweit ich das beurteilen konnte — alle wartenden LäuferInnen Platz. Es war zwar nicht sonderlich geräumig und ich hatte nur einen Stehplatz (praktischerweise gleich neben dem WC!), aber die Fahrt dauerte ohnehin nicht lange und nach wenigen Minuten stiegen schon die Viertelmarathon-TeilnehmerInnen in Pörtschach aus, was das Platzangebot sofort deutlich vergrößerte.

Gut gelaunt in Velden angekommen

Gut gelaunt in Velden angekommen

Schneller als erwartet waren wir in Velden angekommen und da ich mich weder am dortigen Bahnhof noch im Ort selbst auskenne, folgte ich einfach der breiten Masse, die sich anzunehmenderweise in Richtung Start bewegte. Es war kurz nach 8 Uhr und als erstes reihte ich mich in eine Warteschlage für die Dixi-Klos ein, während ich einen PowerBar Energieriegel verspeiste. (Ich war zwar im Zug auf der Toilette, aber wollte auf Nummer sicher gehen.) Mit meinem Laufpartner Wolfgang war vereinbart, uns kurz nach 8:10 Uhr bei der Schiffsanlegestelle zu treffen, was auch perfekt funktionierte und wir machten uns gemeinsam auf den Weg zum Kleidertransport, um unsere Kleidersäcke abzugeben. Praktischerweise war eine Wasserstelle gleich in der Nähe des Kleidertransports und ich nahm mir einen Becher, um mit einigen Schlucken den Energieriegel runterzuspülen. Zu viel wollte ich auf keinen Fall trinken, um das Problem vom Ossiacher See Halbmarathon zu vermeiden. (Da hatte ich zu viel getrunken und war ab der Hälfte der Strecke aufgeschwemmt.)

Vor dem Start

Vor dem Start

Schön langsam näherte sich die Startzeit um 8:50 Uhr und nach kurzer Absprache stellten wir uns in der Nähe des blauen Pacemaker-Luftballons mit der Aufschrift “2:00” auf. Die Stimmung im Startbereich war super und ich war nach wie vor von der riesigen Anzahl an LäuferInnen beeindruckt. Ein Hubschrauber kreiste über unseren Köpfen, sodass ich den eigentlichen Startschuß gar nicht hörte — es dauerte mehrere Minuten, bis sich das Läuferfeld langsam in Richtung Startlinie in Bewegung setzte. Und dann war es soweit: Über die Startlinie und los gehts!

Bereits nach wenigen hundert Metern erwartete uns beim Casino eine der zahlreichen “Stimmungsmeilen” entlang der Halbmarathonstrecke: Ein Männergesangsverein gab ein Kärntnerlied zum Besten. Leider erforderte das teilweise sehr dichte Gedränge auf der Strecke viel Konzentration, damit man nicht in den Vordermann läuft bzw. über etwas stolpert und ich kann mich nicht mehr genau an alle Stimmungsmeilen erinnern, aber es waren definitiv sehr gute Stimmungsmacher dabei, die wirklich stundenlang die LäuferInnen lautstark anfeuerten.

Die ersten paar Kilometer waren schnell gelaufen und wir versuchten, unseren Abstand zum blauen Ballon konstant zu halten. Zu diesem Zeitpunkt empfand ich das Wetter noch nicht zu heiß und daher überlegte ich mir, ob ich die erste Labestation bei 4,2 km überspringen sollte, aber entschied mich dagegen und griff zu einem Becher Wasser, von dem ich nur zwei Schluck trank. Unsere Pace bewegte sich um 5:30, aber ich stellte fest, dass mit der Temperatur auch mein Puls stieg. Kurz vor Pörtschach erreichte ich den roten Bereich; ich fühlte mich aber noch gut und konsumierte wie geplant das erste der zwei Powergels, die ich am Startnummernband mitführte. In Pörtschach gab es dann die zweite Labestation und da konnte ich mit ein paar Schluck Wasser das Gel runterspülen. Mittlerweile war es schon richtig heiß und da ich nicht den ganzen Becher austrinken wollte, machte ich es wie die “Profis” und kippte mir das restliche Wasser kurzerhand über den Kopf. Sehr erfrischend, aber leider nur von kurzer Dauer.

