Tag Archives: Altstadtlauf

Klagenfurter Altstadtlauf 2016

Nach dem Duathlon und dem SWIManiak war es Zeit für mein offizielles Lauf-Comeback und der Klagenfurter Altstadtlauf am 9. Juni 2016 bot sich dazu wunderbar an. Ich bin 2013 schon einmal beim Altstadtlauf gestartet, doch damals reichten mir 2 Runden bzw. die kurze Distanz über 5 Kilometer. Diesmal meldete ich mich für die 10 Kilometer mit 4 Altstadtrunden an, um zur Formüberprüfung eine brauchbare 10er Zeit zu erhalten — Sub 50 war das erklärte Ziel.

Die Startunterlagen holte ich bereits am Mittwoch ab, um am Donnerstag keinen zusätzlichen Stress zu haben. Es ergab sich nämlich, dass ich genau an diesem Donnerstag etwa 2 Stunden vor dem Start des Altstadtlaufs einen Termin bei meinem Nuklearmediziner in Klagenfurt hatte, um also vor dem Lauf noch etwas Blut für aktuelle Schilddrüsenwerte abzapfen zu lassen. Früher waren Blutabnahmen etwas haarig und ich bin da regelmäßig umgekippt, aber mittlerweile habe ich das schon ganz gut unter Kontrolle und die 5ml Blut weniger würden die Leistung beim Laufen hoffentlich nicht beeinflussen.

Die Wetterbedingungen für den Klagenfurter Altstadtlauf 2016 waren nach meinem Geschmack: 15 Grad und regnerisch. Es hätte sogar noch ein paar Grad kühler sein können, denn wie es sich dann heraustellte, war es zwischenzeitlich in den engen Gassen der Altstadt doch etwas stickig und warm. Seit meiner Halbmarathon-PB beim Graz Marathon im Oktober 2015 mag ich kühle Regenrennen, vor allem, wenn ich auf Zeit laufen möchte.

Das (Lauf-) #Comebackstronger sollte auch mit neuen Wettkampfschuhen stattfinden. Nachdem ich in den letzten Jahren alle meine reinen Laufwettkämpfe mit meinen geliebten Brooks Pure Flow 2 bestritten hatte, mein Vorrat an diesen Schuhen nun aufgebraucht ist und die Nachfolgemodelle in der Zehenbox zu eng und für einen Wettkampfschuh auch zu schwer sind, entschied ich mich nach zahlreichen Tests und Versuchen für den Altra One 2.5 als neuen Wettkampfschuh: Ein leichter Zero-Drop Schuh mit sehr geräumiger Zehenbox, der nicht nur schnell, sondern auch sehr bequem ist.

Vor dem Start um 19:30 Uhr begab ich mich zeitig zur Startaufstellung, wo ich allerding einen vermeidbaren Fehler machte. Ich stellte mich meiner realistischen Leistung entsprechend in den Startblock für 4:30 bis 5:00min/km und ging davon aus, dass die LäuferInnen um mich in der Tat dieses Tempo laufen würden. Als dann der Startschuß fiel, war nach der Startlinie auf den ersten paar hundert Metern kein Weiterkommen. Im Zick-Zack-Kurs bahnte ich mir überholend meinen Weg durch die langsamen Massen von LäuferInnen. Erst nach dem Einbiegen in die Bahnhofstraße hatte sich das Feld gelichtet und ich konnte meine angestrebte Pace laufen. Dadurch habe ich wohl einige Sekunden liegen lassen und das nächste Mal, wenn ich auf Zeit laufe, stelle ich mich einfach ganz frech in den schnelleren Block, um beim Start zügig wegzukommen.

Feet don’t fail me now

Über den Lauf selbst gibt es nicht viel aufregendes zu erzählen — wenns läuft, dann läufts. Und glücklicherweise lief es an diesem Donnerstag Abend in der Klagenfurter Innenstadt, was mir bereits am ersten Kilometer bewusst wurde. Mehrere Runden zu laufen ist für mich mental anstrengend und so konzentrierte ich mich vorwiegend darauf, mein Tempo konstant zu halten. Von der Stimmung entlang der Strecke ist mir die Trommlergruppe vor den City Arkaden und die Anfeuerungszone des Club261 (“Work, work, work”) in Erinnerung geblieben. Irgendwo schallte einmal das Lied “Running Man” von Ollie Gabriel aus einem Lautsprecher und die Textzeile “feet don’t fail me now” wurde spontan zum Mantra für den Rest des Laufes.

Gut gelaunt nach der ersten Runde

Gut gelaunt nach der ersten Runde

Die ersten zwei Runden waren eigentlich schnell gelaufen und ich lag gut in der Zeit. Die dritte Runde ist traditionell jene, wo ich mental wirklich kämpfen muss und die Tatsache, dass viele LäuferInnen nur zwei Runden liefen und somit ab Runde 3 deutlich weniger Leute auf der Strecke waren, machte es nicht einfacher. Doch auch diese Runde war recht flott erledigt und auf der vierten und letzten Runde legte ich einen Zahn zu, da ich mich nach wie vor gut fühlte. Zwischenzeitlich stellte sich auch für ein paar Minuten ein “Flow” ein und es fühlte sich nach langem wieder einmal so an, als ob ich ganz locker und leicht über den Asphalt schweben würde.

