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Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon 2016

Sonntag, 21. August 2016, morgens kurz vor 9 Uhr in Velden und ich stehe abermals im Startblock für den Wörthersee Halbmarathon im Rahmen von Kärnten Läuft. Bereits zum vierten Mal in Folge — ja diese Veranstaltung hat Tradition. Zehn Monate nach meinem letzten Halbmarathon in Graz, acht Monate nach meinem Sturz. Lange habe ich daran gezweifelt, überhaupt wieder schmerzfrei laufen zu können, von einem Halbmarathon ganz zu schweigen. Aber da stehe ich nun im 1:50er Startblock und so findet die Verletzungsgeschichte nun hoffentlich endlich ihren Abschluß, indem ich in weniger als zwei Stunden über die Ziellinie in Klagenfurt laufe.

“Richtig” trainiert habe ich für den Halbmarathon nicht, denn dieses Jahr lag der Fokus eben verletzungsbedingt auf Triathlon, denn Schwimmen und Radfahren war viel früher wieder möglich als Laufen. Konkret bestand das Training aus ein paar längeren (ca. 16km) Läufen in den Wochen nach dem Gösselsdorfer Triathlon im Juli. Gerade bei den längeren Läufen merkte ich meine linke Hüfte/Oberschenkel doch noch deutlich und daher wollte ich es gemütlich angehen und einfach gesund und wenn möglich ohne Schmerzen ins Ziel kommen.

Wettertechnisch hatte ich mich auf ein Regenrennen a la Graz Marathon 2015 eingestellt, prognostizierten die Wetterfrösche doch gedämpfte Temperaturen um 16 Grad und teilweise Starkregen für Sonntag Vormittag — also bis auf den Starkregen genau mein Lieblingslaufwetter! Während es in der Nacht und auch noch morgens leicht bis mäßig regnete, wurde es bereits auf dem Weg nach Klagenfurt immer trockener und freundlicher und als ich schließlich in Velden zur Kleiderbeutel-Abgabe spazierte, lachte die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Also doch noch Sonnenschutz auftragen, bevor es zum Start geht.

Ich stelle mich in den 1:50er Startblock, um es wie geplant gemütlich anzugehen. (Leider gab es dieses Jahr keinen 1:45er Pacemaker, sondern nur 1:40 und eben 1:50.) Es hat gefühlt 30 Grad, die Sonne brennt vom Himmel und außerdem ist es viel zu früh. Während ich warte, dass sich die Menschenmenge um mich in Bewegung setzt, muss ich ein paar Mal gähnen und mit einem Anflug von Müdigkeit kämpfen. Mit 3 Stunden Schlaf bin ich halt nicht ausgeschlafen. Der erste Startschuss fällt um 9 Uhr, doch dauert es ganze 12 Minuten, bis ich endlich die Startlinie überquere.

Start Wörthersee Halbmarathon 2016

Start Wörthersee Halbmarathon 2016

Die Strecke ist mir ja aus den Vorjahren hinreichend bekannt; durch Velden vorbei am Casino, wo wieder der Männergesangsverein Kärntner Lieder zum Besten gibt. Die regennasse Straße wird nun von der Sonne aufgetrocknet und es dampft wunderbar herrlich vom Asphalt. Innerlich verfluche ich den Wetterbericht — von wegen Starkregen!? Oh das könnte eine zache Partie werden, aber nach dem ersten Kilometer habe ich meinen Rhythmus gefunden und es geht überraschend locker dahin, obwohl es feucht-schwül ist. Bis Kilometer 5 etwa begleitet mich die Sonne, doch dann versteckt sie sich hinter den aufziehenden Wolken, was sich aber kaum auf die gefühlte Temperatur auswirkt.

Beim kleinen Anstieg bei Techelsberg stelle ich fest, dass ich ca. 200m hinter dem 1:50er Pacemaker bin, obwohl im hinteren Drittel des Startblocks losgelaufen bin. Auch ein Blick auf meine Uhr bestätigt, dass ich schneller als der Pacemaker unterwegs bin. Ich habe mir vorgenommen, mein “Ding” zu laufen und beispielsweise nicht zwanghaft zu versuchen, mich bei einem Pacemaker anzuhängen. Doch es läuft gut, ich überhole permanent LäuferInnen und mein Abstand zum Herrn mit der blauen Fahne wird langsam, aber ständig kleiner. Wir erreichen Pörtschach und somit den engsten Abschnitt der Strecke. Die Stimmung beim Promenadenbad ist gut, ein DJ legt auf und der Moderator sorgt für unterhaltsame Kommentar. Den nun mehr wenige Meter vor mir laufenden Pacemaker kommentiert er mit, “1:50? Was tuts ihr denn schon da?”

Irgendwie war die Kamera dann doch nicht links...

Irgendwie war die Kamera dann doch nicht links…

Kurz nach der 10,5km Marke laufe ich dem Pacemaker und der Traube, die sich um ihn gebildet hat, auf. Es ist sehr eng und ich kann die Gruppe erst überholen, als es zurück auf die Hauptstraße geht. Dadurch lasse ich wohl einige Sekunden liegen und wie es sich im nachhinein herausstellte, war Kilometer 11 auch der langsamste. Ich bin doch ein gutes Stück hinter dem Pacemaker gestartet und nun hab ich ihn überholt. Wenn ich diesen Vorsprung ins Ziel halten kann, dann wird es eine Sub-1:50er Zeit. Der Streckenabschnitt von Pörtschach nach Krumpendorf ist wie jedes Jahr recht trostlos, daher konzentriere ich mich voll und ganz aufs Laufen. Ja, man könnte meinen, es hat sich nun ein “Flow” eingestellt.

Es ist zwar bewölkt, aber dennoch recht schwül. Vor Krumpendorf bemerke ich, dass mir die Fusssohlen brennen. Weiters ist die Bundesstraße in der langgezogenen Linkskurve beim Biomasseheizwerk stark geneigt, was sich negativ in meiner linken Hüfte bemerkbar macht. Das ist mir in den Vorjahren nie so aufgefallen, aber diesmal spüre ich, dass ich mit dem linken Bein deutlich “tiefer” auftrete als mit dem rechten. Ich bin erleichert, als ich Krumpendorf erreiche und somit wieder “eben” laufen kann. Nun sind 16 Kilometer gelaufen und ich liege sehr gut in der Zeit. Aber erfahrungsgemäß können es diese letzten 5 Kilometer in sich haben.

Am letzten Kilometer war kämpfen angesagt

Am letzten Kilometer war kämpfen angesagt

Ich muss gestehen, die Pamperlallee und ich, wir werden keine Freunde mehr: Diese elendslange Gerade bereit mir einfach keinen Spaß. Doch dieses Jahr empfinde ich sie als nicht so schlimm und es läuft sich nach wie vor verhältnismäßig locker, wenn man von den brennenden Fusssohlen absieht. Kilometer 18, Kilometer 19… die Strecke ist mir mehr als bekannt, ich weiß, es ist wirklich nicht mehr weit. Auf den letzten beiden Kilometern muss ich etwas kämpfen und beißen, doch ich kann die Pace halten. Als ich bei der Lido Villa Richtung Ziel abbiege, ist die Stimmung überwältigend. Ich genieße die letzten paar hundert Meter, sauge die Atmosphäre auf und überquere nach 1:48:31 die Ziellinie. In diesem Moment fällt mir die Last ab; all die Ungewissheit und Zweifel sind nun weg. Ich kann wieder Halbmarathon laufen!

Nach einer Massage geht es wie immer ins Strandbad, wo ich einen kurzen Sprung in den Wörthersee wage. In der Zwischenzeit sind die Wolken dichter geworden und als ich das Strandbad verlasse, fängt es auch tatsächlich an zu regnen. D’Oh! Das offizielle Ergebnis ist Platz 1006 (von 2648), Platz 89 (von 688) bei den Frauen und der 10. Platz (von 90) in meiner Altersklasse W-35. Angesichts dieser Resultate bin ich hochzufrieden, da es wirklich besser als erwartet gelaufen ist!

22. Graz Marathon 2015

Den Saisonabschluss 2015 bildete der Halbmarathon im Rahmen des 22. Graz Marathons, der am Sonntag, den 11. Oktober, stattfand. Weil ich mit Graz aus dem Vorjahr noch eine Rechnung offen hatte, melde ich mich bereits im April für den Halbmarathon an, denn bei hoffentlich kühleren Temperaturen und ohne Krämpfe sollte es dieses Jahr in Graz besser laufen.

Die Startunterlagen holte ich ich wie gewohnt bereits am Freitag ab. Diesmal musste ich mich allerdings mitten in die Altstadt von Graz begeben, um bei Giga Sport meine Startnummer und das Startsackerl zu erhalten. Im Zelt im Innenhof erhielt man die Startnummer plus eine Checkliste, wo man Startsackerl und Erinnerungsfoto bekommt. Dabei werden die LäuferInnen strategisch in den ersten Stock und natürlich durch die gesamte Laufsportabteilung des Sportgeschäftes gelotzt. Der Andrang bei allen “Stationen” der Checkliste ist eher gering und binnen weniger Minuten habe ich alles eingesammelt. Auf den angebotenen Muskelfunktionstest verzichte ich dankend, aber zum Erinnerungsfoto lasse ich mich überreden. Der Inhalt des Startsackerls ist eher bescheiden (eine Flasche Wasser, ein Molkegetränk, ein Glas Sugo und ein Müsliriegel) und dieses Jahr gab es nicht einmal mehr ein T-Shirt. Das ist schade, denn beispielsweise bei Kärnten Läuft bekommt man fürs gleiche Geld wesentlich mehr geboten, Funktions-T-Shirt inklusive.

My very first mugshot

My very first mugshot

Die Wettervorhersage für Sonntag versprach strömenden Dauerregen und Temperaturen um die 10°C — einen stärkeren Kontrast zum Vorjahr (Sonne, 23°C) hätte man sich nicht vorstellen können. Insgeheim hoffte ich, dass es nicht allzu intensiv regnen würde, aber im Grunde ist es egal, nass wird man so oder so und Regen mit kühleren Temperaturen ist mir bei Wettkämpfen mittlerweile lieber als “Hitze” über 20°C. Wie schon erwähnt ist das Ziel, einfach einen flotten TDL durch Graz zu laufen und dabei Spaß zu haben, da es trainingsmässig in den letzten Wochen nicht so ideal lief. Keine Intervalle, ein paar TDLs und zwei lange Läufe seit Kärnten Läuft standen zu Buche — für ein Finish zwischen 1:50 und 1:52 reicht das, sofern ich mir durch die Nässe keine Blase reibe. Kurzum “End the season on a high note” mit einem schönen Halbmarathon.

Tourist in Graz

Tourist in Graz

Tatsächlich stimmte die Wettervorhersage und es sollte somit mein erster Halbmarathon bei Dauerregen verschiedener Intensitäten und kühlen 10°C werden. Tagwache um 5:30 Uhr, Thyrex einwerfen, 30 Minuten warten, dann Frühstück und Abreise in Richtung Graz. Bekleidungstechnisch stellte sich die Frage, was zieht man bei einem Wettkampf mit solchen Bedingungen an? Ich vertraute dabei auf Skinfit und wählte Tri Bra Top, Klima Langarm-Unterhemd, Vento Weste und die 3/4 Tri Short. Im Grunde wäre die normale kurze Tri Short die erste Wahl, aber mein kaputtes Knie ist etwas kälteempfindlich. Abgerundet wurde das Outfit mit dem Tour de France Polka Dot Buff für den Kopf, der “Lance Armstrong” Oakley M-Frame Brille, den X-Socks Run Speed 2.0 und meinen bewährten Brooks Pure Flow 2. (Wie es sich herausstellte, war die Kleidungswahl optimal und mir war nie zu heiß oder zu kalt und ich fühlte mich nie durchnässt, obwohl ich im Grund klatschnass war.)