Ich passierte die 10 Kilometer Marke nach 00:55:25 und lag damit sehr gut in der Zeit für die 2:00h. Doch dann hatte ich einen leichten Einbruch; ich fühlte mich kurzfristig recht müde und mir war sehr heiß. Bei Kilometer 12 sagte ich zu Wolfgang, dass ich abreißen lassen muss und das Tempo vom blauen Ballon nicht länger halten kann. Ab Kilometer 13 war meine Pace um 5:40 und ich versuchte, meinen eigenen Rhythmus zu finden, nachdem ich ja den blauen Ballon nicht mehr folgen konnte. Aber Krumpendorf war nicht mehr weit und ich wußte, dass beim Billa in Krumpendorf meine Zimmerkollegin vom Klinikum auf mich warten und mich lautstark anfeuern würde. Sie war ja die erste Person, der ich letztes Jahr im Mai im Krankenhaus meinen Entschluß mitteilte, einen Halbmarathon zu laufen. So kitschig das klingen mag, aber ihre Anfeuerungsrufe gaben mir einen Boost!

Die Wende beim Gemeindeamt in Krumpendorf war auch die 15 Kilometermarke und ich lag mit 01:24:35 nach wie vor gut in der Zeit für mein Ziel. Ich nutzte sämtliche Wasserbögen und -schläuche und kippte mir bei jeder Labestation das restliche Wasser über den Kopf, aber eine wirkliche Abkühlung brachte das alles nicht. Zwar sank seit Kilometer 10 mein Puls und ich konnte mich auf eine 5:40er Pace einpendeln, aber es wurde leider immer heißer und schattige Streckenabschnitte waren Mangelware. Ab Kilometer 17 wurde es zäh, sodass ich zwangsläufig ob der Hitze langsamer wurde und auf 5:50 kam. Offenbar ging es aber fast allen LäuferInnen so, denn es überholte mich kaum noch jemand und manche gingen schon anstatt zu laufen. In der Nähe von Kilometer 18 sah ich einen Läufer unter einem Baum liegen; seine Beine wurden von einem Sanitäter in die Höhe gehalten, während ihn ein Arzt/Sanitäter behandelte. Hoppala, eine recht deutliche Aufforderung, es bei dieser Hitze nicht zu übertreiben!

Zwischen den Kilometern 18 und 20 gelang es mir, zahlreiche LäuferInnen zu überholen und zu meiner Überraschung traf ich kurz vor Kilometer 19 auch Wolfgang wieder, den ich ja bei Kilometer 12 ziehen lassen musste. Nun konnte er mir nicht mehr folgen und ich überholte ihn. Kilometer 20 erreichte ich bei 01:54:20 und damit war mir klar, dass ich es nicht in 2 Stunden ins Ziel schaffen würde. Aber das Ziel war bereits in Augenweite und vor allem auch schon deutlich hörbar und der letzte Kilometer war einfach nur genial: Rechts und links hunderte von Zuschauern, die einem wirklich lautstark anfeuern und so für eine Wahnsinnsstimmung sorgen! Dann noch schnell über die Wörtherseebühne und man ist auf der Zielgeraden! Noch ein Endsprint und im Ziel. Geschafft!

Auf der Schlussgeraden

Auf der Zielgeraden

Sofort hängte mir ein junger Mann die Finisher-Medaille um den Hals und ich begab mich in Richtung Endlabezelt, wo ich mir eine Banane und zahlreiche (!!) Getränke nahm, da ich von der Hitze so durstig war. Wenige Minuten nach mir erreichte auch Wolfgang das Ziel und nach einem ersten Verschnaufen gingen wir zum Kleidertransport und dann weiter zum Strandbad. Hier erwartete uns abermals eine lange Warteschlange von LäuferInnen, die offenbar darauf warteten, ihre Freikarte für das Strandbad vom Kassenschalter zu erhalten. Das ist vielleicht das einzige, was an der ganzen sonst wirklich sehr gut organisierten Veranstaltung verbesserungswürdig wäre. Nach einem Halbmarathon möchte ich mich nicht verschwitzt irgendwo anstellen, zumal die Situation im Strandbad in den letzten Jahren anscheinend besser gelöst wurde: Leute mit Startnummer wurde einfach durchgewunken und brauchten sich nicht um eine Freikarte anstellen. Eine Angestellte vom Strandbad ergriff dann die Initiative, kam mit einem Stapel Freikarten und verteilte sie unbürokratisch an Läufer mit Startnummer, sodass wir wenige Minuten später endlich die lang ersehnte Abkühlung in der Form eines Bades im Wörthersee genießen konnten!