Zu schnell für die Kamera

Zu schnell für die Kamera

Die letzten hundert Meter waren toll, da mir klar wurde, dass es wieder wie vor meinem Sturz ist und ich wieder so laufen kann, als ob nichts gewesen wäre. #Comebackstronger erfolgreich! Ein kurzer Zielsprint und ich überquerte die Ziellinie. Das Ziel Sub 50 Minuten habe ich locker mit einer offiziellen Zeit von 48:18 über 10 Kilometer erreicht. Mit den recht konstanten Rundenzeiten von 12:14, 12:07, 12:11 und 11:45 bin ich zufrieden, aber es ärgert mich etwas, dass ich mich nicht in den schnelleren Startblock gestellt hatte und so wohl anfangs einige Sekunden liegen gelassen und Sub 48 knapp verpasst habe. Dennoch, ein Erfolg auf ganzer Linie, da ich meine 10k PB von 2015 um 37 Sekunden unterbieten konnte. Für die Statistik: Im offiziellen Endergebnis belegte ich den 190. Gesamtplatz (von 423), Platz 15 (von 96) bei den Frauen und Platz 6. (von 28) in der Altersklasse W-30.

Erfolgreiches #Comebackstronger mit neuer PB über 10km

Erfolgreiches #Comebackstronger mit neuer PB über 10km

Eine Dame hängt mir die Finisher-Medaille um und ich wanke in Richtung Ziellabe, wo es außer Äpfeln und Iso nichts (mehr?) gibt. Das ist etwas enttäuschend, aber gut, für das äußerst günstige Nenngeld von 14 Euro bekommt man ohnehin ein gut gefülltes Startersackerl und ein Funktions-T-Shirt, da kann man schon drüber hinwegsehen, dass es im Ziel keine Bananen gibt. Für solche Fälle habe ich mittlerweile immer meine eigene Zielverpflegung im Auto und am Heimweg durften dann die obligaten “Post-Race-Pommes” beim McDonalds nicht fehlen.

Streckenverlauf und Auswertung in Polar Flow

Streckenverlauf und Auswertung in Polar Flow

Rückblick: Klagenfurter Altstadtlauf 2013

Im Mai 2013 war geplant, an zwei Wettbewerben teilzunehmen: Am Pörtschacher Promenadenlauf und am Klagenfurter Altstadtlauf. Auf die Teilnahme beim Pörtschacher Promenandenlauf musste ich aber leider verzichten, da mich in der Woche vor dem Lauf (16. bis 18. Mai) ein paar Viren außer Gefecht gesetzt hatten und ich folglich drei Tage im Bett verbrachte. Bis zum Wettkampftag (25. Mai) fühle ich mich bei weitem nicht fit genug, um einen Lauf zu bestreiten. Es ist unglaublich, wie sehr einem ein banaler Infekt schwächt bzw. in der Form zurückwirft.

Vor dem Lindwurm, den es zweimal zu umrunden galt

Vor dem Lindwurm, rechzeitig zum Start kam sogar die Sonne heraus

Beim Klagenfurter Altstadtlauf 2013 am 29. Mai wollte ich aber schon mitmachen; aber Aufgrund der Erkrankung entschied ich mich, nur die kurze Distanz (5 Kilometer, 2 Altstadtrunden) statt der wie ursprünglich angedachten 10 Kilometer (4 Altstadtrunden) zu laufen. Im Hinblick eine gute Entscheidung und auch bei der Wahl der Laufbekleidung war ich diesmal etwas vorsichtiger und ging mit langen Hosen an den Start, weil es ja den ganzen Tag über regnerisch und kühl war und ich mein “Erlebnis” mit dem Knie beim Frühlingslauf in St. Gertraud nicht wiederholten wollte. Bis zum Start um 19:40 Uhr hatte der Regen längst aufgehört und es kam kurzzeitig sogar die Sonne heraus, aber trotzdem waren die langen Hosen die richtige Wahl.

Die übliche Routine — Startnummernabholung, Aufwärmen, Warten auf den Start, Startaufstellung — verlief ohne Probleme und ich platzierte mich abermals in der Mitte des Starterfeldes. Dann fiel der Startschuß und die Masse der Läufer (es waren über 800 TeilnehmerInnen am Start) setzte sich in Bewegung. Abermals startete ich zu schnell — ja, das muss ich mir wirklich abgewöhnen — und erlebte auf den ersten 100 Metern ein ähnliches Hochgefühl wie beim ersten Lauf in St. Paul. Ich hatte mich im Vorfeld über den genauen Streckenverlauf informiert und kenne natürlich auch die örtlichen Begebenheiten; die Strecke war fast vollkommen flach und der einzige Abschnitt, der außergewöhnlich war, war das Straßenpflaster über den Alten Platz. (Pavé — also Kopfsteinpflaster — ist ja etwas gefürchtet bei Radrennfahrern wegen Pannen und Stürzen.)