Startbereich Graz Marathon

Startbereich Graz Marathon

Die Anreise, Parkplatzsuche und der Weg zum Shuttle-Bus verliefen sehr entspannt. Um etwa halb 10 war ich im Startbereich vor der Oper angekommen und “ready to go”. Damit ich beim Warten im Startblock nicht auskühle, zog ich mir einen am Vortag entsprechend präparierten Müllsack über, den ich kurz vorm Start in den bereitgestellten Müllcontainern entsorgte. Während ich also so im vorderen Bereich von Startblock 2 stehe, erblicke ich plötzlich Triathlon-Vereinskollegin Sonja neben mir! Hätten wir vereinbart, uns zu treffen, hätte das sicher nicht so gut geklappt. Wir plauderten etwas und dann ging es auch schon los; schneller als erwartet setzte sich auch unser Startblock in Bewegung und um 10:02 Uhr überquerte ich die Startlinie.

Graz, Regen, 10 Grad: Die Frisur hält.

Graz, Regen, 10 Grad: Die Frisur hält.

Ich kam überraschend zügig weg und konnte gleich mein angepeiltes Tempo laufen. Erstaunlicherweise störte es mich überhaupt nicht, dass es regnete — ganz im Gegenteil, ich freute mich auf die 21,1 Kilometer wie schon lange nicht mehr. Ganz locker, ganz leicht, kein Druck, einfach guter Dinge loslaufen. Und was soll ich sagen, die Kilometer flogen nur so dahin und dann war ich auch schon auf der — im Vorjahr verfluchten — Schleife nach Andritz. Trotz Regen, der zeitweise recht intensiv wurde, befanden sich mehr Zuseher als erwartet an der Strecke und sorgten für Stimmung. Es dauerte auch nicht lange, da kam bereits die Spitzengruppe entgegen, während ich noch auf dem Weg zum Wendepunkt Nord war. Der Regen störte mich nach wie vor nicht und ich empfand die Temperatur äußerst angehmen zum Laufen. Auch hatte ich keine Gedanken wie “noch x Kilometer”, sondern mein Kopf war wunderbar leer. Ich lief einfach… und es lief einfach.

Während sich im letzten Jahr die Strecke bis zur Wende wie ein Strudelteig zog, ging das diesmal erstaunlich schnell und schon war ich wieder auf dem Rückweg in Richtung Grazer Innenstadt. Sowohl landschaftlich als auch zuschauermäßig ist dieser Abschnitt der Strecke eher öd, was mir aber diesmal egal war, ich war ganz in meiner eigenen Welt. Hoppala, schon Kilometer 12 und abermals begegnete ich der Spitzengruppe auf der Keplerbrücke, die nur mehr einen guten Kilometer ins Ziel hatte. Ich dagegen näherte mich jenem Streckenabschnitt, wo im letzten Jahr mein Kampf mit dem Krampf begann. Glücklicherweise gab es dieses Jahr keinen Krampf und auch keinerlei Anzeichen für einen solchen, und weil die Kilometer nach wie vor dahinflogen, entschied ich etwa bei Kilometer 14, dass es Zeit für “Showtime” ist: Nachdem ich mir bis dato keine Blase gerieben hatte (X-Socks halten, was sie versprechen, auch bei Dauerregen!) und auch sonst das Befinden ausgezeichnet war, ist nun Rennmodus angesagt.

Wenn ich nun das Tempo etwas anziehe, dann geht sich eine Sub 1:50er Zeit locker aus, sinnierte ich, während es über den Lendplatz und Seitenstraßen bzw. -gassen in Richtung City Park gibt. Dort, wo ich im vergangenen Jahr die letzte Labestation und einen Schluck Wasser herbeisehnte, lief es nun einfach perfekt. Ich freute mich, dass ich endlich wieder einen tollen Halbmarathon ohne Probleme oder Widrigkeiten laufen konnte. Apropos Labestationen: Die waren dieses Jahr anscheinend besser ausgestattet und besetzt — Wassermangel herrschte jedenfalls keiner. Ob das am kühlen, regnerischen Wetter oder an Verbesserungen in der Organisation lag, kann ich nicht sagen.

Voller Fokus am letzten Kilometer in der Herrengasse

Voller Fokus am letzten Kilometer in der Herrengasse

Nun ging es dem Grieskai entlang wieder in Richtung Norden und ich versuchte, jeden Meter zu genießen. Ich hätte nicht erwartet, dass mir dieses Wetter so taugt und vor allem dass es mir im Regen so gut gehen wird. Darüber war ich äußerst froh und auch dankbar, denn das ist nicht selbstverständlich. Dann der Abstecher vom Grieskai links weg wieder in Richtung Lendplatz und es wurde mir bewusst, dass es eine neue persönliche Bestzeit (PB) werden kann, wenn ich das Tempo bis ins Ziel halte — und ins Ziel war es mit ca. 2 Kilometern wirklich nicht mehr weit. Noch einmal über die Keplerbrücke und dann Sackstraße, Hauptplatz, Herrengasse… absolut fokussiert und wie in Trance flog ich quasi über den Asphalt. Die Stimmung in diesem Bereicht war fantastisch und als ich links auf die Zielgerade bog, setzte ich zum Schlusssprint an. Wenige Meter vor der Ziellinie erblicke ich gerade noch meine Mutter und reiße die rechte Hand hoch, dann überquere ich auch schon die Zeitnehmungsmatte und stoppe meine Uhr: 1:47:02! Wahnsinn!

Zielsprint!

Zielsprint!

Eine Dame hängt mir die Finisher-Medaille um und ich krame die Rettungsdecke heraus, die ich in der Rückentasche der Skinfit Vento Weste mitgeführt hatte. Bei der Ziellabestation herrscht reges Gedränge und während ich — eingehüllt in die Rettungsdecke — warte, bis ich mich mit Wasser, Weckerl und Banane verpflegen kann, stellt sich ein breites Grinsen in meinem Gesicht ein. Erst jetzt realisiere ich, dass ich “einfach so” meine PB im Halbmarathon um über 1 Minute verbesserte, womit ich im Vorfeld beim besten Willen nicht gerechnet habe. Die offizielle Zeit war dann genau 1:47:00, was den 12. Platz in W-35 (von 91) und den 85. Platz bei den Frauen (von 802) bedeutete. Insgesamt belegte ich den 1108. Platz von 3022 LäuferInnen. Die ohnehin schon fantastische Saison “on a high note” mit einer neuen PB beendet, ist das nicht gigantisch? Oder einfach nur leider geil?

Streckenverlauf und Höhenprofil Graz (Halb-)Marathon

Streckenverlauf und Höhenprofil Graz (Halb-)Marathon

Als ich durch den Ziellabe-Kanal endlich durch bin, gehe ich sofort zum vereinbarten Treffpunkt, wo meine Mutter mit dem Rucksack und trockener Kleidung auf mich wartet. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie über 2 Stunden im Regen ausgeharrt hat und mich generell bei Läufen immer unterstützt. Trotz Rettungsdecke wird es jetzt doch etwas frisch und ich will aus den nassen Klamotten so schnell wie möglich raus. Erstaunlicherweise finde ich dieses Jahr den Weg zu den Umkleiden bzw. Duschen auf Anhieb. (Wir erinnern uns, im letzten Jahr habe ich mich da ja glorios verlaufen!) Trockengelegt und sowas von zufrieden geht es zurück zur Oper und zur Haltestelle des Shuttlebusses, der uns zum Hauptbahnhof bringt. Am Heimweg durften dann ob dieses wunderbaren Halbmarathons die mittlerweilen obligaten “Post-Race Pommes” beim McDonalds nicht fehlen.

Trockengelegt und mit Finisher-Medaille vor der Grazer Oper

Trockengelegt und mit Finisher-Medaille vor der Grazer Oper

Graz — oder als ich Halbmarathon bei Regen lieben lernte. Mit zahlreichen endorphingeschwängerten Eindrücken und Erinnerungen an meinen bisher lockersten und schönsten Halbmarathon geht es nun in die Off-Season. Nach dem Erfolgserlebnis dieses Jahr ist es nicht auszuschließen, dass ich in Graz zum Wiederholungstäter werde. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon!

Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon 2015

Sonntag, 23. August 2015, 5:10 Uhr — Tagwache, der Wecker holt mich nach weniger als 3 Stunden Schlaf aus dem Bett. Wer mich kennt weiß, dass ich zu dieser Uhrzeit normalerweise nicht aufstehe, außer es ist Kärnten Läuft und es heißt “Guten Morgen Halbmarathon”. In wenigen Stunden werde ich mittlerweile bereits zum dritten Mal die 21,1 Kilometer entlang des Wörthersees von Velden nach Klagenfurt in Angriff nehmen; dieses Jahr mit neuer Streckenführung in Pörtschach, die die ungeliebte Schleife in Krumpendorf obsolet macht.

Die Vorzeichen für den Halbmarathon standen nicht besonders gut, denn nach dem perfekten Laufwetter (und auch Lauf!) im letzten Jahr (heiter bei max. 16° C) würde es dieses Jahr wieder deutlich wärmere Temperaturen geben. Beim offiziellen Streckentest am 6. August hatte es abends um 19 Uhr noch heiße 32° C im Schatten und meine Performance bei diesem geführten Lauf (ca. 8km vom Seeparkhotel zum neuen Streckenabschnitt in Krumpendorf und retour) war schlicht und einfach katastrophal. Die beiden Pacemaker liefen einen gemütlichen 6:00er Schnitt, doch mein Puls war “through the roof” und auch mein Befinden war miserabel. Etwa eine Woche danach musste ich einen Trainingslauf verkürzen, da bei 33° C nichts mehr ging. Dazu kommt, dass bis Ende August noch der Beifuß blüht und mir mit allergischem Asthma das Leben schwer macht. Der Gedanke, in wenigen Tagen bei womöglich ähnlichen Temperaturen und Bedingungen einen Halbmarathon zu laufen, bereitete mir Unbehagen, ja, wenn nicht sogar etwas Angst und dementsprechend bescheiden peilte ich als Zielzeit irgendwas zwischen 1:50 und 1:55 an.

Nach der neuen Halbmarathon-PB von 1:49:47 bei Ossiacher See Nachthalbmarathon Anfang Juni, wo die Strecke deutlich mehr Höhenmeter aufweist, müsste diese Zeit rein theoretisch beim Wörthersee Halbmarathon zu unterbieten sein, denn im letzten Jahr schaffte ich eine 1:50:55. Doch da war es deutlich kühler, ich hatte kein Asthma und es gab auch noch nicht die zwei neuen Streckenabschnitte, wovon ich nur den kürzeren in Krumpendorf beim Streckentest besichtigte. Zu viele unbekannte Variablen (wie heiß wird es tatsächlich, werde ich Luftprobleme bekommen, wie “schnell” ist der neue Streckenabschnitt in Pörtschach) sprachen für eine eher vorsichtige Rennstrategie: Am Start zügig mit etwa 5:10min/km wegkommen, dann sehen, wie es läuft und versuchen, möglichst konstant durchzulaufen, wenn ich mich gut fühle, ansonsten einen Gang zurückschalten und gesund ins Ziel kommen.

Es ist mir wichtig, dass der Morgen vor einem Rennen stressfrei ist, daher stelle ich den Wecker etwas früher, um genügend Zeit für Frühstück und Anreise zu haben. Kurz vor halb 8 Uhr treffe ich in Klagenfurt ein, finde beim neuen Park-and-Ride in unmittelbarer Nähe der neuen Bahnhaltestelle Klagenfurt West sofort einen Parkplatz und nehme den Shuttlezug um 7:37 Uhr nach Velden. Als ich in den Zug einsteige, ist dieser schon gut gefüllt, aber ich kann noch einen Sitzplatz finden. Die Fahrt nach Velden kommt mir länger vor als in den vergangenen Jahren; ich sitze am Fenster und blicke gegen die Fahrtrichtung. Normalerweise macht mir das nichts aus, aber diesmal wird mir leicht flau — die Luft im Zug ist stickig und es ist viel zu früh. Doch als ich in Velden vom Zug aussteige und zum Start spaziere, geht es mir sofort wieder besser.