Meine Finisherzeit ist 02:02:37 und damit bin ich zufrieden, denn ich konnte meine Pace auf Halbmarathondistanz von 5:58 auf 5:49 verbessern und somit eine neue persönliche Bestzeit verbuchen! Leider waren die Bedingungen nicht ideal für eine Zeit unter 2h, denn einerseits war ich nicht ausgeschlafen und andererseits machte mir die große Hitze zu schaffen. Aber das war ja nicht mein letzter Halbmarathon und außer dem Triathlon brauche ich ohnehin ein weiteres Ziel und das heißt nach wie vor “Halbmarathon Sub 2h”. Sehr gut geklappt hat die Verpflegung auf der Strecke: Die Kombination aus ein paar Schlucken Wasser und nach etwa einer Stunde ein Powergel scheint besser zu funktionieren als wenn ich abwechselnd Wasser und Iso trinke. Ich freue mich schon auf den Wörthersee Halbmarathon 2014 und alles in allem war Kärnten Läuft ’13 wie man so schön sagt “leider geil”.

Die Ruhe vor dem Sturm

Am kommenden Sonntag ist “Race Day” und ich sehe dem ganzen eigentlich gelassen entgegen. Ja, es ist das Ereignis, der Wettbewerb, auf den ich seit fast einem Jahr hintrainiert habe, aber mittlerweile war ich schon bei zahlreichen Laufveranstaltungen und auch beim “Trainingshalbmarathon” im Juli lief es sehr gut, sodass ich ein gutes Gefühl habe.

Diese Woche habe ich — gleich wie vor dem Ossiachersee Halbmarathon — mein Training etwas reduziert und mache nur leichte bzw. kürzere Einheiten. Sicherlich wäre eine Sub-2h ein Traum, aber wenn es nicht klappen sollte, dann peile ich dieses Ziel eben beim nächsten Halbmarathon an. Die Strecke ist mehr oder weniger flach, doch es gibt zwei Variablen, die am Sonntag hinderlich sein könnten. Erstens wäre da das Wetter, denn es soll abermals sehr heiß werden mit Temperaturen um und über 30°C. Der Start wurde deswegen dieses Jahr extra eine Stunde vorverlegt, damit man der Hitze etwas entkommt. Das ist aber der zweite Faktor, der sich negativ auf meine Leistung auswirken könnte, denn ein so früher Start bedeutet, dass ich für 5 Uhr morgens den Wecker stellen muss. Ich stehe so gut wie gar nicht um eine solche Zeit auf, aber es ist die einzige Möglichkeit, außer ich nehme mir ein Zimmer für eine Nacht in Klagenfurt.

Aber warum um 5 Uhr aufstehen, wenn die Transfers erst ab ca. 7 Uhr von Klagenfurt nach Velden starten und ich ca. 40 Minuten mit dem Auto nach Klagenfurt brauche? Das “verdanke” ich wohl der Tatsache, dass ich keine Schilddrüse mehr habe und mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück Thyrex nehmen muss. Ich habe mir überlegt, an diesem Tag eventuell keine Schilddrüsenhormone einzunehmen, denn dann könnte ich eine Stunde länger schlafen, aber wer weiß, wie ich mich dann beim Laufen fühle, so ohne frischen Hormonnachschub? Das möchte ich nicht riskieren, also lieber um 5 Uhr aufstehen, Tablette einwerfen, in aller Ruhe noch die letzten Vorbereitungen treffen, frühstücken und um 6:15 Uhr in Richtung Klagenfurt aufbrechen.