Die erste Runde verlief recht gut, nur hatte ich nach nicht einmal einen Kilometer einen total trockenen Mund, weil die Nase zu war und ich ausschließlich durch den Mund atmen musste. Da hätte ich mir etwas früher die Labestation gewünscht, die aber erst nach über 2 Kilometern in der Mießtaler Straße zu finden war. Weiters sei angemerkt, dass mehr Absperrung bzw. eine bessere Sicherung der Laufstrecke an manchen Stellen wirklich wünschenswert gewesen wäre, denn so ging es beispielsweise am Pfarrplatz quer über eine Wiesenfläche oder es liefen Zuschauer/Kinder vor herannahenden Läufern einfach über den Weg. Mit all den Bordsteinkanten und hüfthohen Absperrpfosten bot die Strecke wirklich genügend Gefahren- bzw. Sturzpotential, sodass weitere unnötige Hindernisse wirklich verzichtbar waren.

In der zweiten Runde quälte ich mich, denn es war nicht nur die Nase zu und der Mund trocken sondern auch das Atmen fiel mir schwer. Der Gedanke, dass es womöglich doch nicht eine so gute Idee war, hier teilzunehmen, schoss mir durch den Kopf. Ein Blick auf den Pulsmesser bestätigte es: 177 bis 180, ja, ich war am Limit. Durchhalten, nicht langsamer werden, es ist nicht mehr weit ins Ziel! Als ich das zweite Mal die Labestation passierte, griff ich gar nicht mehr nach einem Becher, obwohl der Mund nach wie vor trocken war. Ich wollte nur mehr eines, und zwar ins Ziel, und das so schnell wie möglich! Auf den letzten 200 Metern überholte ich sogar noch einen Herren! Da war er wieder, der Tunnelblick, den ich bereits in St. Paul erlebte: Es brennt bei jedem Atemzug in den Lungen, das Herz pocht wie verrückt in der Schläfen und es zieht in den Beinen — aber du läufst trotzdem weiter! Nur noch wenige Meter…

Schließlich überquerte ich die Ziellinie mit einer Zeit von 0:25:35,6, was den 19. Rang bei den Damen (von 90 Teilnehmerinnen), und den 10. Klassenrang in W-30 (von 35 in dieser Altersklasse) bedeutete. Ich konnte meine Zeit für 5km um 2 Sekunden gegenüber dem Frühlingslauf verbessern und war mit dem Ergebnis zufrieden, denn ich war bei weitem nicht fit oder in meiner üblichen Form.

Im Ziel angekommen suchte ich vergebens nach einem Buffet oder dergleichen, denn ich hätte sehr gerne eine Banane gegessen, aber alles, was ich entdecken konnte, war ein Stand mit Getränken. Das war zugegebenermaßen etwas enttäuschend, denn bei einer so großen Laufveranstaltung hätte ich mir schon Verpflegung bzw. Bananen im Ziel erwartet. Leider gab es bei dem Würstelstand am Neuen Platz, der die hungrigen Läufer und Zuschauer versorgte, keine vegetarische bzw. fleischlose Alternative und eine Riesenbratwurst mit Kartoffelsalat… nein, das muss ich nicht haben.

Noch etwas muss an dieser Stelle erwähnt werden, und zwar, die Umkleidesituation, die ich äußert “interessant” fand. Die Umkleiden und Duschen befanden sich in der Benediktinerschule und der Weg dahin war vorbildlich beschildert, aber dort angekommen war offenbar “Ende der Ausbaustrecke”. Es gab — wie bei Turnsälen üblich — zwei Umkleiden, die aber nicht entsprechend als Männer- oder Damenumkleide gekennzeichnet waren. Auf gut Glück warf ich einen zaghaften Blick in eine Umkleide und sah dort Männer, also dachte ich, die andere Umkleide ist dann sicherlich die für Damen. Also marschierte ich zur anderen Umkleide, öffne die Tür und was sehe ich? Einen nackten Männerhintern, der in Richtung Dusche verschwindet. Oook. Dann hat sich der gute Mann offenbar hierher verirrt; wer kann es ihm übel nehmen, wenn nichts explizit beschriftet ist? Weitere Damen finden ihren Weg in diese Umkleide und als der Mann splitternackt — ich würde ihn auf Mitte 50 schätzen — aus der Dusche kam, staunte er und auch die anderen Damen nicht schlecht. Wenig später kamen weitere nackte Männer bei der Tür, die eigentlich in den Turnsaal führte, herein. “Interessant” — that is one way to describe it!