#comebackstronger

Mittlerweile sind einige Wochen vergangen und die Folgen meines Sturzes soweit ausgeheilt. Am 23. Februar 2016 erhielt ich vom Unfallchirurgen die uneingeschränkte Sportfreigabe — während mir Radfahren auf der Rolle und Kraulschwimmen ohne Beineinsatz bereits seit Ende Jänner wieder erlaubt war, darf ich nun wieder laufen.

Gleich am selben Tag noch ging es für 30 Minuten aufs Laufband, was sowohl befreiend als auch ernüchternd war: Befreiend, weil es sich so gut anfühlte, wieder zu laufen und ernüchternd, weil sich die Beine “seltsam” anfühlten und es nach dieser halben Stunde an zahlreichen Stellen zwickte. Es lief sich nicht rund, aber das war auch nicht zu erwarten. Der erste Schritt des Projektes #comebackstronger war aber bewältigt. Konditionell waren die 30 Minuten am Laufband kein Problem und ich hätte locker noch länger laufen können. Der Bewegungsapparat war da aber anderer Meinung und teilte mir das durch etliche Beschwerden auch deutlich mit, dass ich mich an das Laufen erst wieder gewöhnen muss.

Back on the road

Die ersten zwei Wochen des Wiedereinstiegs in das Laufen waren ehrlich gesagt frustrierend. Einerseits hatte ich die unbegründete Angst, der alte Schmerz im Knochen könnte plötzlich wieder auftreten. Andererseits ist schmerzfrei etwas anderes: einmal zieht es in den Waden, dann zwickt es in den Oberschenkeln und die Adduktoren bereiten sowohl während des Laufs als auch danach Probleme. Spass ist etwas anderes. Es ist sehr mühsam, denn meine alte Pace ist weg und ich schnecke gefühlt durch die Gegend, während mein Puls viel zu hoch ist. Dabei ist es nicht so, dass mir die Luft ausgeht, nein, die Beine wollen einfach nicht so richtig. Ein paar Stunden nach dem Lauf meldet sich dann der Muskelkater an den unmöglichsten Stellen.

Nach drei Wochen ging es dann merklich aufwärts. Das Laufen fühlt sich “runder” an, die Pace wird besser, der Puls sinkt leicht. Ich erhöhe von drei auf vier Laufeinheiten pro Woche und steigere den Umfang. In mir keimt die Hoffnung auf, dass es mit dem Duathlon Ende April doch noch etwas werden könnte, denn die Wehwehchen in Waden, Oberschenkeln und Adduktoren haben sich mittlerweile gebessert bzw. sind verschwunden und der Muskelkater hat sich auch wieder gelegt.

Overreaching

Am Osterwochenende, genauer gesagt am Karsamstag will ich es wissen und mache einen Tempodauerlauf über 11,6km (115hm) in 5:35min/km. Es fühlte sich eigentlich gar nicht so anstrengend an und ich hatte beim Laufen ein durchwegs gutes, positives Gefühl, aber mein Puls ist nach wie vor erhöht bzw. höher als er bei dieser Geschwindigkeit vor dem Unfall war. Am späteren Abend werde ich ohne Grund plötzlich unruhig und nervös. In der Nacht kann ich dann nicht schlafen. Ich schiebe es auf die Umstellung auf die Sommerzeit, da ich ja eigentlich eine Stunde früher zu Bett ging und vielleicht deshalb Einschlafprobleme hatte. Am Ostersonntag setze ich mit einer Radeinheit über 46km noch eines drauf, denn wenn ich am Duathlon Ende April teilnehmen möchte, dann sollte ich schon halbwegs fit sein… und manövriere mich — wie ich glaube — in ein leichtes Übertraining (Overreaching).

Als es mit der Unruhe, Nervosität und den Schlafstörungen in der Woche nach Ostern nicht besser wird, verordne ich mir selbst zwei Ruhetage und eine Regenerationswoche. Ich wollte wahrscheinlich zu schnell zu viel — eben im Hinblick auf eine mögliche Duathlon-Teilnahme. Die sieben Wochen Laufpause haben ihre Spuren hinterlassen und obwohl ich durch Crosstraining meine Ausdauer einigermaßen erhalten konnte, litt die Grundschnelligkeit im Laufen stark darunter.

Nach der Regenerationswoche haben sich die Symptome des leichten Übertrainings glücklicherweise gelegt und ich habe — wenn auch schweren Herzens — den Entschluss gefasst, beim Duathlon nicht an den Start zu gehen. Meine Laufform ist einfach nicht so, wie sie sein sollte, um guten Gewissens bei einem Wettkampf anzutreten. Ich wäre über meine eigene Leistung wahrscheinlich enttäuscht und bei Laufdistanzen von 5km bzw. 2,5km, wie es eben beim Duathlon der Fall ist, gibt es nur eine Geschwindigkeit: Vollgas! Und Vollgas ist aktuell das Problem.

#comebackstronger

Mein Comeback zum Wettkampfgeschehen wird aller Voraussicht nach — wie auch ursprünglich geplant — im Juni stattfinden. Bezüglich des “Wann?” und “Wo?” gibt es schon einige Pläne, aber noch nichts fixes. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass mein #comebackstronger bei einem Triathlon stattfinden wird. Schwimmtechnisch konnte ich seit Oktober 2015 deutliche Fortschritte verbuchen und es wäre schade, die über Winter entwickelte Schwimmform nicht zu nutzen, zumal ich nun auch — ganz wie ein echter Triathlet — einen Neoprenanzug mein Eigen nennen darf…

Orca 3.8 Wetsuit

Orca 3.8 Wetsuit