Jedenfalls freue ich mich auf den Wörthersee Halbmarathon am Sonntag und mache mir keinen Stress, was die Zielzeit anbelangt. Aus einem Gespräch mit einem Lauftrainer im Fitnessstudio ging hervor, dass die Tagesform am Race Day von so vielen Faktoren (wie Wetter, Schlafqualität, Tageszeit, etc.) abhängig ist und wirklich fast alles perfekt sein muss, damit sich eine neue persönliche Bestzeit ausgeht. Ich will entspannt, glücklich und gesund ins Ziel kommen und das Rennen einfach genießen.

1. IKEA Sie und Er Lauf

Gestern, also am 22. Juni 2013, fand der 1. IKEA Midsommar Sie und Er Lauf beim IKEA in Klagenfurt statt. Ich hatte mich bereits Ende April dazu angemeldet, da die Teilnehmerzahl limitiert war und ich unbedingt mitmachen wollte. Als Laufpartner konnte ich einen Verwandten rekrutieren, doch dieser musste leider verletzungsbedingt letzte Woche seine Teilnahme absagen. Glücklicherweise erklärte sich Kollege Wolfgang sofort bereit, einzuspringen.

Bereit für 1. IKEA Sie und Er Lauf

Bereit für den 1. IKEA Sie und Er Lauf

Was ist aber ein Sie und Er Lauf? Es ist im Grunde ein “Fun-Lauf”, wo eine Frau und ein Mann ein Team bilden; zuerst läuft die Frau x Kilometer, übergibt dann per Handschlag an den Mann, der ebenfalls die gleiche Strecke bewältigt und am Ende läuft das Team gemeinsam über die Ziellinie. Dabei werden sowohl das Alter der beiden Teilnehmer als auch die Zeiten addiert und heraus kommen etwas ungewöhliche Altersklassen und Ergebnisse. Im Falle des 1. IKEA Sie und Er Laufs galt es, jeweils fünf Runden zu je 800 Meter um den IKEA zu absolvieren. Die Streckenführung war dabei recht interessant gewählt, denn sie führte zuerst durch die Tiefgarage des Möbelhauses, dann über eine langgezogene, leicht ansteigende Linkskurve quasi “hinter” den IKEA und dann über eine weitere langgezogene, aber diesmal abfallende Linkskurve zurück zum Start/Ziel-Bereich — also ein klassischer Rundkurs!

Ich hatte im Vorfeld leichte Bedenken, fünfmal die gleiche Strecke zu laufen; das könnte langweilig oder gar öd werden. Diese Befürchtung hat sich aber glücklicherweise überhaupt nicht bestätigt; ganz im Gegenteil, durch die relativ kurze Distanz von 800 Metern befanden sich fast überall entlang der gut gesicherten und markierten Strecke Zuschauer, die die Läufer wirklich lautstark anfeuerten und so für eine tolle Stimmung sorgten. Die “Moderatorin” des Events, deren Namen mir leider nicht bekannt ist, machte ihren Job ebenfalls ausgezeichnet und dank Vornamen an den Startnummern war der Kommentar während des Rennes sehr persönlich gestaltet — man hatte das Gefühl, wirklich ein(e) Läufer(in) mit Namen und nicht nur einfach eine Startnummer zu sein. Sehr netter Touch!

Vor dem Start wurde mir die Ehre zuteil, ein Interview zu geben. Die bereits erwähnte Moderatorin spazierte durch die wartenden Teilnehmer und befragte diese zum Lauf. Ich sagte noch zu Wolfgang, “Oh Gott, bitte kein Interview” und im nächsten Moment war das Mikrofon auch schon direkt vor meinem Mund. Kein Entkommen! Die nette Dame wollte wissen, ob ich aufgeregt bin und ob es sich hierbei um unseren ersten gemeinsamen Lauf handelt. Ich antwortete, nein, aufgeregt bin ich nicht und wir sind öfters gemeinsam bei Laufveranstaltungen, aber es ist unser erster Sie und Er Lauf. Und das wars, mein erstes Interview geschafft! Im Nachhinein fand ich die Aktion aber lustig und in dieser Form hatte ich so etwas noch bei keiner Laufveranstaltung erlebt.