Mehr See geht nicht

Im Startbereich die übliche Routine: Dixi-Stopp, Kleiderbeutel abgeben und in den Startblock einreihen. Ich wähle den Startblock zwischen dem gelben 1:45 und dem roten 1:50 Ballon. Lustige Anekdote am Rande: Der 1:50er Pacemaker sitzt lässig am Absperrgitter und plaudert mit den LäuferInnen. Plötzlich ein Aufschrei, der Akku seiner Laufuhr ist leer. Panik! Wie soll er ohne Uhr seinen Job als Pacemaker erledigen? Ein Bekannter, der in der Nähe ist, leiht ihm seine Uhr und alles ist gut. Im Startblock ist es sehr eng und heiß und ich bin froh, als um ca. 8:50 Uhr die Elite ins Rennen geschickt wird. Danach folgte der nächste Startblock und etwa 4 Minuten nach dem offiziellen Rennstart setzt sich auch mein Startblock in Bewegung.

Startbereich in Velden

Startbereich in Velden

Da ich mir vorgenommen habe, vom Start weg zügig zu laufen, komme ich auch erstaunlich gut weg. Die Beine fühlen sich gut an und auch die Temperatur ist jetzt angenehm. Vor dem Casino gleichsam wie in den letzten Jahren der Männergesangsverein. Links vor mir ein Läufer ohne Schuhe — Wahnsinn, einen Halbmarathon barfuss zu laufen, denke ich mir. Die ersten Kilometer sind recht kurzweilig und meine Pace pendelt sich um 5:00min/km ein. Schneller als erwartet erreiche ich die Fabrik bei Saag und somit die erste Labestation. Guter Laune nähere ich mich dem einzigen wirklich offensichlichten Anstieg der Strecke bei Töschling und bewältige diesen leicht und locker, denn das erste Drittel des Halbmarathons ist geschafft.

Als ich Pörtschach erreiche, freue ich mich schon auf den neuen Streckenabschnitt. Zuvor lief man ja einfach nur entlang der Bundesstraße durch den Ort durch, aber nun macht man einen Abstecher zur Halbinsel, um so noch mehr vom Wörthersee sehen zu können. Aus dem Streckenplan ist mir bekannt, dass sich beim Promenadenbad auch eine Labestation befindet und ich ziehe mir mein Gel rein, damit ich dort mit einem Schluck Wasser den klebrigen Geschmack im Mund loswerden kann. Dann biegen wir auch schon rechts von der Hauptstraße weg in Richtung Halbinsel. Auf einem engen Weg schlängelt sich die Läufermenge in Richtung Promenadenbad und just in diesem schmalen Bereich überholt mich ein Handbike-Fahrer mit Startnummer, der offenbar eine Sondergenehmigung für die Teilnahme hat. Die Kulisse mag zwar beeindruckend sein, aber davon bekomme ich sehr wenig mit, da die geringe Wegbreite und hohe Läuferdichte volle Konzentration erfordern. Auf der Strandpromenade, wo auch der Viertelmarathon gestartet wurde, wechselt der Untergrund von Asphalt auf feinen, sandigen Schotter, womit ich keine wirkliche Freude habe.

Strandpromenade in Pörtschach

Strandpromenade in Pörtschach

Die 10 Kilometer Markierung passiere ich bei knapp 51 Minuten und damit liege ich sehr gut in der Zeit, obwohl ich sowohl auf Kilometer 10 und 11 gezwungenermaßen langsamer (5:14 und 5:15min/km) gelaufen bin. Der neue Streckenabschnitt in Pörtschach mit seiner Enge und Kurven hat die Halbmarathonstrecke definitiv verlangsamt. Erst als ich zurück auf der Bundesstraße bin, kann ich das Tempo wieder anziehen und um 5:05min/km halten. Ich bin nach wie vor guter Dinge, obwohl mir mittlerweile die Fusssohlen etwas zu brennen anfangen. Kilometer 13 in Pritschitz war dann mit 5:16min/km der langsamste von allen aufgrund der “Schikane”, wo man zuerst durch die Unterführung und dann über eine steile Linkskurve auf die Bundestraße läuft.

Die nächsten Kilometer kann ich wieder mit der geplanten Pace laufen; der Abstand zum gelben 1:45er Ballon ist größer geworden, aber als ich einmal kurz zurückblicke, kann ich den roten 1:50er Ballon nirgends sehen. Ich erreiche Krumpendorf, wo die Stimmung an der Labestation wie jedes Jahr großartig ist. Die lange Schleife in den Ort bis zum Gemeindeamt gibt es nicht mehr, aber eine “Mini-Schleife” entlang der Labestation muss man allerdings noch laufen, ehe man Kilometermarke 16 erreicht. Nun geht es über den Koschatweg und der Pamperlallee zum kurzen neuen Streckenabschnitt beim Yachthafen, den ich bereits beim Streckentest besichtigt habe. Gefühlt zieht sich der Koschatweg und die Pamperlallee sowieso; im Koschatweg sitzt ein Läufer am Asphalt und reibt sich den Knöchel und ich habe den flüchtigen Gedanken, wie schön es wäre, sich jetzt an Ort und Stelle ebenfalls hinzusetzen. In der langen kerzengeraden Pamperlallee bemerke ich erstmals, dass mir warm ist und ich freue mich auf den neuen Abschnitt im Kurpark, der durchgehend schattig ist.

Als ich den Kurpark verlasse, passiere ich die 18. Kilometermarke und sehe, wie der rote 1:50 Ballon gerade von der Pamperlallee in den Kurpark einbiegt. Das gibt mir einen Ruck und ich entscheide, die letzten 3 Kilometer noch einen Zahn zuzulegen, um ja nicht vom roten Ballon eingeholt zu werden. Meine Erinnerungen an Kilometer 19 und 20 sind vage; dort irgendwo lag ein Läufer auf der Straße und der Rettungswagen fuhr gerade vor, um diesen einzusammeln. Ich habe sämtliche Rechenspiele im Kopf eingestellt, denn solange ich vorm roten Ballon ins Ziel komme, ist alles gut. Auf den letzten Kilometern muss ich kämpfen, denn mir ist nun heiß und durch die Anstrengung bekomme ich schlecht Luft. Wie sehr hab ich mir ein Runners High wie im letzten Jahr an dieser Stelle gewünscht!

Endlich der Wasserbogen, der kaum für Erfrischung sorgt. Nun ist es wirklich nicht mehr weit. Endlich die Villa Lido und ich biege auf die letzten 500m. So viele Menschen, eine Wahnsinnsstimmung! Noch schnell über den verbleibenden Rest der Wörthersee-Bühne und ich bin auf der Zielgerade. Ich hüpfe über die Ziellinie, reiße kurz die Arme hoch und drücke Stopp: 1:48:17 hangestoppt! Geschafft! Im Zielbereich warten überraschenderweise zwei KollegInnen vom Triathlon-Verein auf mich und gratulieren mir. Eine Dame hängt mir die Finisher-Medaille um. Ich bin außer Atem und mir ist etwas schwindlig. Ich unterhalte mich noch kurz mit meinen VereinskollegInnen und bahne mir durch die Läufermasse den Weg zum Ziellabebereich. Mir ist nicht so gut und ich will mich eigentlich so schnell wie möglich hinsetzen, doch dort ist kein Platz und da man nicht mehr den Ziellabebereich betreten darf, wenn man ihn einmal verlassen hat, nehme ich mir eine Banane und drei 0,5l Flaschen Wasser. Beim Ausgang aus dem Ziellabebereich schnauzt mich ein Ordner an, dass für die langsamere Läufer nichts mehr übrig bleibt, wenn sich alle drei Flaschen Wasser nehmen. Es war mir nicht bewusst, dass Wasser Mangelware ist und wenn das tatsächlich der Fall ist, kann man das auch anders kommunizieren. Dieser Vorfall hat mich im Nachhinein mehr geärgert als mir lieb war, zumal fast alle LäuferInnen sich ähnlich bzw. sogar umfangreicher verpflegt haben.

Im Ziel mit 1:48:10

Im Ziel mit 1:48:10

Da ich dieses Jahr die Anmeldefrist nicht übersehen habe, darf ich in die Relax-Zone des Raiffeisen-VIP-Bereichs, der sich praktischerweise gleich links vom Ausgang des Ziellabebereichs befindet. Dort erhalte außerdem drei Gutscheine (1x Massage, 1x Essen, 1x Getränk) und ich lasse mich sofort in einen Liegestuhl im Schatten fallen, wo ich gleich zwei der 0,5l Flaschen Wasser auf ex trinke. Nach wenigen Minuten geht es mir deutlich besser und ich setze mich ins Massage-Zelt, um mich für die Massage anzustellen. Ich plaudere etwas mit dem Herrn, der sich neben mich setzt und sehe im Internet nach dem offiziellen Ergebnis: 1:48:10 und somit eine neue persönliche Bestzeit. Die Wartezeit auf die Massage ist recht kurz und ich falle müde und zufrieden auf die Liege. Eine nette junge Dame bearbeitet meine Waden, was sehr wohltuend ist. Danach verlasse ich den Bereich und gehe zum Kleidertransport, wo bereits Kollege Wolfgang und meine Mutter auf mich warten.

Finisher Medaille

Finisher Medaille

Wie jedes Jahr ist der nächste Stopp das Strandbad mit dem obligatorischen Sprung in den See, wobei dieses Jahr die Wassertemperatur angenehm warm ist. Ich kraule ein paar Minuten herum und bin überrascht, wie klar der Wörthersee im Vergleich zum Gösselsdorfer See ist. Eigentlich wollte ich etwas länger schwimmen, aber die Müdigkeit ist doch bemerkbar. Nach dem Umziehen gehen wir ins Gastro-Zelt, wo die Gutscheine eingelöst werden können. Die Warteschlange bei der Essensausgabe ist sehr lang und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich endlich meine Nudeln mit Tomatensauce erhalte.

Der Fluch des 7. Halbmarathons?

Am Rückweg zum Auto am Park-and-Ride Parkplatz gegenüber von Minimundus setzen dann plötzlich heftige Darmkrämpfe und Durchfall ein. Die Heimfahrt ist abenteuerlich und von Krämpfen und Schweißausbrüchen geprägt. Zu Hause lege ich mich zwar hin, aber der Kreislauf bereitet mir zunehmend Probleme und als sich dann der Durchfall rötlich färbt (die Tomatensauce oder etwas ernsteres?), ist es Zeit, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Laut Ärztin hab ich wohl irgendwo am Morgen bzw. Vormittag einen Virus aufgeschnappt, der binnen weniger Stunden für explosiven Durchfall sorgt — sie hatte an diesem Tag bereits drei gleiche Fälle. Ich kann nur Vermutung anstellen, wo ich den Virus erwischt haben könnte: Im Zug nach Velden war mir flau und sonst habe ich außer dem Gel und einen Schluck Wasser in Pörtschach nichts konsumiert. Also entweder im Zug oder durch das Wasser? Ich werde es wohl nie herausfinden…

Eigentlich hätte ich glücklich und zufrieden sein sollen, neue PB auf der neuen, langsameren Strecke, vor allem wenn man bedenkt, dass im Vorfeld einiges nicht so ideal war. Aber die Virusgeschichte hat mir das Erfolgserlebnis gänzlich vermiest und so blieb das Strahlen durch die Endorphine und die große innerliche Zufriedenheit aus, die sich sonst nach einem Halbmarathon einstellt. Der Durchfall war dank ärztlicher Behandlung so schnell wieder weg wie er gekommen war, aber bis jetzt — eine Woche nach dem Halbmarathon — fühle ich mich noch immer nicht 100% fit. Eines steht aber schon fest: Bis zum 21. August 2016 bin ich sicher wieder fit!

