Company Triathlon 2016

Der Company Triathlon bildet jedes Jahr den Auftakt des Ironman Austria Wochenendes in Klagenfurt. Als Staffeltriathlon für Firmen konzipiert können aber auch EinzelstarterInnen die 380m Schwimmen, 20km Radfahren und 4,2km Laufen in Angriff nehmen und so stand ich am Donnerstag, den 23. Juni, um 18:30 Uhr im Strandbad Klagenfurt an der Startlinie.

Bei der sehr professionellen Organisation des Company Triathlons merkt man, dass hier die Marke “Ironman” dahinter steckt. Ich bin zeitig angereist, um etwaige Wartezeiten bei der Ausgabe der Startunterlagen einzuplanen, aber zu meiner großen Überraschung hielt ich mein Starter-Package innerhalb von wenigen Minuten in den Händen. Kein Anstellen oder gar eine Warterei. Startnummer und -aufkleber für Rad und Helm, Chip mit Klettband, Badehaube, Essensgutschein für die anschließende Pasta Party und Informationsmaterial waren handlich eingesackelt und das Finisher-T-Shirt in der vorbestellten Größe wurde mit einem Kleiderbeutel für die Wechselzone zügig übergeben. Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht, aber so blieb mir noch genügend Zeit, mich vor dem Start auf der Ironman-Expo etwas umzusehen (und Newton Laufschuhe zu testen).

Der Company Triathlon wird als Windschattenrennen ausgetragen. Darüber war ich im Vorfeld nicht wirklich begeistert, da ich die Vorahnung hatte, niemanden zum Windschattenfahren zu haben. Windschattenfreigabe bedeutet aber auch, dass man nur einen kurzen Auflieger verwenden darf. Mein Rennrad ist für den normalen, langen Auflieger “gefitted” und wegen einem Rennen wollte ich kein Re-fitting machen lassen. Die Alternative, die 20 Kilometer “Unterlenker” zu fahren, war ebenfalls nicht wirklich verlockend. Also habe ich einen kurzen Auflieger besorgt und nach Gefühl montiert — ideal ist das natürlich nicht, aber besser kein Auflieger oder Unterlenker ist das allemal. Lustigerweise hatte sich die Windschattenfreigabe wohl nicht zu allen TeilnehmerInnen durchgesprochen: Die Dame vor mir beim Bike Check-In hatte prompt einen langen Auflieger am Rad und wurde umgehend weggeschickt.

An diesem Donnerstag war bis dato der heißeste Tag des Jahres, was bei der Wettkampfbesprechung im Iron Dome Zelt sehr deutlich zu spüren war. Es war drückend warm und ich war froh, nach dem Race-Briefing endlich ins Strandbad zu kommen. Der Wörthersee mit seinen 23 Grad war daher eine sehr willkommene Erfrischung. Vor dem Damenstart um genau 18:39 Uhr nutze ich die Zeit, um kurz einzuschwimmen und plauderte dann angeregt mit Kollegin Sonja. Ich muss gestehen, vorm Schwimmstart und dem Schwimmen habe ich nach wie vor Respekt und deshalb war die Ablenkung angenehm.

Unmittelbar vor dem Schwimmstart

Unmittelbar vor dem Schwimmstart

Swim — 380m

Pünktlich nach Zeitplan wird meine Startwelle in die Startbox gebeten und die Damen stellen sich entlang des Strandes auf. Dann geht es auch schon los, der Startschuß und alle laufen aufgeregt ins Wasser. Ich habe mir vorgenommen, nicht zu schnell wegzuschwimmen, denn wenn ich überpace, ist nach 100m die Luft draußen. Es herrscht dichtes Gedränge im Wasser vor mir und ich komme nicht so schnell voran, wie ich gerne möchte. Direkt vor mir befinden sich zwei Brustschwimmerinnen und ich habe Angst, einen Tritt ins Gesicht zu bekommen. Überholen ist auf den ersten Metern auch nicht möglich, es ist einfach kein Platz. Erst kurz vor der ersten (von zwei) Bojen lichtet sich das Feld etwas und ich kann die Brustschwimmerinnen überholen. Mittlerweile habe ich auch mein Tempo gefunden, ehe ich nach der zweiten Boje abermals auf Brustschwimmerinnen aufschwimme. Hier kann ich direkt überholen, aber als meine Beine auf Armhöhe der Schwimmerin rechts von mir sind, kratzt sie mir mit einem Brustarmzug eine Schürfwunde auf meinen rechten Fußrücken — im Gegenzug kassiert sie einen leichten Tritt meines Kraulbeinschlages. Das ist Schwimmen beim Triathlon. Der Zielbogen am Strand kommt rasch näher und nach 7:26 Minuten steige ich auch aus dem Wasser.