Pünktlich um 19:40 wurden die Damen zur Startaufstellung gebeten und es wurden die Formalitäten der Übergabe bzw. des gemeinsamen Zieleinlaufs erklärt. Ich platzierte mich abermals mittig im Starterfeld und unterhielt mich noch mit den Läuferinnen neben mir über die Hitze so spät am Abend — und plötzlich fällt der Startschuss und es geht los! Die übliche Hektik beim Start und das Lossprinten mancher Läuferinnen bereitete mir abermals ein kleines Hochgefühl, aber ich blickte oft auf meine Uhr um sicherzustellen, dass ich nicht überpace. Ja, es sind “nur” 4 Kilometer zu laufen, aber die können lang werden, wenn man zu schnell startet. Ich wollte relativ konstant laufen und hatte im Grunde keine bestimmte Pace angepeilt — einfach nach dem Gefühl laufen, dass man noch schneller werden könnte, sollte es notwendig sein.

Das funktionierte überraschenderweise recht gut und die erste Runde war schnell gelaufen. Eine gewisse Ignoranz ist hier eindeutig von Vorteil: Einfach das eigene Tempo laufen und die anderen, die glauben, schneller laufen zu können, überholen lassen, denn nach der dritten Runde rolle ich dann das Feld von hinten auf oder spätestens bei Kilometer 10 sehen wir uns wieder, wenn es sich um einen längeren Lauf handelt. In Runde 2 und 3 hatte ich keine erinnernswerten Gedanken und lief in meinem Rhythmus dahin. Die erste, leicht ansteigende Linkskurve entpuppte sich als gemeiner als erwartet, denn da sank meine Pace regelmäßig auf etwa 5:25 ab. Ab der Hälfte von Runde 3 stellte ich fest, dass die Läuferinnen vor mir langsamer werden und konzentrierte mich darauf, gezielt meine Pace zu halten — und fing an, Damen zu überholen! In der letzten Runde gesellten sich bereits die ersten Herren zu den Damen auf der Strecke und ich überholte auf den letzten paar hundert Metern noch zwei oder drei Damen, ehe ich per Handschlag an Wolfgang abgab.

Ich machte einen kleinen Abstecher zur Labestation, die ich während der fünf Runden nicht in Anspruch nahm, und dann ging ich zur “Wechselzone”, wo ich wartete, bis Wolfgang seine fünf Runden gelaufen war. Es war recht spannend zuzusehen, wie andere Läuferinnen ins Ziel kamen und an ihren Laufpartner übergaben. Am Ende von Wolfgangs fünfter Runde liefen wir mit einem Sprint gemeinsam über die Ziellinie. Geschafft!

Zielsprint

Zielsprint

Im Zielbereich gab es gratis Wasser, Getränke und Red Bull! Im Startsackerl — einer blauen (Er) bzw. roten (Sie) IKEA-Tragetasche — befand sich neben einer IKEA-Gießkanne, IKEA-Luftballons und einem 5 Euro IKEA-Gutschein auch Gutscheine für eine Portion Pasta und wahlweise eine Zimtschnecke oder ein Softeis. Sehr erfreulich war auch die Tatsache, dass es bei der Pasta die Wahlmöglichkeit zwischen vegetarisch oder mit Fleisch gab! Zwischen dem Zieleinlauf des letztens Pärchens und der Siegerehrung genehmigten wir uns also eine Portion Pasta und eine Zimtschnecke. Außerdem gab es die kleine Flasche Mineralwasser zum Essen sowohl mit als auch ohne Kohlensäure. Super Verpflegung, das findet man wirklich nicht bei jeder Laufveranstaltung. Generell ein großes Lob und Dank an den Veranstalter, die LG Südkärnten und auch die Sponsoren, denn es war wirklich eine gelungene und schöne Laufveranstaltung!