Streckenverlauf und Höhenprofil Wörthersee Halbmarathon

Streckenverlauf und Höhenprofil Wörthersee Halbmarathon

 

11. Ossiacher See Nachthalbmarathon

Der Ossiacher See Nachthalbmarathon ist und bleibt etwas besonderes. Zum einen, weil es vor zwei Jahren mein allererster Halbmarathon war und zum anderen, weil er immer abends stattfindet, was mir als Nachmittags- bzw. Abendläufer sehr entgegenkommt. Die hügelige Halbmarathon-Strecke verläuft abwechselnd von Ossiach nach Bodendorf oder von Bodendorf nach Ossiach entlang des Westufers des Sees und ist durchaus anspruchsvoll, aber schön zu laufen. Die 11. Auflage des Nachthalbmarathon fand also vergangenen Freitag, den 5. Juni 2015, mit Start in Ossiach und Ziel in Bodensdorf statt.

Im Vorfeld hatte ich doch leichte Bedenken, ob mein Training für einen Halbmarathon ausreichend sein würde: Die langen Läufe (>15km) kann ich an einer Hand abzählen, da ich sie oft durch längere (>2h) Bike-Run Koppeleinheiten ersetzt habe. Dennoch setzte ich mir das Ziel, die Zeit vom Vorjahr (1:55:43) zu unterbieten und schrieb mir eine (ganz optimistische) Pace-Tabelle für 1:52:00. Ich habe nach mittlerweile einem halben Duzend Halbmarathons nach wie vor Respekt vor der Distanz, denn auf 21,1km kann viel passieren. Vielleicht ist das gerade der Reiz, den Halbmarathons auf mich ausüben: Ein 10er oder ein Viertelmarathon geht immer, sowas läuft man quasi aus dem Training heraus, aber ein Halbmarathon erfordert doch schon etwas Vorbereitung, vor allem, wenn man seine Zeit verbessern möchte.

So ging es also am Nachmittag bei strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um die 30°C nach Bodendorf. Ein Parkplatz auf der designierten Wiese war schnell gefunden und auch bei der Startnummernausgabe lief alles zügig und reibunglos ab. Da ich etwaige Staus/Verzögerungen bei der Anreise auf der Autobahn eingeplant hatte, blieb mir übermäßig viel Zeit bis zum Schiffstransfer zum Start nach Ossiach. Eine Zeit lang verweilte ich im Kurpark Bodensdorf direkt am Seeufer, wo ich ein schattiges Plätzchen auf einer Parkbank fand. Ja, im Schatten war es beim Nichtstun gerade erträglich, denn die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel und ich dachte mir, uff, wenn ich jetzt einen Halbmarathon laufen müsste, würde das sehr zach werden. Aber aus den Erfahrungen der Vorjahre weiß ich, dass bis zum Start um 19 Uhr die Sonne hinter der Gerlitzen im Westen verschwinden wird und somit die Temperaturen auf ein angenehmeres Niveau von etwa 25°C sinken werden.

SRS BSNS!

SRS BSNS!

Danach spazierte ich die paar hundert Meter zum Auto zurück und das übliche Pre-Race-Ritual begann: Umziehen, einen Happen Essen, Sonnen- und Insektenschutz (abends in der Nähe von Gewässern absolut empfehlenswert!) auftragen. Ich fühlte mich seltsam entspannt und fokussiert — oder einfach bereit! Pünktlich um 18:20 Uhr legte der Schiffstransport vom Kurpark Bodensdorf in Richtung Ossiach ab. Als das Schiff mitten auf dem See war, frischte der Wind lebhaft aus nordöstlicher Richtung auf, was einerseits angenehm war, aber andererseits Gegenwind bedeuten könnte, was mir aber keine Sorgen bereitete.

Schiffstransport zum Start nach Ossiach

Schiffstransport zum Start nach Ossiach

In Ossiach angekommen steuerte ich — wie fast alle anderen LäuferInnen — das WC an. Doch zur allgemeinen Überraschung war das WC am Sportplatz geschlossen. Ich folge einfach dem Gross der LäuferInnen, die in Richtung Strandbuffet marschierten, wo es in den Lokalräumlichkeiten WCs gab. Leider viel zu wenige für so viele Läuferinnen, sodass sich rasch eine Schlange bildete. Während ich mich also beim WC anstellte, erreichte meine Nase der Geruch von Pommes und anderem Essen und ich war plötzlich hungrig. Richtig hungrig. Die Erdnussbutter-Semmel hat anscheinend nicht lange angehalten und das Gel, das ich bei Halbmarathons als “Reserve” mitführe, wollte ich an dieser Stelle noch nicht konsumieren. Uh-oh, das ist ist nicht gut mit knurrendem Magen in einen Halbmarathon zu starten. Es gab nichts, was ich an dieser Stelle zur Beseitigung des Problems hätte tun können — Geld hatte ich keines bei mir und das Gel war keine Option. Also entschied ich, einfach loszulaufen und wenn ich merke, dass es nicht geht, dann würde ich bei den Labestation beherzt zu den angebotenen Bananen greifen. Soweit mein Plan.

Racetime!

Um 19 Uhr bezog ich dann die Startaufstellung im vorderen Drittel des Teilnehmerfeldes. Der Hunger hatte sich mittlerweile etwas gelegt. Pünktlich um 19:10 Uhr fiel der Startschuss und los gings. Ich lief eher locker los und der erste Kilometer war folglich mit einer Pace von 5:30min/km der langsamste von allen. Bis auf einen Druck in der Magengegend fühlte ich mich gut und ich hoffte, dass sich dieses Druckgefühl bald legen würde. Die Sonne war noch nicht ganz hinter der Gerlitzen verschwunden und folglich war es auf der Schleife von Ossiach nach Alt-Ossiach und wieder retour nach Ossiach noch recht warm, was mich aber kaum störte. Ich genoss die Stimmung und die Atmosphäre im Läuferfeld. An die ersten 8 Kilometer habe ich kaum nennenswerte Erinnerungen — ich lief sehr fokusiert und fast wie in Trance. Das einzige, was ich als “störend” empfand, war das laute Gepiepse der Pulsuhr einer Läuferin, die mal vor mir, dann wieder hinter mir, aber anscheinend immer irgendwo in meiner Nähe lief. Ich weiß nicht, warum ihre Uhr dauernd wie wild piepste; jedenfalls schien sie es mit iPod im Ohr nicht zu registrieren.

Ein Highlight war dann kurz nach Kilometermarke 8, wo an der gleichen Stelle wie im vergangenen Jahr Kollege Wolfgang als mein persönlicher Fotograf auf mich wartete, um abermals ein paar dynamische Fotos zu machen. (Vielen lieben Dank dafür!) Obwohl der Hunger und das Magendrücken sich mittlerweile gelegt hatten, griff ich nun zum Gel, um so einen Einbruch (oder gar Hungerast) in der zweiten Rennhälfte zu vermeiden. Kurz nach Kilometer 10 gab es eine Labestation, wo ich mir einen Becher Wasser gönnte, um den klebrigen Geschmack des Gels loszuwerden. Mittlerweile hat sich das Läuferfeld deutlich gelichtet und ich sammelte LäuferIn um LäuferIn ein. Die erste Hälfte des Ossiacher See Nachthalbmarathon war geschafft!

Fokussiert und gut gelaunt bei Kilometer 8

Fokussiert und gut gelaunt bei Kilometer 8

Ich lag gut in der Zeit, meine Durchgangzeiten waren alle schneller als geplant und meine Pace schwankte zwischen 5:10min/km und 5:15min/km. “Jetzt nur nicht einbrechen und das Ding gut ins Ziel bringen”, sagte ich zu mir selbst. Zwischen Kilometer 11 und 14 lief ich fast allein auf weiter Flur und überholte nur ganz wenige LäuferInnen. Der Flow hatte sich längst eingestellt. Bei der nächsten Labestation ziemlich genau bei der 14 Kilometer Marke gönnte ich mir noch einen Becher Wasser und nahm guter Dinge die letzten 7 Kilometer in Angriff, die am Nordufer des Ossiacher Sees von Annenheim nach Bodensdorf führten. Hier bemerkte ich sehr bald den teilweise recht lebhaften Gegenwind. Leider waren auch in diesem Streckenbereich nur wenige LäuferInnen unterwegs, sodass ich auch niemanden für etwas Windschatten finden konnte. Sobald ich zu jemanden aufgeschlossen hatte, stellte ich fest, dass deren Pace zu langsam ist und überholte. Jetzt nur nicht nachlassen!

In Annenheim war die Party anlässlich des Wasserfestes voll in Gang und dementsprechend viele Menschen befanden sich an und auch auf der Laufstrecke — was grundsätzlich begrüssenswert ist, aber wenn Leute in Zweier- und Dreierreihen nebeneinander gemütlich mitten auf der Laufstrecke spazieren und nicht registrieren, dass hier gerade ein Halbmarathon stattfindet, ist das ärgerlich. Ich musste in Annenheim teilweise im Zick-Zack-Kurs meinen Weg durch die nicht-laufende Menschenmenge bahnen, zumal auch niemand von diesen Leute freiwillig zur Seite wich. Hallo, hier ist gerade eine Laufveranstaltung, könnts nicht auf der Seite des Weges gehen?! Das war in vergangenen Jahren nicht der Fall bzw. wesentlich besser geregelt oder organisiert.

Showtime!

Wie auch vor zwei Jahren war hier nicht jeder Kilometer beschildert bzw. ausgewiesen und gefühlt zogen sich die letzten 7 Kilometer etwas, was vermutlich auch dem Gegenwind zugeschrieben werden kann. Es lief sich zwar leicht anstrengender als in den ersten zwei Dritteln des Halbmarathons, aber ich war bei weitem nicht am Limit. Ich sammelte nach wie vor die sporadischen MitläuferInnen ein und bei Kilometer 17 blickte ich auf meine Stoppuhr und fing an zu rechnen… hm, eine 1:50er Zeit könnte sich ausgehen! Beflügelt von diesem Gedanken entschied ich, dass es Zeit für “Showtime” ist und ich die letzten 4 Kilometer im “Rennmodus” laufen werde. Eine 1:50er Zeit auf dieser Strecke wäre der Wahnsinn!

Aus diesem Grund ist meine Erinnerung an die letzten 4 Kilometer auch eher vage. Im Runner’s High liefen die Beine wie von selbst, der Kopf war wunderbar leer und ich war einfach nur glücklich, dass es heute so gut läuft. So muss Halbmarathon! Am letzten Kilometer sah ich eine Gruppe von LäuferInnen vor mir, die ich noch überholen wollte und setzte zum Endspurt an. Die Gruppe hinter mir gelassen war ich dann auch schon auf den letzten hundert Meter und mein Blick blieb an der Stoppuhr hängen: 1:49:xx! Ok, Andrea, zieh an! Sub 1:50 geht sich aus. Wo ist die Ziellinie? Wann kann ich stehenbleiben? Oh, da ist die Zielline. Geschafft! Stopp gedrückt: 1:49:59 handgestoppt! Neue PB auf der Halbmarathon-Distanz! Man hängt mir die Finisher-Medaille um und ich wanke in Richtung Endlabe, wo es dieses Jahr leider keinen Kuchen mehr gab, aber ich war auch mit Wasser und Bananen zufrieden.