Schwimmausstieg

Schwimmausstieg

Bike — 20km

Der Weg zur Wechselzone am Strandbad-Parkplatz ist gefühlt elendslang. Es ist fast durchgehend bis zum Eingang zur Wechselzone ein roter Teppich aufgelegt und ich watschel guten Mutes drüber. In der Wechselzone selbst geht dann alles sehr schnell und schon sitze ich am Rad. Durch den Europapark fahre ich aufgrund des schmalen Weges und der Kurven noch etwas gebremst, aber als es dann auf den Südring geht, ist Showtime! Es ist mein erster Wettkampf mit Leistungsmesser am Rennrad und folglich bin ich natürlich neugierig, welche Wattzahlen ich unter solchen Bedingungen produziere. Anfänglich habe ich noch eine Dame vor mir, deren Windschatten ich etwas ausnütze, aber als ich vom Südring auf die Wörthersee Süduferstraße biege, ist die Dame längst überholt. Ab jetzt heißt es Vollgas auf der Überholspur!

Showtime am Südring

Showtime am Südring

Ohne Rücksicht auf einen möglichen Einbruch beim Laufen gebe ich ordentlich Druck auf die Pedale. Wie erwartet finde ich niemanden zum Windschattenfahren; niemand fährt mein Tempo am Rennrad, denn wie ich vermute sind diese Leute bessere Schwimmer als ich und daher schon weit vor mir. Diese Annahme bestätigt sich kurz vor der Wende beim GTI Denkmal in Reifnitz, als mir ein Pulk von den besseren Schwimmerinnen bereits entgegenkommt. Alleine die Lücke zu diesem Pulk zuzufahren erscheint mir ob der kurzen Strecke unrealistisch, also fahre ich weiter mein Tempo auf der Überholspur… und dieses Tempo ist hoch. Ich muss auch sagen, die Strecke entlang der Süduferstraße liegt mir. Im Geschwindigkeitsrausch sammle ich permanent langsamere RadfahrerInnen ein und habe dabei einen Riesenspaß! Leider ist die Radstrecke mit ihren 20km kurz und schon biege ich abermals auf den Südring, um noch eine kleine Schleife in Richtung Stadion zu fahren, ehe es zurück zum Europapark geht. Nach 33:52 Minuten bin ich wieder in der Wechselzone.

Der kurze Auflieger und ich werden keine Freunde mehr...

Der kurze Auflieger und ich werden keine Freunde mehr…

Run — 4,2 km

Der zweite Wechsel geht ebenfalls ganz schnell und dann es geht abermals in den Europapark, von dem die Laufstrecke in Richtung Krumpendorf und wieder retour führt. Das regelmäßige Koppeltraining hat sich ausgezahlt: Ich kann von Beginn an meine geplante Pace laufen. Erst jetzt merke ich wieder, wie heiß es an diesem Abend eigentlich ist und der über den Kopf gekippte Becher Wasser sorgt für kaum Abkühlung. Ich laufe in Richtung Westen, dem Sonnenuntergang entgehen bei der Villa Lido vorbei nach Krumpendorf. Die Strecke ist mir von Kärnten Läuft bestens bekannt und zählt nicht zu meinen Favoriten — “egal wann man hier läuft, immer scheint einem die Sonne ins Gesicht”, denke ich mir. Als mir zunehmend mehr und mehr LäuferInnen entgegen kommen, sehne ich die Wende herbei. Hier leide ich etwas, es ist heiß, die entgegenkommenden LäuferInnen demotivieren und die Wende will einfach nicht kommen. Dann endlich! Die Wende und es geht retour nach Klagenfurt und somit in Richtung Finish Line!

Konzentriert auf der Laufstrecke

Konzentriert auf der Laufstrecke

Ich kann die anvisierte Pace halten und nun einige LäuferInnen einsammeln, was für zusätzliche Motivation sorgt. Als Highlight der Laufstrecke würde ich den kurzen Abschnitt über die Terrasse der Villa Lido bezeichnen. Von dort ist das Ziel greifbar nahe — das kenne ich ja ebenfalls zu Genüge von Kärnten Läuft. Dann ist der plötzlich da, der originale Ironman Zielkanal mit dem roten Teppich. Gänsehaut! “Verdammt ist das geil”, ist mein Gedanke, gefolgt von “Wie geil muss es sich das erst anfühlen, wenn man einen (Half-) Ironman macht?” Ich geniesse jeden Schritt, jede Sekunde auf diesem roten Teppich und das bestärkt mein Vorhaben, einen Half Ironman zu machen. Jubelnd überquere ich nach 1:07:50 die Finish Line. Was für ein Gefühl!

Gänsehautmoment!

Gänsehautmoment!

Danach checke ich mein Rad aus, übergebe es in die Obhut meiner Mutter und gehe abermals ins Strandbad, um mich mit einen Sprung in den Wörthersee abzukühlen. Erfrischt und umgezogen ist der nächste Stopp wieder das Iron Dome, wo sich vorm Nudelbuffet eine beachtliche Warteschlange gebildet hat. Die Warterei lohnt sich aber, denn es gibt ein Nudelbuffet vom Feinsten, das keine Wünsche offen lässt. Abschließend wie immer für die Statistik: Beim Company Triathlon gibt es keine Altersgruppen und ich belegte Platz 15 von 38 Einzelstarterinnen, wobei mich der Run Split mit 22:16 Minuten am meisten überrascht hat, da es der beste Split von den drei Disziplinen (24/16/14 von jeweils 38) ist.