Die Siegerehrung fand recht zügig statt und wir haben — wie erwartet — keinen Stockerlplatz erlaufen, aber Dabeisein ist ja bekanntlicherweise alles! Ich konnte meine persönliche Bestzeit über 4km auf 0:19:34,8 verbessern, das entspricht einer Pace von 4:54 bzw. 12,27 km/h. Auch meine Rundenzeiten waren mit 3:40, 3:51, 3:57, 4:04 und 4:00 recht ausgeglichen. Kurze Distanzen mag ich ehrlich gesagt nicht so gerne laufen, weil man wirklich 20 bis 30 Minuten fast ans Limit gehen muss, aber als Tempolauf zwischendurch passen sie recht gut in meinen Trainingsplan, zumal ich mich beim Training nicht so motivieren kann wie bei einem Wettkampf. Alles in allem war ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich schon auf den 2. IKEA Sie und Er Lauf im nächsten Jahr!

Rückblick: Klagenfurter Altstadtlauf 2013

Im Mai 2013 war geplant, an zwei Wettbewerben teilzunehmen: Am Pörtschacher Promenadenlauf und am Klagenfurter Altstadtlauf. Auf die Teilnahme beim Pörtschacher Promenandenlauf musste ich aber leider verzichten, da mich in der Woche vor dem Lauf (16. bis 18. Mai) ein paar Viren außer Gefecht gesetzt hatten und ich folglich drei Tage im Bett verbrachte. Bis zum Wettkampftag (25. Mai) fühle ich mich bei weitem nicht fit genug, um einen Lauf zu bestreiten. Es ist unglaublich, wie sehr einem ein banaler Infekt schwächt bzw. in der Form zurückwirft.

Vor dem Lindwurm, den es zweimal zu umrunden galt

Vor dem Lindwurm, rechzeitig zum Start kam sogar die Sonne heraus

Beim Klagenfurter Altstadtlauf 2013 am 29. Mai wollte ich aber schon mitmachen; aber Aufgrund der Erkrankung entschied ich mich, nur die kurze Distanz (5 Kilometer, 2 Altstadtrunden) statt der wie ursprünglich angedachten 10 Kilometer (4 Altstadtrunden) zu laufen. Im Hinblick eine gute Entscheidung und auch bei der Wahl der Laufbekleidung war ich diesmal etwas vorsichtiger und ging mit langen Hosen an den Start, weil es ja den ganzen Tag über regnerisch und kühl war und ich mein “Erlebnis” mit dem Knie beim Frühlingslauf in St. Gertraud nicht wiederholten wollte. Bis zum Start um 19:40 Uhr hatte der Regen längst aufgehört und es kam kurzzeitig sogar die Sonne heraus, aber trotzdem waren die langen Hosen die richtige Wahl.

Die übliche Routine — Startnummernabholung, Aufwärmen, Warten auf den Start, Startaufstellung — verlief ohne Probleme und ich platzierte mich abermals in der Mitte des Starterfeldes. Dann fiel der Startschuß und die Masse der Läufer (es waren über 800 TeilnehmerInnen am Start) setzte sich in Bewegung. Abermals startete ich zu schnell — ja, das muss ich mir wirklich abgewöhnen — und erlebte auf den ersten 100 Metern ein ähnliches Hochgefühl wie beim ersten Lauf in St. Paul. Ich hatte mich im Vorfeld über den genauen Streckenverlauf informiert und kenne natürlich auch die örtlichen Begebenheiten; die Strecke war fast vollkommen flach und der einzige Abschnitt, der außergewöhnlich war, war das Straßenpflaster über den Alten Platz. (Pavé — also Kopfsteinpflaster — ist ja etwas gefürchtet bei Radrennfahrern wegen Pannen und Stürzen.)