Streckenverlauf Ossiacher See Nachthalbmarathon Ossiach - Bodensdorf

Streckenverlauf Ossiacher See Nachthalbmarathon Ossiach – Bodensdorf

Was für ein Halbmarathon! Was für ein Lauf! Das hätte ich nicht geglaubt, dass es — im wahrsten Sinne des Wortes — so gut laufen wird. Nach der Erstversorgung mit Bananen, Wasser und einem Magnesiumstick (gab es zur freien Entnahme) verlasse ich die Endlabe, wo auch schon meine Mutter (die beste Betreuung bei Läufen!) auf mich wartet. Ihre erste Reaktion war: “Du bist ja verrückt!” Yup, guilty as charged. Verrückt und ich liebe es! Sie erwähnt, dass nicht viele Frauen vor mir ins Ziel gekommen sind, so ca. 10 Frauen hat sie gezählt. Hm, vielleicht sollte ich dann doch auf die offiziellen Ergebnisse warten, bevor ich die Heimreise antrete, denn wer weiß…

Wir gehen zum Auto, ich ziehe mich um und weil online noch keine Ergebnisse veröffentlicht waren, gehen wir zurück zum Zielbereich, wo tatsächlich auch schon die Ergebnisse ausgehängt sind. Mit einer offiziellen Zeit von 1:49:47 erreichte ich als 12. Frau (von 74) das Ziel und belegte in W-35 den 2. Klassenrang (von 10). In diesem Moment dachte ich, ich träume. Platz 2 in W-35?! Ich?! Ich konnte es nicht glauben, blickte abermals auf die Ergebnisliste und ja, 2. in W-35. Oh my. OH MY! Freudentränen schossen in meine Augen. Dass ich es bei einem Halbmarathon einmal aufs Stockerl schaffen würde, hätte ich mir nicht einmal in meinen wildesten Träumen vorgestellt. Also auf die Siegerehrung warten, denn wenn man schon einmal unter die ersten Drei läuft, dann soll man sich das nicht entgehen lassen…

Völlig überrascht am Stockerl

Völlig überrascht am Stockerl

Leider verzögerte sich die Siegerehrung und begann nicht wie geplant um 22:00 Uhr, sondern erst kurz vor 22:30 Uhr. Wegen dieser Verzögerung ging der Veranstalter dazu über, die Siegerehrung möglichst rasch abzuwickeln und bat folglich alle Dritt-, Zweit- und Erstplatzierten aller Allersklassen jeweils gemeinsam aufs Stockerl. Ich werde bei den Zweitplatzierten aufgerufen, bekomme ein Glas echten Kärntner Bienenhonig und eine Salami als Preis überreicht und stelle mich gemeinsam mit allen anderen Zweiten auf das Treppchen. Ich kann es nach wie vor nicht glauben und dementsprechen verdutzt schaue ich auch drein. Wow. Wahnsinn. Verrückt. Leider geil. Die ganze Heimfahrt habe ich einen Dauergrinser. Ossiach, nächstes Jahr sehen wir uns wieder!

Neue Ufer

Are you waiting for the right excuse?
Are you waiting for a sign to choose?
While you’re waiting it’s the time you lose
What are you waiting for?
(Nickelback – What Are You Waiting For?)

Ich würde mich nicht als Fan von Nickelback bezeichnen, aber ihre aktuelle Single “What Are You Waiting For? hat bei mir einen Nagel auf den Kopf getroffen. Ich spiele mich schon seit 2012 mit dem Gedanken, einen Triathlon zu finishen, aber irgendwie schiebe ich dieses Ziel so vor mich her. Beim Halbmarathon war ich wesentlich resoluter und habe das Projekt recht zügig innerhalb eines Jahres durchgezogen. Woran scheitert es also beim Triathlon?

Ich denke mir oft, ok, nächstes Jahr machst du dann einen Triathlon, aber irgendwas ist immer bzw. ich finde irgendeine Ausrede, warum gerade dieses Jahr kein guter Zeitpunkt für das Projekt Triathlon ist. Letztes Jahr hatte ich durch das verletzungsbedingte Rennrad-Verbot im Frühling und die fehlenden Rennradkilometer eine “gute” Ausrede, den Triathlon lieber auf 2015 zu verschieben. Und auch dieses Jahr bin ich wieder zögerlich diesbezüglich: Zuerst einen Duathlon probieren, dann entscheiden.

Nach dem Saisonsauftakt am 21. März beim Viertelmarathon in Leitersdorf/Raabtal, wo ich zwar meine gewünschte Zielzeit erreichte, nagte der 4. Platz in meiner Altersklasse doch länger als mir lieb war, zumal das nicht mein erster 4. Platz war. Ich habe wie immer, wenn ich auf Zeit laufe, mein Bestes gegeben und kann mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein. Warum also diese latente Unzufriedenheit? Diese Frage lässt sich nur beantworten, wenn ich zuerst eine Antwort auf die Frage, warum ich überhaupt bei Wettkämpfen mitmache, finde.

Warum laufen?

Ja, warum eigentlich? Die Antwort ist recht schnell gefunden: Weil es Spass macht! Weil ich die Atmosphäre von Laufveranstaltungen mag. Weil es mich im Training motiviert, für einen Wettkampf zu trainieren und zu sehen, ob ich meine Zeiten verbessern kann. Weil ich gerne mit anderen laufe, wenn schon das Training alleine stattfindet. Ich laufe für mich, um meine Grenzen auszuloten und um mich lebendig zu fühlen. Widrigkeiten, wie ein hochgradiger Knorpelschaden im rechten Knie und keine Schilddrüse halten mich davon nicht ab. Kurzum: Laufen macht mich glücklich.

Und dennoch war ich unglücklich. Der Lauf selbst war in Ordnung, aber nur bedingt ein “Spass”. Ich mag kurze Strecken nicht, da man dort vom Start weg Vollgas laufen muss, wenn man auf Zeit läuft. Daher laufe ich prinzipiell keine Distanzen unter 10 Kilometer und ganz ehrlich gesagt werden mir 10 Kilometer auch schon fast zu kurz. Es ist unwahrscheinlich, dass ich einen 10er einmal in 40 Minuten laufen werde. Dafür habe ich zu spät mit dem Laufen angefangen und deshalb fehlt mir einfach die Schnelligkeit. Meine Stärke liegt in der Ausdauer. Ich brauche oft schon eine halbe Stunde, bis es bei mir “rund” läuft und es macht mir wesentlich mehr Spass, ein Rennen so einzuteilen, dass ich in der zweiten Hälfte noch zulegen und andere LäuferInnen aufsammeln kann.

Zu neuen Ufern

Halbmarathons sind dafür gut geeignet und von der Distanz her ideal, da ich meinem lädierten Knie keinen ganzen Marathon zumuten möchte. Ich würde aber gerne Ausdauer-Wettkämpfe bestreiten, die länger als 2 Stunden dauern, frei nach dem Motto, “Ich kann nicht schnell, aber dafür lange.” Rennrad-Ausfahrten über zwei Stunden oder länger sind kein Problem und machen viel Spass. Wenn man also Laufen mit Rennradeln verbindet, dann erhält man einen Duathlon — meine Duathlon-Wettkampf-Premiere findet in gut 2 Wochen statt. Ich bin schon neugierig, wie das wird, denn immerhin begebe ich mich hier in absolutes Neuland mit Wechselzonen usw.

Vom Duathlon ist es nicht mehr weit zum Triathlon — wäre da nicht das Schwimmen. Und genau die erste Disziplin ist es, die mich bisher vom Triathlon abgehalten hat, da ich Angst vor dem “Untergehen” im wahrsten Sinne des Wortes habe. Schwimmen kann ich schon, kraulen so halbwegs, aber wer jemals Schwimmstarts bei einem Triathlon angesehen hat, weiß, welches Chaos dort herrscht. Vielleicht alles nur eine Frage des Trainings? Das ist ein weiterer Hemmschuh, denn ich wohne ca. eine Autostunde vom nächsten Hallenbad entfernt, was ein Schwimmtraining in der kalten Jahreszeit erschwert. Seen gibt es ausreichend mehr oder weniger vor meiner Haustüre, aber die sind momentan noch zu kalt und die (beheizten) Freibäder öffnen erst im Mai ihre Pforten. Und in dieser Phase über einen Neopren-Anzug nachzudenken, erscheint mir voreilig…

Doch um auf Nickelbacks “What Are You Waiting For?” zurückzukommen: Ja, worauf warte ich eigentlich? Es gibt immer Ausreden oder irgendetwas, das nicht passt. Ich will einen Triathlon finishen und im Juni/Juli gibt es doch einige Veranstaltungen, die eine Sprint- bzw. Volksdistanz anbieten; also wann, wenn nicht diesen Sommer? Je länger ich warte, umso mehr Ausreden werde ich finden…

Genau aus diesem Grund fahre ich auch am kommenden Samstag zum Radio Steiermark Lauf nach Bad Waltersdorf: Im Nenngeld ist ein Thermeneintritt inkludiert und die Therme verfügt über ein 25m Sportbecken. Zuerst 12 Kilometer laufen, dann schwimmen — Koppeltraining! Jedoch werde ich nicht auf (Best-)Zeit laufen, da der Wetterbericht abermals Temperaturen um 20°C voraussagt und der Start erst um 14:30 Uhr ist. Die Strecke ist zwar flach und schnell, aber es müssen 3 Runden zu je 4 Kilometern gelaufen werden und ich mag Runden nicht. Also ein Trainings-Tempodauerlauf mit guter Stimmung entlang der Strecke. Danach in die Therme. Ins Sportbecken. Und dann in den Whirlpool! Oder “WIIIRRRLPOOL”, wie der Hackl Schorsch bei der Wok-WM so treffend sagte. Ein hoffentlich netter Tag in der Steiermark.

Zeit, die Schwimmbrille öfters zu benutzen

Zeit, die Schwimmbrille öfters zu benutzen

Rückblick: Oktober 2014

Leicht verspätet möchte ich wie gewohnt aus sportlicher Sicht auf den Oktober 2014 zurückblicken. Das Highlight war natürlich der Saisonabschluss beim Halbmarathon im Rahmen vom Graz Marathon und danach began die “Off-Season”. Hier wie immer die Daten:

  • Trainingseinheiten: 26
  • Gesamtdistanz Laufen: 180,9 km
  • Gesamtdistanz Rennrad: 345,8 km
  • Trainingsdauer Laufen: 17:40:23
  • Trainingsdauer Rennrad: 13:04:30

Dabei fällt auf, dass doch mehr Rennrad-Kilometer als erwartet zusammengekommen sind, während die Laufkilometer geringfügig abgenommen haben. Dafür gibt es zwei Gründe: Einerseits zeigte sich das Wetter im Oktober von seiner schönsten spätsommerlichen Seite und nach dem bescheidenen “Sommer” hatte ich große Lust, noch möglichst viel Zeit vor dem Winter am Renner zu verbringen, Andererseits laborierte ich seit dem Halbmarathon an Sehnenproblemen im Fuss, die sich auch durch deutlich reduzierte Laufumfänge nicht legten und schließlich bis zum Monatsende eine totale Laufpause erzwangen.

Ausblick

Die Sehnengeschichte ist mittlerweile nach einer fast 14-tägigen Laufpause ausgeheilt und ich habe wieder richtige Lust aufs Laufen. Ich gönne dem Fuss noch ein paar Tage Ruhe und dann geht es endlich wieder auf die Hausrunde oder aufs Laufband. Im November werde ich es generell noch ruhig angehen lassen und nur nach Lust und Laune trainieren — als neues Spielzeug habe ich mir endlich einen Triathlon-Auflieger fürs Rennrad gegönnt und bin vom Aero-Lenkeraufsatz hellauf begeistert: Im Freien der Wahnsinn, aber auch auf der Rolle durchaus komfortabel zum Fernsehen.

21. Graz Marathon 2014

“Graz oder gar nicht” lautete das Motto des 21. Graz Marathons, der am Sonntag, den 12. Oktober 2014, ausgetragen wurde. Nach dem kühlen und verregneten Sommer haben wohl nicht viele damit gerechnet, dass es am zweiten Oktoberwochenende herrliches (Spät-)Sommerwetter mit entsprechend warmen Temperaturen geben würde — und ich zum Saisonsabschluss einen schönen und sonnigen Halbmarathon genießen konnte.

