Rückblick: Klagenfurter Altstadtlauf 2013

Im Mai 2013 war geplant, an zwei Wettbewerben teilzunehmen: Am Pörtschacher Promenadenlauf und am Klagenfurter Altstadtlauf. Auf die Teilnahme beim Pörtschacher Promenandenlauf musste ich aber leider verzichten, da mich in der Woche vor dem Lauf (16. bis 18. Mai) ein paar Viren außer Gefecht gesetzt hatten und ich folglich drei Tage im Bett verbrachte. Bis zum Wettkampftag (25. Mai) fühle ich mich bei weitem nicht fit genug, um einen Lauf zu bestreiten. Es ist unglaublich, wie sehr einem ein banaler Infekt schwächt bzw. in der Form zurückwirft.

Vor dem Lindwurm, den es zweimal zu umrunden galt

Vor dem Lindwurm, rechzeitig zum Start kam sogar die Sonne heraus

Beim Klagenfurter Altstadtlauf 2013 am 29. Mai wollte ich aber schon mitmachen; aber Aufgrund der Erkrankung entschied ich mich, nur die kurze Distanz (5 Kilometer, 2 Altstadtrunden) statt der wie ursprünglich angedachten 10 Kilometer (4 Altstadtrunden) zu laufen. Im Hinblick eine gute Entscheidung und auch bei der Wahl der Laufbekleidung war ich diesmal etwas vorsichtiger und ging mit langen Hosen an den Start, weil es ja den ganzen Tag über regnerisch und kühl war und ich mein “Erlebnis” mit dem Knie beim Frühlingslauf in St. Gertraud nicht wiederholten wollte. Bis zum Start um 19:40 Uhr hatte der Regen längst aufgehört und es kam kurzzeitig sogar die Sonne heraus, aber trotzdem waren die langen Hosen die richtige Wahl.

Die übliche Routine — Startnummernabholung, Aufwärmen, Warten auf den Start, Startaufstellung — verlief ohne Probleme und ich platzierte mich abermals in der Mitte des Starterfeldes. Dann fiel der Startschuß und die Masse der Läufer (es waren über 800 TeilnehmerInnen am Start) setzte sich in Bewegung. Abermals startete ich zu schnell — ja, das muss ich mir wirklich abgewöhnen — und erlebte auf den ersten 100 Metern ein ähnliches Hochgefühl wie beim ersten Lauf in St. Paul. Ich hatte mich im Vorfeld über den genauen Streckenverlauf informiert und kenne natürlich auch die örtlichen Begebenheiten; die Strecke war fast vollkommen flach und der einzige Abschnitt, der außergewöhnlich war, war das Straßenpflaster über den Alten Platz. (Pavé — also Kopfsteinpflaster — ist ja etwas gefürchtet bei Radrennfahrern wegen Pannen und Stürzen.)

Die erste Runde verlief recht gut, nur hatte ich nach nicht einmal einen Kilometer einen total trockenen Mund, weil die Nase zu war und ich ausschließlich durch den Mund atmen musste. Da hätte ich mir etwas früher die Labestation gewünscht, die aber erst nach über 2 Kilometern in der Mießtaler Straße zu finden war. Weiters sei angemerkt, dass mehr Absperrung bzw. eine bessere Sicherung der Laufstrecke an manchen Stellen wirklich wünschenswert gewesen wäre, denn so ging es beispielsweise am Pfarrplatz quer über eine Wiesenfläche oder es liefen Zuschauer/Kinder vor herannahenden Läufern einfach über den Weg. Mit all den Bordsteinkanten und hüfthohen Absperrpfosten bot die Strecke wirklich genügend Gefahren- bzw. Sturzpotential, sodass weitere unnötige Hindernisse wirklich verzichtbar waren.

In der zweiten Runde quälte ich mich, denn es war nicht nur die Nase zu und der Mund trocken sondern auch das Atmen fiel mir schwer. Der Gedanke, dass es womöglich doch nicht eine so gute Idee war, hier teilzunehmen, schoss mir durch den Kopf. Ein Blick auf den Pulsmesser bestätigte es: 177 bis 180, ja, ich war am Limit. Durchhalten, nicht langsamer werden, es ist nicht mehr weit ins Ziel! Als ich das zweite Mal die Labestation passierte, griff ich gar nicht mehr nach einem Becher, obwohl der Mund nach wie vor trocken war. Ich wollte nur mehr eines, und zwar ins Ziel, und das so schnell wie möglich! Auf den letzten 200 Metern überholte ich sogar noch einen Herren! Da war er wieder, der Tunnelblick, den ich bereits in St. Paul erlebte: Es brennt bei jedem Atemzug in den Lungen, das Herz pocht wie verrückt in der Schläfen und es zieht in den Beinen — aber du läufst trotzdem weiter! Nur noch wenige Meter…

Schließlich überquerte ich die Ziellinie mit einer Zeit von 0:25:35,6, was den 19. Rang bei den Damen (von 90 Teilnehmerinnen), und den 10. Klassenrang in W-30 (von 35 in dieser Altersklasse) bedeutete. Ich konnte meine Zeit für 5km um 2 Sekunden gegenüber dem Frühlingslauf verbessern und war mit dem Ergebnis zufrieden, denn ich war bei weitem nicht fit oder in meiner üblichen Form.

Im Ziel angekommen suchte ich vergebens nach einem Buffet oder dergleichen, denn ich hätte sehr gerne eine Banane gegessen, aber alles, was ich entdecken konnte, war ein Stand mit Getränken. Das war zugegebenermaßen etwas enttäuschend, denn bei einer so großen Laufveranstaltung hätte ich mir schon Verpflegung bzw. Bananen im Ziel erwartet. Leider gab es bei dem Würstelstand am Neuen Platz, der die hungrigen Läufer und Zuschauer versorgte, keine vegetarische bzw. fleischlose Alternative und eine Riesenbratwurst mit Kartoffelsalat… nein, das muss ich nicht haben.

Noch etwas muss an dieser Stelle erwähnt werden, und zwar, die Umkleidesituation, die ich äußert “interessant” fand. Die Umkleiden und Duschen befanden sich in der Benediktinerschule und der Weg dahin war vorbildlich beschildert, aber dort angekommen war offenbar “Ende der Ausbaustrecke”. Es gab — wie bei Turnsälen üblich — zwei Umkleiden, die aber nicht entsprechend als Männer- oder Damenumkleide gekennzeichnet waren. Auf gut Glück warf ich einen zaghaften Blick in eine Umkleide und sah dort Männer, also dachte ich, die andere Umkleide ist dann sicherlich die für Damen. Also marschierte ich zur anderen Umkleide, öffne die Tür und was sehe ich? Einen nackten Männerhintern, der in Richtung Dusche verschwindet. Oook. Dann hat sich der gute Mann offenbar hierher verirrt; wer kann es ihm übel nehmen, wenn nichts explizit beschriftet ist? Weitere Damen finden ihren Weg in diese Umkleide und als der Mann splitternackt — ich würde ihn auf Mitte 50 schätzen — aus der Dusche kam, staunte er und auch die anderen Damen nicht schlecht. Wenig später kamen weitere nackte Männer bei der Tür, die eigentlich in den Turnsaal führte, herein. “Interessant” — that is one way to describe it!

3 thoughts on “Rückblick: Klagenfurter Altstadtlauf 2013

  1. Beauty Runner

    He, super Zeit die du (ohne viel Training) gelaufen bist, gratuliere dir!!! Oh Mann, die Situation in den Umkleidekabinen war ja nicht schlecht….ich musste ja schon lachen, als du es bei Twitter erzählt hast 😀

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