Die erste Runde verlief recht gut, nur hatte ich nach nicht einmal einen Kilometer einen total trockenen Mund, weil die Nase zu war und ich ausschließlich durch den Mund atmen musste. Da hätte ich mir etwas früher die Labestation gewünscht, die aber erst nach über 2 Kilometern in der Mießtaler Straße zu finden war. Weiters sei angemerkt, dass mehr Absperrung bzw. eine bessere Sicherung der Laufstrecke an manchen Stellen wirklich wünschenswert gewesen wäre, denn so ging es beispielsweise am Pfarrplatz quer über eine Wiesenfläche oder es liefen Zuschauer/Kinder vor herannahenden Läufern einfach über den Weg. Mit all den Bordsteinkanten und hüfthohen Absperrpfosten bot die Strecke wirklich genügend Gefahren- bzw. Sturzpotential, sodass weitere unnötige Hindernisse wirklich verzichtbar waren.

In der zweiten Runde quälte ich mich, denn es war nicht nur die Nase zu und der Mund trocken sondern auch das Atmen fiel mir schwer. Der Gedanke, dass es womöglich doch nicht eine so gute Idee war, hier teilzunehmen, schoss mir durch den Kopf. Ein Blick auf den Pulsmesser bestätigte es: 177 bis 180, ja, ich war am Limit. Durchhalten, nicht langsamer werden, es ist nicht mehr weit ins Ziel! Als ich das zweite Mal die Labestation passierte, griff ich gar nicht mehr nach einem Becher, obwohl der Mund nach wie vor trocken war. Ich wollte nur mehr eines, und zwar ins Ziel, und das so schnell wie möglich! Auf den letzten 200 Metern überholte ich sogar noch einen Herren! Da war er wieder, der Tunnelblick, den ich bereits in St. Paul erlebte: Es brennt bei jedem Atemzug in den Lungen, das Herz pocht wie verrückt in der Schläfen und es zieht in den Beinen — aber du läufst trotzdem weiter! Nur noch wenige Meter…

Schließlich überquerte ich die Ziellinie mit einer Zeit von 0:25:35,6, was den 19. Rang bei den Damen (von 90 Teilnehmerinnen), und den 10. Klassenrang in W-30 (von 35 in dieser Altersklasse) bedeutete. Ich konnte meine Zeit für 5km um 2 Sekunden gegenüber dem Frühlingslauf verbessern und war mit dem Ergebnis zufrieden, denn ich war bei weitem nicht fit oder in meiner üblichen Form.

Im Ziel angekommen suchte ich vergebens nach einem Buffet oder dergleichen, denn ich hätte sehr gerne eine Banane gegessen, aber alles, was ich entdecken konnte, war ein Stand mit Getränken. Das war zugegebenermaßen etwas enttäuschend, denn bei einer so großen Laufveranstaltung hätte ich mir schon Verpflegung bzw. Bananen im Ziel erwartet. Leider gab es bei dem Würstelstand am Neuen Platz, der die hungrigen Läufer und Zuschauer versorgte, keine vegetarische bzw. fleischlose Alternative und eine Riesenbratwurst mit Kartoffelsalat… nein, das muss ich nicht haben.

Noch etwas muss an dieser Stelle erwähnt werden, und zwar, die Umkleidesituation, die ich äußert “interessant” fand. Die Umkleiden und Duschen befanden sich in der Benediktinerschule und der Weg dahin war vorbildlich beschildert, aber dort angekommen war offenbar “Ende der Ausbaustrecke”. Es gab — wie bei Turnsälen üblich — zwei Umkleiden, die aber nicht entsprechend als Männer- oder Damenumkleide gekennzeichnet waren. Auf gut Glück warf ich einen zaghaften Blick in eine Umkleide und sah dort Männer, also dachte ich, die andere Umkleide ist dann sicherlich die für Damen. Also marschierte ich zur anderen Umkleide, öffne die Tür und was sehe ich? Einen nackten Männerhintern, der in Richtung Dusche verschwindet. Oook. Dann hat sich der gute Mann offenbar hierher verirrt; wer kann es ihm übel nehmen, wenn nichts explizit beschriftet ist? Weitere Damen finden ihren Weg in diese Umkleide und als der Mann splitternackt — ich würde ihn auf Mitte 50 schätzen — aus der Dusche kam, staunte er und auch die anderen Damen nicht schlecht. Wenig später kamen weitere nackte Männer bei der Tür, die eigentlich in den Turnsaal führte, herein. “Interessant” — that is one way to describe it!