Bereits am Freitag, den 10. Oktober, fuhr ich nach Graz, um in der Sports Direct Filiale im Center West die Startunterlagen abzuholen, was überraschend schnell und effizient ablief. Beim Tresen für “Halbmarathon” wurde die Startnummer ausgehändigt, der gewünschte Startblock vermerkt und das Erinnerungs-T-Shirt überreicht. Für das Startsackerl gab es einen eigenen Tresen und auch dort ging alles ganz zügig — kein lästiges Anstellen oder Warten, und dass, obwohl sich doch eine beachtliche Zahl von LäuferInnen dort befand. Ich traf mich auch noch kurz mit Kollegen @rehspeck, der ebenfalls seine Startnummer für den City-Run (10,5 Kilometer) am Sonntag abholte.

Im Vorfeld machte mir die Parksituation am Marathon-Tag etwas Sorgen, da ich nicht wußte, wie ausgelastet die empfohlenen P+R Parkplätze bzw. wie die Parkplatz-Situation in der “grünen Zone” sein würde. Nachdem dieses Jahr die Startnummer *nicht* zur Gratis-Benutzung sämtlicher öffentlicher Verkehrsmittel in Graz berechtigte und nur ein Gratis-Shuttle-Bus vom Hauptbahnhof zum Startbereich bei der Oper angeboten wurde, erschien es mir — vor allem auch aufgrund der umfangreichen Straßensperren — am sinnvollsten, einen Parkplatz in Hauptbahnhofsnähe zu suchen.

Um jeglichen Stress bei der Anreise und Parkplatzsuche zu vermeiden, läutete am Sonntag um 5:30 Uhr der Wecker und um kurz vor 7 Uhr ging es los in Richtung Graz. Sonntags um diese Zeit hat man die Autobahn fast für sich alleine und ich erreichte stress- und staufrei um ca. 8 Uhr Graz, wo ich auf Anhieb in der Nähe des Hauptbahnhofs einen Parkplatz fand. Nach einem kurzem Fußmarsch zur extra gekennzeichneten Bushaltestelle des Gratis-Shuttle-Busses dauerte es nicht lange, und besagter Bus chauffierte die LäuferInnen direkt und ohne Umwege (da die Straßensperren erst ab 9 Uhr galten!) zum Startbereich.

Der Start-/Zielbereich vor der Oper um ca. 8:50 Uhr

Der Start-/Zielbereich vor der Oper um ca. 8:50 Uhr

Die Ruhe vor dem Start

Der Startbereich war gut beschildert und noch recht übersichtlich, da sich erst wenige LäuferInnen vor Ort befanden. So hatte ich genügend Zeit, alle wichtigen Pre-Race Dinge in Ruhe zu erledigen und die Atmosphäre aufzusaugen. Als ich mich im Juni zum Graz Halbmarathon anmeldete, war das eher eine spontane Idee — wie wäre es, einmal einen richtig großen Stadtmarathon zu laufen? Wien ist mir da eine Nummer zu groß, aber Graz, die zweitgrößte Stadt und somit der größte (Halb-)Marathon im Süden Österreichs erschien mir eine gute Wahl. Das ganze war als “Bonus” und Saisonabschluß angedacht: Noch einmal vor der langen Winterpause (Halb-)Marathonluft schnuppern, die Aufregung vor dem Start und die Begeisterung während des Laufs spüren — mit über 40.000 Zusehern entlang der Strecke und insgesamt ca. 11.500 aktiven LäuferInnen. Als Zielzeit habe ich mir 1:55:00 gesetzt, also eine gemütliche 5:30er Pace, was mir realistisch erschien, zumal ich im letzten Monat auch nicht explizit für einen Halbmarathon trainiert hatte.

Guter Dinge vor dem Start

Guter Dinge vor dem Start

Die Zeit zwischen der Ankunft im Start-/Zielbereich vor der Grazer Oper um kurz vor 9 Uhr und dem Start um 10 Uhr verging sehr schnell und da die LäuferInnen dazu angehalten wurden, sich spätestens um 9:45 Uhr in den entsprechenden Startblöckem einzufinden, machte ich mich zeitig dorthin auf den Weg. Ich habe mich für Startblock 2 (Halbmarathon-Zielzeit unter 1:50) entschieden, da ich am Start zügig wegkommen nicht zahlreiche langsamere LäuferInnen überholten wollte. Außerdem wollte ich eine 1:50er Zeit nicht von vornherein ausschließen, die bei idealen Bedingungen sicherlich möglich gewesen wäre; doch mehr dazu später.

Blick vom Startblock 2

Blick vom Startblock 2

Kurz vor dem Start wurden die 23 Tanzpaare des Weltrekordversuchs im “Walzer-Marathon” auf die Strecke geschickt, doch davon habe ich bis auf ein paar Takte Walzermusik so gut wie gar nichts mitbekommen. Dann pünktlich um 10 Uhr fiel der Startschuss für die Elite und genau 5 Minuten später machte sich Startblock 2 auf den Weg. Ich kam wie erwartet flott weg und die ersten paar hundert Meter waren stimmungsmäßig der Wahnsinn: so viele begeisterte Zuseher rechts und links entlang der Strecke und bei der Radetzky-Brücke rockte ein Elvis-Imitator so richtig ab! Dieser “Elvis” war wirklich gut, soweit ich das im schnellen Vorbeilaufen beurteilen konnte. Das nächste Highlight war die Brass Band beim Kunsthaus, ehe es abermals über eine Brücke in Richtung Hauptplatz ging. Nach wie vor gab es eine unglaubliche Stimmung und auch ich fühlte mich sehr gut; leichtfüßig und bester Laune liefen sich die ersten 4 Kilometer im Handumdrehen, was auch meine Pace von 5:15 bestätigte.

Die Schleife des Grauens

Doch dann näherte sich die Weinzöttlstraße und somit die lange Schleife nach Andritz in den Norden von Graz. Vom Streckenprofil war mir bekannt, dass es fast bis zum Wendepunkt Nord leicht ansteigen würde, was im Grunde kein großes Problem ist, wenn nicht genau in dem Moment auch die Sonne herausgekommen wäre. Den ganzen Morgen und Vormittag war es leicht bewölkt bei äußert lauffreundlichen Temperaturen um etwa 14° C, doch mit dem Sonnenschein wurde es schlagartig wärmer und das Laufen war nicht mehr so locker. Die Schleife zog sich gefühlt endlos dahin — und ich dachte bisher, die Schleife in Krumpendorf beim Wörthersee Halbmarathon von Kärnten Läuft ist fies! Oh nein, die Krumpendorf-Schleife ist harmlos dagegen! Die Andritz-Schleife ist in etwa dreimal so lang (6 Kilometer vs. 2 Kilometer) und das bedeutet ca. 3 Kilometer leicht ansteigend bei eher geringer Zuseher-Dichte den schnelleren bzw. früher gestarteten Läufern entgegen zu laufen.

Als ich endlich den Wendepunkt Nord erreichte, war mir bereits sehr warm und ich entschied, dass es heute nichts mit 1:50 wird und daher würde ich die restliche Strecke mit der geplanten 5:30er Pace laufen, um so mit 1:55 ins Ziel zu kommen. Mittlerweile brannte die Sonne gnadenlos vom blauen Oktoberhimmel und es ist schon etwas ironisch, bei einem Herbstmarathon mit Temperaturen um die 22° bis 23° C zu laufen — vor allem nach diesem kühlen und verregneten Sommer. Die zweite Hälfte der Andritz-Schleife lief sich trotzdem etwas besser, zumal es leicht abfallend war und es mental hilft zu sehen, wieviele LäuferInnen sich erst auf den Weg zum Wendepunkt befinden. Kurz vor Kilometer 10 ist dann die Schleife zu Ende und fast die Hälfte des Halbmarathons ist bereits gelaufen, was wiederum gut für den Kopf ist.

Mangelware Wasser

Da die Verpflegung auf der Strecke bei Kärnten Läuft so gut funktionierte, konsumierte ich kurz nach Kilometer 10 mein Gel, um dann bei der Labestation bei Kilometer 11 das ganze mit etwas Wasser runterzuspülen. Und hier zeichnete sich auch das große Problem bzw. Manko der Veranstaltung ab: Die beiden Labestationen in der zweiten Hälfte des Halbmarathons waren absolut überfordert und es gab kaum bzw. kein Wasser. Ob es an der Organisation lag oder einfach Fehlplanung war, kann ich nicht sagen, aber generell sind die Tische mit den Bechern im Vergleich zu Kärnten Läuft einfach viel zu kurz und es ist zu wenig Personal vor Ort, um die Becher zu füllen, sodass es zu Engpässen in der Getränkeversorgung kommt. Da ich nicht ohne wenigstens ein paar Schluck Wasser weiterlaufen wollte, musste ich mich bei der Labe bei Kilometer 11 um einen Becher Wasser anstellen! Ja, richtig, anstellen, wie in “stehenbleiben und warten, bis man einen Becher bekommt”. So etwas habe ich noch bei keiner Laufveranstaltung erlebt und so etwas sollte bei einem Marathon in dieser Größenordnung und bei diesen Temperaturen einfach nicht passieren!

Ich hätte mir gerne noch einen zweiten Becher Wasser genommen, um ihn mir über den Kopf zu kippen, aber das hielt ich in Anbetracht der Warteschlange für keine gute Idee, da ich nicht noch mehr Zeit dort liegenlassen wollte und lief daher weiter. Ich war leicht irritiert über diese Verhältnisse und hoffte, dass die Situation auf der nächsten und gleichzeitig letzten Labestation vor dem Ziel bei Kilometer 16 besser ist. Doch zuvor ging es für etwa 5 Kilometer durch diverse Seitenstraßen und -gassen über den Lendplatz in Richtung Lazarettgürtel und Citypark, wo sich besagte Labestation befindet. Ich habe keine großartigen Erinnerungen an diesen Abschnitt der Laufstrecke, außer dass die Band am Floßlendplatz gut war und ordentlich rockte. Ansonsten war die Zuschauer-Dichte auch eher gering und einige Gassen könnte man in die Rubrik “Graz, wie sie es sonst nicht sehen” einordnen.

Der Kampf mit dem Krampf

Irgendwo zwischen Kilometer 14 und 15 passierte es: Ein Krampf in der Fusssohle! Die Wärme machte mir das Laufen ohnehin schon schwer und nun auch das noch! Da ich einen derartigen Krampf auch schon einmal im Training bekommen hatte, wusste ich sofort, was man dagegen machen kann: Stehen bleiben, den Schuh ausziehen und die Fusssohle dehnen. Das war aber in diesem Moment nicht wirklich eine Option, zumal ich bereits Zeit bei der unsortierten Labestation verloren hatte. Also durchbeißen und hoffen, dass sich der “Flow” möglichst bald einstellt. Erfahrungsgemäß müsste es ja bald soweit sein und außerdem ist die nächste Wasserstelle nicht mehr weit. Die Selbstgespräche, die man führt, wenn es bei einem Halbmarathon nicht so gut läuft, sind im Nachhinein betrachtet oft ganz amüsant — von “Nie wieder” bis “Irgendwie ist das trotzdem leider geil” ist da alles dabei.

Am Lazarettgürtel angekommen wußte ich, dass es zum Citypark und somit zum Wasser nicht mehr weit ist. Die Kilometer 16 Marke passierte ich bei ca. 1:28 und lag somit noch voll auf Kurs für 1:55 — trotz Wärme, Krampf und Durst. Endlich die lang ersehnte Labestation! Aber schon von weitem ließ der Anblick nichts Gutes verhoffen: Wieder Menschenschlangen, die sich um Wasserbecher anstellten. Oh das darf doch nicht wahr sein! Die meisten LäuferInnen nahmen sich einen leeren Becher und füllten diesen bei einer Art Regentonne. Das war nicht wirklich hygienisch und sch*** drauf, dachte ich mir, bevor ich da aus der Tonne was trinke, laufe ich lieber dehydriert weiter. Zu dem Zeitpunkt war mir fast alles egal, ich wollte nur mehr so schnell wie möglich ins Ziel, wo es sicherlich reichlich Getränke und Wasser gibt!

Ich hatte aber Glück im Unglück und findiges Labestellen-Personal hatte wenige Meter nach der Labestation einen Hydranten angezapft und füllte dort Wasserbecher, wo ich zwei Becher ergattern konnte! Einen für den Mund, einen für den Kopf und weiter gings. Kilometer 18 und 19 führten wieder an der Mur entlang in Richtung Norden und waren wenigstens teilweise etwas schattig. Nun hatte sich auch der Flow eingestellt, das Laufen war automatisch geworden, der Kopf total leer und dennoch zogen sich die Kilometer. Endlich die Keplerbrücke, wo die Halbmarathonis die Marathonstrecke verließen und rechts in Richtung Hauptplatz und Herrengasse abbogen. Der letzte Kilometer, in wenigen Minuten habe ich es geschafft!

Auf dem letzten Kilometer

Auf dem letzten Kilometer

Ein Bad in der Menge

Von der Keplerbrücke durch die Sackstraße über den Hauptplatz und der Herrengasse ging es nun gesäumt von tausenden Zuschauern zum Zieleinlauf auf dem Opernring! Der letzte Kilometer! Ich versuchte ganz bewußt die Stimmung und Atmosphäre genießen und ließ mich von der Menschenmenge förmlich ins Ziel tragen! Durst und Krampf waren vergessen, das Ziel war greifbar nahe und die Grazer Innenstadt bebte! Auf der Zielgeraden hielt ich noch Ausschau nach meiner Mutter, um ihr durch ein Victory-Zeichen zu signalisieren, dass alles in Ordnung ist und ich wohlbehalten ins Ziel gekommen bin, da sie weiß, dass mir Wärme/Hitze beim Laufen immer etwas zusetzt. Erleichtert überquerte ich die Ziellinie und blickte auf meine Stoppuhr: 1:56:37 handgestoppt! Zwar keine 1:55, aber in Anbetracht der Widrigkeiten auf der Laufstrecke (Wärme, Krampf, Wassermangel) bin ich mit dem Ergebnis zufrieden; die offizielle Zeit ist 1:56:34 oder 5:32 Pace. Graz Halbmarathon bei spätsommerlichen Temperaturen im Oktober. Passt schon so.

Auf der Zielgeraden

Auf der Zielgeraden

Im Ziel erhielt ich sofort meine Finisher-Medaille und steuerte dann auf die “Labestraße” zu, wo man — oh der Horror — sich wieder für Wasser bzw. Getränke anstellen musste. Nach wenigen Minuten (die aber trotzdem in dieser Situation zu lange dauern) konnte ich endlich zwei Becher Magnesiumdrink trinken und mich mit Weckerln, Bananen und stillem Mineralwasser in Flaschen versorgen. Ich stand dann einige Zeit neben einem Baum in der Ziellabe und versuchte, ein Weckerl zu essen, was aber nur sehr bedingt funktionierte, da nun auch mein Kiefergelenk krampfte. Vielleicht ist es doch besser, sich vorerst nur Flüssigkeiten einzuverleiben? Mit Verpflegung in beiden Händen machte ich mich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt mit meiner Mutter, wo ich sie auch prompt antraf.

Planlos in Graz

Ich war verständlicherweise völlig durchgeschwitzt und wollte mich unbedingt umziehen, bevor wir den Shuttle-Bus zurück zum Hauptbahnhof nehmen. Die Umkleide- bzw. Duschmöglichkeiten befanden sich ca. 5 Gehminuten südlich von der Oper in der Kastellfeldgasse. Das ist neben den mangelhaften Labestationen der zweite Kritikpunkt am Grazmarathon, denn hier hätte mir wirklich eine Beschilderung bzw. Wegweiser gewünscht. Ich bin zugegebenermaßen nicht so oft in Graz und wenn, dann mit dem Auto und nicht zu Fuß in der Innenstadt und daher irrte ich etwas planlos umher, ehe ich zu Google Maps griff, um mir den Weg zeigen zu lassen. Durch den Umweg schaffte ich es nicht mehr in Laufschuhen zur Umkleide, sondern musste auf halbem Weg die Schuhe ausziehen, um endlich die Krämpfe loszuwerden. Das war das erste Mal, dass mich bei einem Halbmarathon Krämpfe plagten. Über die Ursache kann ich nur Mutmaßungen anstellen, aber ich denke, es lag in der Kombination Hitze und Dehydrierung.

Mit Finisher-Medaille vor der Oper

Mit Finisher-Medaille vor der Oper

Der Rückmarsch zum Opernring gestaltete sich dann wesentlich einfacher und auch die “Haltestelle” (die ganz vorbildlich gekennzeichnet war) des Gratis-Shuttle-Busses war schnell gefunden. Nach ca. 20 Minuten Wartezeit kam der Bus und brachte uns zurück zum Hauptbahnhof. Bevor ich dann mit dem Auto die Heimreise antrat, machte ich noch beim Burger King in Graz Seiersberg halt, um die mittlerweile obligaten “Post-Race Pommes” zu konsumieren. Zur Feier des Tages. Zum Saisonabschluß. Jetzt gibt es sicher bis etwa Ende März keine “Post-Race Pommes”. Ja, der Graz Halbmarathon war ein würdiger Saisonabschluß, wenngleich ich mir etwas herbstlicheres Wetter und eine bessere Wasserversorgung auf der Strecke gewünscht hätte. Von der Stimmung her eine sehr schöne Veranstaltung, die man erlebt haben muss. Und wer weiß, vielleicht heißt es im nächsten Jahr wieder “Graz oder gar nicht!”?

Rückblick: September 2014

Während die erste Monatshälfte durchwegs kühl und regnerisch war, setzte sich ab Monatsmitte endlich trockenes und sonniges Spätsommerwetter durch. Dementsprechend gegensätzlich waren auch die Bedingungen bei den zwei Wettkämpfen im September, dem Schilcherlauf und dem Genuss Apfel Lauf. Aber nun die Zahlen und Daten:

  • Trainingseinheiten: 25
  • Gesamtdistanz Laufen: 211,9 km
  • Gesamtdistanz Rennrad: 203,2 km
  • Trainingsdauer Laufen: 20:01:05
  • Trainingsdauer Rennrad: 07:27:25

Die Laufkilometer sind im Vergleich zum Vormonat in etwa gleich geblieben, aber ich radelte um etwa 150 Kilometer weniger, wofür das äußerst radunfreundliche Wetter zu Monatsbeginn verantwortlich war. Da das Training im Moment nur auf den Erhalt meiner Form abzielt, gab es nur wenige intensive Einheiten. Etwas anderes wäre auch nicht wirklich möglich gewesen, denn nach der langen (Wettkampf-)Saison ist bei mir etwas die Luft draussen.

Ausblick

Im Oktober laufe ich noch den Halbmarathon im Rahmen von Graz Marathon, wobei ich nicht auf eine neue Bestzeit laufen werde, denn dafür habe ich auch gar nicht trainiert. Einfach die Energie und die Atmosphäre eines großen Stadtmarathons genießen. Nach dem Saisonsabschluss beim Graz (Halb-)Marathon freue ich mich auf die Off-Season, wobei die zweite Oktoberhälfte und der November dann ganz im Zeichen der (aktiven) Regeneration stehen werden.

Rückblick: August 2014

Den August 2014 kann man wohl als Sommer, der keiner war, zusammenfassen. Aber so unrecht war mir das eher kühle und regnerische Wetter gar nicht: Beim Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon — meinen zweiten Höhepunkt in diesem Jahr neben dem Ossiacher See Nachthalbmarathon — herrschten idealste Laufbedingungen und ermöglichten mir den Lauf des Jahres samt neuer PB. Hier wie immer die Zahlen und Daten:

  • Trainingseinheiten: 28
  • Gesamtdistanz Laufen: 215,5 km
  • Gesamtdistanz Rennrad: 352,2 km
  • Trainingsdauer Laufen: 20:25:10
  • Trainingsdauer Rennrad: 13:03:39

Während der Laufumfang im Vergleich zum Vormonat in etwa gleich blieb, konnte ich meine Rennradkilometer etwas erhöhen — es gab doch einige trockene, sommerliche Tage, wo ich meist um die 2 Stunden mit dem Rennrad unterwegs war.

Ausblick

Alles, was jetzt im September und Oktober noch kommt, ist sozusagen ein Bonus. Ich hoffe, meine aktuelle Form wenigstens bis zum Graz Marathon Mitte Oktober einigermassen halten zu können, wo ich über die Halbmarathon-Distanz an den Start gehen werde, mit dem Ziel, einen größeren Stadtmarathon zu erleben und wenn möglich wieder Sub-2h zu laufen. Das wird quasi der Saisonabschluss für dieses Jahr.

Kärnten Läuft Wörthersee Halbmarathon 2014

Was für ein grandioses “Kärnten Läuft” Wochenende (22. bis 24. August 2014), das neben idealen Laufbedingungen am Sonntag auch mit einem neuen Streckenrekord bzw. den schnellsten je in Österreich gelaufenen Halbmarathon aufwarten konnte! Für mich war es mein bis dato erfolgreichster und schönster Halbmarathon mit zahlreichen unvergesslichen Momenten und interessanten Begegnungen.

Los ging es wie immer Freitag am Abend mit der Abholung der Startunterlagen und einem besonderen Treffen. Da wir uns im letzten Jahr nach dem Night Run nur sehr kurz unterhalten konnten, planten wir diesmal genügend Zeit vor dem Lauf ein. Mit “wir” sind Markus, seine bessere Hälfte Ente Wurzel aus Kuh, und meine Wenigkeit gemeint. Ich finde es unglaublich spannend, Leute, die man nur aus dem Netz/social media kennt, persönlich zu treffen. Die Startunterlagen waren recht schnell abgeholt und direkt vor dem Zelt warteten wie vereinbart auch schon die beiden auf mich, bereits in voller Laufmontur mitsamt Startnummern. Bis zum Start des Night Runs war noch genügend Zeit, um zu plaudern und um der Ente noch etwas Motivation für den Viertelmarathon am Sonntag auf den Weg zu geben, da sie doch einige Zweifel hegte — die allerdings völlig unbegründet waren! Liebe Ente, ich bin stolz auf dich!

Mit @EnteWurzelausQ und @markusrennt in der Running City

Mit @EnteWurzelausQ und @markusrennt in der Running City

Ich wartete noch den Start des Night Runs ab, um Markus und die Ente anzufeuern und machte mich dann — genau rechtzeitig, bevor es anfing zu regnen — auf den Heimweg. Das Wetter war die ganze Woche über sowieso der große Unsicherheitsfaktor: Es würde am Sonntag zwar nicht so grauenhaft heiß wie im vergangenen Jahr werden, aber Regen konnte nicht ausgeschlossen werden. Leichter Regen ist kein Problem und sogar recht angenehm beim Laufen, aber Starkregen wie eine Woche zuvor beim Volkslauf um den Klopeiner See vergrault mir recht bald den Spaß. Ich hoffte jedenfalls auf günstige Laufbedingungen am Sonntag.

Der Samstag verlief verregnet und unspektakulär. Da ich im vergangenen Jahr in der Nacht vor dem Halbmarathon Schlafprobleme hatte und ab Kilometer 10 wegen der Hitze und dem Schlafdefizit einen Leistungseinbruch verzeichnete, passte ich dieses Jahr über eine Woche hinweg meinen Schlafrhythmus etwas an. Konkret ging ich sukzessive früher Schlafen und stand auch früher auf, um idealerweise in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf ca. 4 Stunden Schlaf zu kommen. Das funktionierte erstaunlich gut und Sonntag um 5 Uhr holte mich der Wecker gnadenlos aus meinen Träumen. Erst ein Blick aus dem Fenster (kein Regen!), danach Thyrex einwerfen, in aller Ruhe Laufklamotten anziehen, dann Frühstück wie immer und ab nach Klagenfurt. Praktischerweise waren die Abfahrtszeiten der Transfers zu den Starts dieses Jahr auf den Kleiderbeuteln abgedruckt — ein durchaus sinnvolles Novum!

Kurz nach 7 Uhr kam ich in Klagenfurt an und erwischte auch gleich ein Busshuttle zum Bahnhof in Krumpendorf, wo ich wie geplant den Zugtransfer um 7:27 Uhr nach Velden nahm. Die ganze Zeit über fühlte ich mich seltsam entspannt und dachte gar nicht daran, was mir bevorsteht. Ich unterhielt mich im Zug und auf dem Weg vom Bahnhof zum Startbereich mit einem älteren Herrn über das Wetter, das zunehmend freundlicher wurde, und über andere Lauferlebnisse bzw. -erfahrungen. Kurz nach 8 Uhr und im Startbereich angekommen hatte ich dann endlich das Gefühl, dass heute ein schöner Tag werden würde: Blauer Himmel, leichte Restbewölkung, angenehme Temperaturen. Während ich in der Schlange bei den Dixi-Klos vor dem Schloßhotel in Velden stand, blickte ich über den Wörthersee in Richtung Klagenfurt und dachte mir, “boah, ist aber schon irgendwie weit”.

Gute Laune, gutes Wetter, bunte Ballons

Gute Laune, gutes Wetter, bunte Ballons

Tweet Up!

Über Twitter wurde ausgemacht, dass sich die zwitschernden LäuferInnen, die beim Wörthersee Halbmarathon starten, sich zu einem “Tweet Up” um 8:15 Uhr direkt vor dem Schlosshotel treffen. Florian kannte ich schon, da wir uns bereits beim Römerlauf getroffen hatten, was das Auffinden der anderen Twitterer unglaublich erleichterte. So fanden sich Christian (@alpinextreme) mit Frau Babsi (@running_kitty), Sascha (@saschareetz) mit Freundin (#isaohnetwitter), Florian (@rehspeck) und ich (@sark47) für einen Selfie im Startbereich ein, der natürlich prompt getweeted wurde. Eine wundervolle Aktion und äußerst interessant, diese Leute mal in Natura zu treffen. Es war mir jedenfalls ein Volksfest!

Tweet Up mit @rehspeck, @saschareetz, @alpinextreme, @sark47 und @running_kitty

Tweet Up mit @rehspeck, @saschareetz, @alpinextreme, @sark47 und @running_kitty

Nach dem Tweet Up war es auch schon Zeit, den Kleidersack abzugeben und Kollegen Wolfgang noch schnell für ein paar Fotos einzuspannen, bevor wir uns in die entsprechenden Startblöcke begaben. Ich reihte mich im hinteren Feld des 1:50er Startblocks ein, wenige Meter vor dem Ballon des 2:00 Pacemakers. Wenn es mir gelingt, vor diesem Ballon ins Ziel zu kommen, dann schaffe ich locker eine Sub 2h Zeit — das war mein Plan. Das Wetter war idealst und wenn die Beine mitspielen, dann ist es durchaus realistisch, meine Zeit von Ossiacher See Nachthalbmarathon zu wiederholen — kurzum irgendwas zwischen 1:50 und 1:59 war das Ziel.

Vor dem Start in Velden

Vor dem Start in Velden

Ein weiteres Novum dieses Jahr war der Start in Wellen, denn aufgrund einer Baustelle bei Saag gab es einen Engpass auf der Strecke und dieses Problem wollte man mit Wellenstarts umgehen. Ich muss gestehen, funktionierte nicht nur bei der Engstelle in Saag wunderbar, sondern generell war die Läuferdichte deutlich geringer als im letzten Jahr, sodass ich viel entspannter laufen konnte. Weiters bekam ich ungleich mehr von der herrlichen Strecke entlang des Wörthersees mit, weil man eben nicht dauernd auf den Vordermann achten musste. Jede Startwelle wurde mit einem Countdown eingezählt und hatte ihren eigenen Startschuss. Langsam setzte sich der 1:50er Block in Bewegung und ca. 9 Minuten nach dem offiziellen Start der Eliteläufer passierte ich die Startlinie.

Ich lief mit der Masse los, drosselte aber bereits nach wenigen hundert Metern mein Tempo und lies mich von LäuferInnen überholen, die meinten, es zügiger angehen zu müssen. Beim Casino vorbei, wo wieder der Gesangsverein ein Kärntner Lied zum Besten gab und dann warf ich — was ich sonst nie mache — erstmals einen Blick zurück, um zu sehen, ob mir der 2:00 Ballon dicht an den Fersen war. Aber der Ballon war außer Sichtweite und das fand ich irgendwie beruhigend. Kilometer 1 geschafft, 5:26 Pace — ja, das passt schon so! (Wie es sich im Nachhinein herausstelle, war der erste Kilometer mit Abstand mein langsamster.) Am Beginn eines Halbmarathons versuche ich, mir möglichst keine Gedanken wie “noch 20 Kilometer” zu machen, weil ich das demotivierend finde. Ich versuchte deshalb bewußt, jeden Meter der Strecke zu geniessen und mein Umfeld (andere Läufer und die Landschaft) zu beobachten.

Ist irgendwo Schlussverkauf?

Die ersten paar Kilometer waren eigentlich schnell gelaufen und dann näherte sich die Engstelle bei Saag, die erste Labestation und Kilometermarke 4. Ein Blick auf die Uhr: 22 Minuten nochwas. Wunderbar. Nur so weiter und du bringst das Ding gut ins Ziel. Meine Stimmung war gut und die Beine locker. Als ich nach ca. 31 Minuten bereits 6 Kilometer zurückgelegt hatte, war gewiss, dass es heute super läuft! Dann näherte ich mich Pörtschach, wo ich letztes Jahr einen Leistungseinbruch hatte. Ich überlegte mir, ob ich bereits jetzt mein Gel zu mir nehmen sollte oder erst irgendwann zwischen Kilometer 10 und 12? Aber ehe ich eine bewusste Entscheidung treffen konnte, war die Labestation in Pörtschach in Lautsprecher-Reichweite und ich vernahm, wie der Moderator verkündete, dass Mike Diwald von der Radio Kärnten Morgenshow gerade vorbeigelaufen ist. Dann machte er die humorvolle Bemerkung: “Wo laufts denn alle hin? Ist irgendwo Schlussverkauf?” Das fand ich dort an Ort und Stelle witzig und schmunzelte vor mich hin.

OK, also dann kurz vor der nächsten Labestation das Gel “auszuzeln”. Im Grunde brauche ich kein Gel, denn im Training bin ich auch immer ohne Gels unterwegs, aber ich wollte auf der sicheren Seite sein und nicht auf den letzten 5 bis 6 Kilometern einbrechen, wo das Rennen erst richtig anfängt. Genau bei der Kilometer 11 Marke überholte ich Mike Diwald, der ja eine Wette laufen hatte, dass er die Strecke schneller als eine vierköpfige Nordic Walking Staffel bewältigen würde. Am Vortag sagte ich scherzhaft zu meiner Mutter, dass ich den Herrn Diwald “verputzen” werde und jetzt passierte das wirklich. Oh my! Sah jedenfalls nicht gut aus für Mike Diwald und wie es sich später herausstellte, musste er den Halbmarathon vorzeitig abbrechen.

Nach dem Überholmanöver ging es dem Gel aber wirklich an den Kragen und bei der Labestation der Feuerwehr Pritschitz griff ich beherzt zu einem Becher Wasser, um den klebrigen Geschmack etwas loszuwerden. Damit kam ich Krumpendorf und der berühmt-berüchtigten Schleife immer näher. Ich erinnerte mich an die etwas trostlose Gegend vor Krumpendorf: Links Wald, in der Mitte die Straße, rechts die Bahntrasse. Kein See, kaum Zuseher. Oh wie habe ich dort im letzten Jahr in der Hitze gelitten! Aber dieses Jahr? Nope, kein Leiden, nur Endorphine! In Krumpendorf dann Gänsehautfeeling: Super Moderator, unglaublich gute Stimmung, so viele Zuseher, eine Trommelkombo liefert einen tollen Rhythmus und ich schwebe quasi zum Wendepunkt der Schleife am Gemeindeamt. Nach dem Wendepunkt hielt ich bewußt nach Mike Diwald und Wolfgang Ausschau, denen ich jetzt ja entgegenlief, aber ich konnte keinen der beiden entdecken.

Dann war die Schleife auch schon gelaufen und die Kilometer 16 Marke erreicht. Ein Blick auf die Uhr: 1:26:nochwas. Hoppala! Das war schneller als erwartet und ich fühlte mich absolut beflügelt im Runner’s High. Fünf Kilometer noch! Da geht noch was! Ich forcierte mein Tempo, das Rennen beginnt jetzt. Die Erinnerung ab Kilometer 16 bis 20 ist etwas unscharf. Ich lief, wie von selbst, wie in Trance. Es war ein tolles Gefühl. Jeder Mensch sollte dieses Gefühl erleben können! Als ich mich der Villa Lido näherte, erinnerte ich mich plötzlich, dass dort Reinhards “Stammplatz” als Zuseher ist und folglich hielt ich nach ihm Ausschau. Ich entdeckte ihn prompt und mehr als ein gerufenes “Reinhard” und ein Winken war leider nicht möglich, aber es freute mich unglaublich, ein bekanntes Gesicht zu sehen.

Die letzten paar hundert Meter: Trommelrhythmen, links und rechts anfeuernde Zuschauermassen und ich mittendrin, beim bisher besten Halbmarathon meines Lebens. Noch ein Blick auf die Uhr: 1:49:nochwas. Ui, eine 1:50er Zeit könnte sich ausgehen. Schnell über die Seebühne! Auf dem Zielbogen erblicke ich die Zeit: 1:59:nochwas. OK, ich bin aber wesentlich später gestartet. Egal! Sub 2h ist es allemal. 1:50:55 handgestoppt! Kaum über der Ziellinie und die Finisher Medaille erhalten, begrüßt mich Florian, der ebenfalls ein tolles Rennen gelaufen ist und mir Verpflegung in der Form von Banane und Getränken reicht. So einen Service hatte ich auch noch nie! Ich kippe ohne Rücksicht auf Verluste Unverträglichkeiten zwei Flaschen “Arriba!” rein und kann es noch immer nicht so recht glauben, welche Zeit ich da gelaufen bin. Nachdem wir unsere Kleidersäcke abgeholt hatten, sehe ich im Internet auf der offiziellen Ergebnisliste nach: 1:50:47! Durchschnittspace 5:15! Platz 23 (von 96) in W-35! Wahnsinn!

Selfie im Ziel

Selfie im Ziel

Danach gehen wir ins Strandbad, wo wir dieses Jahr (wohl aufgrund des badeunfreundlichen Wetters) einfach durchgewunken werden. Ich setze mich auf den Steg, um mich etwas zu sammeln. Was für ein Rennen! Was für ein Halbmarathon! So viel Glücksgefühl! Ja, das sind die Momente, für die es sich absolut lohnt, zu laufen. Meine Gedanken schweifen umher. Eine Entenfamilie schwimmt dicht am Steg vorbei. Das Strandbad ist fast leer, nur ein paar Läufer wagten den Sprung in den zugegebenermaßen recht kühlen Wörthersee. Soll ich auch? Natürlich, das ist ja fast schon Tradition. Aber mehr als gefühlte 2 Minuten halte ich es im kalten Wasser nicht aus und ich bahne mir meinen Weg zur Umkleide. Endlich trockene Kleidung! Mit einem breiten Grinser spaziere ich dann gemütlich durch den Europapark zum Auto. Diesmal hat wirklich alles gepasst: Das Wetter, meine Form, das ganze Drumherum. Halbmarathon ist und bleibt leider geil!